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Merck's Warenlexikon

Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884

Beschreibung der im Handel vorkommenden Natur- und Kunsterzeugnisse unter besonderer Berücksichtigung der chemisch-technischen und anderer Fabrikate, der Droguen- und Farbewaren, der Kolonialwaren, der Landesprodukte, der Material- und Mineralwaren.

Schlagworte auf dieser Seite: Sellerie; Sellerieöl; Semen; Senegawurzel

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Sellerie - Senegawurzel

silberblei oder Lerbachit; alles sehr seltene und nur in kleinen Mengen vorkommende Mineralien. Gewöhnlich scheidet man das käufliche S. aus dem in den Bleikammern der Schwefelsäurefabriken sich absetzenden Schlamm ab. Man erhält es als grauschwarze, schwach metallisch glänzende Masse von muschligem Bruche, in dünnen Splittern am Rande dunkelrot durchscheinend, geruch- und geschmacklos, unlöslich im Wasser. In der Hitze bei abgehaltener Luft schmilzt das S. und verwandelt sich dann in einen gelben Dampf, der sich beim Abkühlen zu einem roten Sublimate verdichtet. Beim Erhitzen an der Luft entzündet sich das S. und verbrennt wie Schwefel mit blauer Flamme. Das S. hatte bisher gar keine Verwendung, erst neuerdings braucht man es bei der Herstellung gewisser physikalischer Instrumente (Photophone und Selenradiophone). Die Verbindungen des S., wie z. B. selenige Säure, Selensäure und deren Salze haben aber noch keine Verwendung gefunden. - Zollfrei.

Sellerie, Eppich, Wassereppich, Apium L., Familie der Doldengewächse, Gruppe der Ammineen (engl. Apium, frz. céleri und l'ache), zweijährige Doldenpflanze, angebaut als Garten-S. oder Garten-Eppich (Gartenmark, süßer Eppich, Hepfen, Hüpfer, Mark, Schellern, Schreckkraut, Wassermark, Wassermorellen und Wasserpeterlein, Sumpf- und Wassereppich, braunes Peterlein, A. graveolens L., engl. Strong-smelling Celery, frz. céleri cultiné, holl. selderij, ital. selleri), bekanntes Küchenkraut, von welchem man die aromatisch fleischigen Wurzeln als Gemüse, zu Salat und zu Suppen, den schilfartigen starken Schaft und das Kraut wegen seines Aromas ebenfalls in Suppen als beliebtes Gewürz verwendet.

In England ißt man den S. auch roh zu Brot und Käse; die Wurzeln wirken kräftig auf die Harn- und Geschlechtsorgane. Der wilde S. wächst in fast allen Erdteilen an leuchten Orten und besonders auf salzhaltigem Boden an den Küsten in gemäßigtem Klima; für die Kultur hat man verschiedne Sorten: Erfurter großen Knollen-, niedrig frühen Knollen-, großen Ulmer, frühen Leipziger etc. als die besten. Der sehr feine Samen, ein bis dreijährig, wird in Mistbeeten gesät, möglichst früh; im April oder Mai pflanzt man aus in gut vorbereitetes mürbes Land in Abständen von 50 cm. Die Pflege erstreckt sich auf öfteres Behacken, fleißiges Begießen und Entfernen welker Blätter; im August entfernt man alle Seitenwurzeln; im Herbst nimmt man die Knollen heraus und schlägt sie in Kellern oder Gruben ein; auch kann man über Winter die Pflanzen in Kästen an warmem Platze halten.

Der in England und den Niederlanden beliebte Bleichsellerie, dessen gebleichte fleischigen Blattstiele genossen werden, ist in Deutschland weniger beliebt; man kennt davon viele Sorten; die Saat erfolgt im März. Die besten Knollen des S. werden zur Samenzucht bestimmt und im Frühjahre auf sonnige Beete verpflanzt, 1 kg Samen des Bleichsellerie kostet 4 Mk., des besten Knollensellerie 4,5 Mk., des krausen S., ohne Knollenbildung, 4 Mk. Kraut und Knollen (Stauden- oder Stengel- und Knollen-S.) werden auf Wochenmärkten verkauft. Die Teilfrüchte (Fructus Apii) waren vordem offizinell und werden jetzt noch zu Öl (Oleum Apii) verarbeitet. - Frischer S. ist zollfrei, ebenso der Samen. Getrocknetes Kraut und Wurzeln gem. Tarif im Anh. Nr. 25 p 2. S.öl Nr. 5 a.

Sellerieöl wird aus dem Samen der Selleriepflanze mit Wasser destilliert und enthält das aromatische Prinzip derselben; man benutzt es zur Bereitung von Sellerielikör. Es ist in Leipzig mit 60 Mk. pro Kilo käuflich. - Zoll gem. Tarif Nr. 5 a. S.-likör Nr. 25 b.

Semen ist Same, in der Mehrzahl Semina.

Semen Abelmoschi, Bisamkörner;

s. Amomi, Piment oder Nelkenpfeffer;

s. Anethi, Dillsame;

s. Anisi vulgaris, gewöhnlicher Anis;

s. Anisi stellati, Sternanis;

s. Calabar, Calabarbohne;

s. Cannabis, Hanfkörner;

s. canariense, Kanariensame;

s. Carvi, Kümmel:

s. Cynae, Wurmsame;

s. Colchici, Herbstzeitlosensame;

s. Coriandri, Koriander;

s. Cumini, röm. Kümmel, Kreuzkümmel;

s. Cydoniorum, Quittenkerne;

s. Daturae, Stechapfelsame;

s. Erucae, weiße Senfkörner;

s. Foeniculi, Fenchelsame;

s. Foeni graeci, griechischer Heu- oder Bockshornsame;

s. Hyoscyami, Bilsenkrautsame;

s. Ignatii, Ignatiusbohnen;

s. Lini, Leinsame;

s. Lycopodii, Bärlappsame;

s. Papaveris, Mohnsame;

s. Paradisi, Paradieskörner;

s. Petroselini, Petersiliensame:

s. Phellandrii, Wasserfenchelsame;

s. Psyllii, Flohsame;

s. Sabadillae, Sabadill- oder Läusesame;

s. Santonici s. w. s. Cynae;

s. Sesami, Sesamkörner;

s. Sinapis, Senfkörner mit dem Zusatz albae, weiße, nigrae, schwarze;

s. Staphisagriae, Läusesame;

s. Stramonii s. w. s. Daturae;

s. Strychni, Brechnüsse;

s. Tanaceti, Rainfarnsame.

Mehrere der hier als Samen angeführten Droguen sind botanisch aufgefaßt nicht als Samen, sondern als Früchte zu betrachten; vergl. die einzelnen Artikel. -

Zoll: Im allgemeinen wird bemerkt, daß Sämereien zum Medizinalgebrauch ebenso wie Gartensämereien zollfrei, dagegen Sämereien zum menschlichen Genuß gem. Tarif Nr. 25 p 2 und solche zur Ölbereitung nach Nr. 9 e zollpflichtig sind. Von den vorgenannten gehören Koriander, Anis, Fenchel und Kümmel der Tarifnummer 9 d und Nelkenpfeffer sowie Sternanis als Gewürze der Nr. 25 i an.

Senegawurzel (Klapperschlangenwurzel, radix Senegae), kommt von einem in Nordamerika, besonders Virginien, Pennsylvanien und Maryland wildwachsenden ausdauernden Gewächs, Polygala Senega, also einer Verwandten unsrer Kreuzblumen, in ihrem Vaterlande als Mittel gegen Schlangenbiß angewandt. Die Wurzel ist etwa 13 cm lang und federkieldick, oben oft einen verdickten Wurzelhals tragend, unten wenig verästelt. Sie ist leicht kenntlich an ihrer gewundenen Form, die sie wie eine gestreckte Spirale erscheinen läßt, und an der kielartig vorspringenden Kante, welche an der konkaven Seite längshin läuft. An der Außenseite erscheint die Wurzel durch quere Einschnürungen wulstig; ihre Farbe ist äußerlich gelbgrau, der Querschnitt zeigt einen gelblichweißen einseitigen Holzkörper und eine bräunlichgelbe weiche Rinde, in