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Merck's Warenlexikon

Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884

Beschreibung der im Handel vorkommenden Natur- und Kunsterzeugnisse unter besonderer Berücksichtigung der chemisch-technischen und anderer Fabrikate, der Droguen- und Farbewaren, der Kolonialwaren, der Landesprodukte, der Material- und Mineralwaren.

Schlagworte auf dieser Seite: Saibling; Sal; Salbei; Salbeiöl; Salep

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Saibling - Salep

gehalten werden. Die Verarbeitung dieser Rohware zu S. geschieht erst in einigen größern indischen Städten, namentlich aber in Singapore, nach welchem Hafenplatze die Rohstärke von Sumatra und Borneo aus in großen Mengen gebracht wird; diese Versendung geschieht noch in feuchtem Zustande in Zuckerbrotformen.

Die Bereitung von Perlsago aus dieser rohen Sagostärke wird in Singapore fast nur von Chinesen betrieben und besteht in einem Körnen der noch feuchten Stärke mittels siebartiger Vorrichtungen und nachherigem schnellem Trocknen in erwärmten Pfannen, wodurch die Stärke teilweise verkleistert wird. Die Ausfuhr von S. aus Singapore soll sich auf jährlich 200000 Zentner belaufen. Außer dem Perlsago, von dem man weißen, gelben und braunen unterscheidet, kommt auch eine Sagosorte aus Indien in den Handel, die aus eckigen Stückchen von verschiedner Gestalt und Größe besteht.

In neuerer Zeit wird auch aus dem Kassawamehle S. gefertigt, der unter dem Namen brasilianischer S. in den Handel kommt; er ist weiß und opak, nicht hyalin, wie der ostindische. Eine andre Sorte, die aber nicht in unsern Handel kommt, ist der javanische S.; er ist gelblich und hat einen gewissen Beigeschmack; man fertigt ihn aus dem Stärkemehl von Arenga saccharifera. In Deutschland und Frankreich wird sehr viel inländischer S. aus Kartoffelstärkemehl, sog. Kartoffelsago, bereitet; er leistet dasselbe wie der indische und ist dabei billiger.

Die herkömmliche Art der Fabrikation ist folgende: Die angefeuchtete Stärke wird mittels eines Bürstenwerkes durch ein Sieb getrieben; die durchfallenden Klümpchen kommen in ein Rollfaß, das etwa 25 Umgänge pro Minute macht, und runden sich dadurch ab. Die Masse wird dann in Blechkästen in einem Trockenofen auf 70-80° C. erhitzt und kurze Zeit einem Dampfstrome ausgesetzt, der durch oberflächliche Kleisterbildung die Körnchen glasiert. Dieselben werden dann durch Sieben in verschiedne Größennummern geschieden.

Nach einer andern Fabrikationsmethode wird die feuchte Stärke aus einem Cylinder mit durchlöchertem Boden ähnlich wie Fadennudeln gepreßt, nur mit dem Unterschiede, daß durch eine Einrichtung der Maschinerie die heraustretende Masse immer sofort in kurzen Enden abgestoßen wird. Diese Stückchen werden auf einem Tuche ohne Ende fortgeführt, wobei sie schon etwas austrocknen, kommen in das Rollfaß und schließlich in einen eisernen, rotierenden Cylinder, in welchem sie getrocknet und schließlich durch Dampf geglättet werden.

Guter S. muß beim Kochen in Wasser oder Bouillon nur bis zur doppelten Größe der Körner gallertartig aufquellen, ohne zu zerfallen. In Halle, Magdeburg, Schweinfurt, Neuwied etc. sind Fabriken, die Kartoffelsago fertigen. - Zoll: S. und Sagosurrogate, ferner Sagomehl s. Tarif im Anh. Nr. 25 q 1.

Saibling (Saibling, Salmling, Gold- und Rotforelle, Rötel und Ritter), Salmo Salvelinus L., ein Lachsfisch von 30-75 cm Länge und bis 10 kg schwer, vorkommend in den Alpenseen in großer Tiefe, daher nur zur Laichzeit fangbar, nach Alter, Geschlecht und Aufenthalt verschieden gefärbt und geformt, Gegenstand lokalen Handels und Verbrauchs, selten in Teichen gehalten. - Zoll s. Lachs.

Sal ist Salz. S. Acetosellae, Sauerkleesalz;

s. amarum, Bittersalz;

s. ammoniacum, Salmiak;

s. digestivum, Chlorkalium;

s. gemmae, Steinsalz;

s. marinum, Seesalz;

s. mirabile Glauberi, Glaubersalz;

s. nitri, Salpeter;

s. stanni, Zinnsalz;

s. succini, Bernsteinsäure;

s. tartari, Weinsteinsalz, d. h. aus Weinstein bereitetes reines kohlensaures Kali;

s. volatile cornu cervi, flüchtiges Hirschhornsalz, kohlensaures Ammoniak. -

Zoll: Stein- und Seesalz gem. Tarif Nr. 25 t; Sauerkleesalz Nr. 5 c; Weinsteinsalz (kohlensaures Kali) Nr. 5 g. Alle andern genannten sind zollfrei.

Salbei (Salvia, engl. sage, frz. sauge, holl. zelf, salie, ital. salvia), artenreiche Pflanzengattung aus der Familie der Lippenblütler, Kräuter und Halbsträucher. Dahin gehörend der Edel-, Garten-, Königs-, Kreuz-, gemeine, Tugend-S., S. officinalis L. (engl. common S., shop, frz. S. des montagnes), Kulturpflanze der Gärtner, im kleinen vielfach, besonders als Einfassungen, gebaut, auch als Apothekerpflanze, immergrüner Halbstrauch, bis 0,6 m hoch und meist niedriger gehalten, mit blauvioletten Blüten, stark, aber angenehm aromatisch in allen Teilen, besonders den runzlich, unterseits weißhaarigen Blättern (Folia Salviae), riechend und deshalb auch in der Küche, zu weingeistigem Extrakt, zu wohlriechendem Wasser - Aqua Salviae - und zur Darstellung von Salbeiöl verwendet.

Der S. kommt als Wiesensalbei, S. pratensis L., wild vor, verwildert in ganz Südeuropa, kultiviert nur in Gärten. Muskateller-S. (stinkender S., Scharlachkraut), S. Sclarea L., in Südeuropa gebaut, wird oft dem Wein zugesetzt, um den Muskatellergeschmack zu erzielen, oder mit Hefe in Gärung versetzt zur Darstellung von Clary wine. - Zoll: Getrocknetes Kraut gem. Tarif im Anh. Nr. 25 p 2.

Salbeiöl (oleum salviae); das ätherische Öl der Salbeiblätter; es ist dünnflüssig, gelblich, riecht und schmeckt nach dem Kraute und hat ein spezif. Gewicht von 0,86-0,92; es wird medizinisch verwendet; das Kilo kostet circa 24 Mk. - Zoll gem. Tarif Nr. 5 a.

Salep (Radix oder tubera Salep); ein Artikel des Droguenhandels, besteht aus den Wurzelknollen verschiedner Arten des vielartigen Geschlechts Orchis, Knabenkraut, Nagwurz und sonst noch vielfach mit volkstümlichen Namen belegt. Die Lebensweise der Orchideen, so weit sie Erdbewohner sind (denn die prachtvollen Arten der feuchten Tropenwälder leben auf Bäumen), ist so beschaffen, daß die Knolle, welche die Blätter und den Blütenschaft treibt, zugleich neben sich eine junge Knolle erzeugt, welche das Leben der Pflanze im künftigen Jahre fortsetzt. Bei dem Ausgraben im Herbst wird nur diese junge, volle Knolle, nicht die alte verschrumpfte, genommen.

Die Knollen der vielerlei Arten mögen sich in ihren Bestandteilen wohl alle gleichen; der bessern Form und Behandlung wegen hält man sich aber nur an diejenigen Arten, welche rundliche oder länglichrunde Knol-^[folgende Seite]