Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Weishaupt - Werkzeugmaschinen

Weishaupt, Victor, Tiermaler, geb. 6. März 1848 zu München, erlangte seine künstlerische Ausbildung im Atelier von W. Diez in München und wurde 1895 als Professor an die großherzogl. Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe berufen. Sein erstes größeres Bild: Viehtränke (1875), befindet sich in der Dresdener Galerie. Fernere Gemälde W.s sind: Wilder Stier (1879; Münchener Kunstvereinsgalerie), Kühe unter Weiden (1880; Galerie in Pest), Stier in den Alpen (1888), Stier auf der Weide (1890; Münchener Pinakothek), Ziehende Herde (1893; Berliner Nationalgalerie) u. s. w.

Weiß *, Hermann Karl Jakob, starb 21. April 1897 in Berlin.

Weißenfels, slowen. Bela Peč oder Fužine, Markt im Gerichtsbezirk Kronau der österr. Bezirksbauptmannschaft Radmannsdorf in Krain, an der Grenze von Kärnten und an der Linie Tarvis-Laidach der Österr. Staatsbahnen (Station Ratschach-W.), hat (1890) 563, als Gemeinde 754 deutsche E., eine Burgruine auf dem Schloßberg (1123 m); ein Hammerwerk und Kettenfabrik. In der Nähe die berühmten und vielbesuchten beiden Weißenfelser Seen (933 m) mit den riesigen Felswänden des Mangart (2678 m) im Hintergründe, zwischen beiden der Rudolfsfelsen (982 m) mit schöner Aussicht.

Weitmar, Landgemeinde im Landkreis Bochum des preuß. Reg.-Bez. Arnsberg, an der Nebenlinie Bochum-W. (5,5 km) der Preuß. Staatsbahnen und der elektrischen Straßenbahn Bockum-W.-Hattingen (12 km), besteht aus den Orten Weitmar-Dorf, Weitmar-Bärendorf, Weitmar-Mark und Weitmar-Neuling und hat (1895) 10284 (5523 männl., 4761 weibl.) E., darunter 4690 Evangelische, Post, Telegraph, kath. und evang. Kirche, Rittergut (Haus Weitmar); Brennerei, Dampfmühle, Stahlwerke (1500 Arbeiter) und Steinkohlenbergbau (Zeche General Erbstollen).

Wekerle *, Alexander, wurde 1897 zum Präsidenten des neu errichteten ungar. Verwaltungsgerichtshofs ernannt.

Welcker *, Herm., starb 11. Sept. 1897 in Winterstein in Thüringen.

Wells *, Sir Thomas Spencer, starb 31. Jan. 1897 in Antibes.

Welser Lokalbahnen, der gleichnamigen Aktiengesellschaft gehörende Bahnen (54 km) im Betriebe der Osterr. Staatsbahnen von Wels (Haiding) nach Aschach a. D. (20. Aug. 1886 eröffnet) und von Wels nach Unter-Rohr (19. Nov. 1893 eröffnet).

Weltmacht, s. Großmacht.

Weltpostverein *. Der Umfang des W. hat sich im J. 1895 durch den Beitritt der brit. Schutzgebiete von Ostafrika und Sansibar erweitert. Ferner sind der Kapkolonie in postalischer Beziehung einzelne Gebiete Südafrikas (Basutoland, Ost- und Westgriqualand, Klein-Namaland, Pondoland, Tembuland, Transkei, Britisch-Betschuanaland und Walsischbai) angegliedert worden. Auch St. Helena und Ascension traten dem W. bei. Der Gesamtflächeninhalt des W. umfaßt hiernach (1896) 102452915 qkm. Der letzte internationale Postkongreß fand 1897 in Washington statt. Der nächste soll 1903 in Rom abgehalten worden. Hinsichtlich der Frage der Einführung einer Weltpostmarke oder von Briefumschlägen und Kartenbriefen mit bezahlter Antwort hat die bei den Vereinsverwaltungen gehaltene Umfrage ergeben, daß die meisten Verwaltungen vorläufig nicht geneigt sind, der-

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artigen Anträgen Folge zu leisten. (S. auch Internationales Bureau des Weltpostvereins.)

Wenden, Dorf im Kreis Olpe des preuß. Reg.-Bez. Arnsberg, hat (1895) 479, als Gemeinde 3128 E., Postagentur, Fernsprechverbindung, kath. Kirche; Eisenerzbergbau.

Wenings, Stadt im Kreis Büdingen der hess. Provinz Oberhessen, an der Bleiche, hat (1895) 803 E., Postagentur, Fernsprechverbindung und evang. Kirche.

Wennigsen, Dorf im Landkreis Linden des preuß. Reg.-Bez. Hannover, am Deister und an der Nebenlinie Weetzen-Haste der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Hannover), hat (1895) 2170 E., darunter 14 Katholiken, Post, Telegraph, Oberförsterei, evang. Kirche, evang. Damenstift; 3 Mühlen, Dampfbrennereien und in der Nähe Steinkohlengruben.

Werkzeugmaschinen *. Während in großen, mechan. Werkstätten, deren Betrieb meist für eine weitgehende Arbeitsteilung eingerichtet ist, vorzugsweise solche W. in Gebrauch sind, deren Bau den einzelnen zu bearbeitenden Werkstücken möglichst allgepaßt ist und auch nur eine einzige Bearbeitungsweise (Drehen, Bohren, Hobeln, Fräsen u. s. w.) zuläßt, haben sich für Kleinbetriebe mehr und mehr die Universalwerkzeugmaschinen, auf denen verschiedene Vearbeitungsweisen möglich sind, eingebürgert. Als Beispiel einer solchen Maschine für die Holzbearbeitung sei die in beistehender Fig. 1

^[Abb.: Fig. 1.]

abgebildete Universalwerkzeugmaschine angeführt. Sie ist für Hand- und Fußbetrieb eingerichtet und vereinigt an einem einzigen Gestell folgende sieben Specialwerkzeugmaschinen: die Bandsäge a, die Decoupiersäge d, die Kreissäge e, die Vertikalbohrmaschine ä, die Horizontalbohrmaschine 6, die Langlochbohrmaschine l und die Fräsmaschine 3. Auch für Kraftbetrieb kann diese von C. W. Emmrick Nachfolger in Leipzig-Reudnitz gebaute Universal-Holzbearbeitungsmaschine eingerichtet werden.

Auf dem Gebiete der Metallbearbeitung ist als hervorragende Leistung zu nennen die Universalwerkzeugmaschine der Leipziger Werkzeugmaschinen-