Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

10

Einleitung

haben, so dass der gewöhnliche Keller benutzt werden muss. In diesem Falle beschränkt man die zu lagernden Vorräthe aufs Aeusserste, und noch mehr sind die oben angeführten Vorsichtsmassregeln zu befolgen. Als eine grobe Unsitte ist es zu betrachten, wenn statt der Lampe, wie dies leider so häufig geschieht, nur Streichhölzer angezündet werden. Durch das Wegwerfen derselben ist schon manches Unglück entstanden. Ebenso ist dem Personal stets einzuprägen, dass etwa in Brand gerathenes Benzin, Aether, Terpentinöl etc. nicht durch Wasser zu löschen ist, sondern die Flamme höchstens durch nasse Säcke oder durch aufzuschüttenden Sand, Erde, Kreide oder ähnliche Stoffe erstickt werden kann. Bei der grossen Feuergefährlichkeit unseres Geschäftsbetriebes ist die Anschaffung eines gut konstruirten Extinkteurs sehr zu empfehlen. Es haben sich dieselben bei ausbrechendem Feuer vielfach bewährt, während die früher gebräuchlichen Feuerlöschdosen oft versagten. Nur muss die Funktionirung des Extinkteurs, am besten in bestimmten Zwischenräumen, geprüft werden.

Für grössere Geschäfte ist die Anlegung eines General-Kataloges aller vorhandenen Waaren fast unumgänglich nothwendig, um dem neu eintretenden Personal das Auffinden der Vorräthe zu erleichtern. Hierzu ist es erforderlich, alle Regale in den verschiedenen Räumen mit Nummern zu versehen, wenn man nicht vorzieht, die einzelnen Kasten selbst zu numeriren. Selbstverständlich muss bei einer Waare, deren Aufbewahrungsort in den verschiedenen Räumen des Geschäftes aufgeführt werden, z. B.

Name Lokal Regal-No. Bemerkungen

Rad. althaeae Laden 12

" " Boden 5

Alkohol. absol. Laden 2

" " Keller 10 Grösserer Vorrath im feuersich. Raum

In derselben Weise, wie über die Aufbewahrung der feuergefährlichen Stoffe, giebt es in den meisten Bundesstaaten besondere Vorschriften über die Aufbewahrung der Gifte.

Was nun die Unterbringung der Waaren in den verschiedenen Vorrathsräumen betrifft, so ist die Natur der Stoffe, um welche es sich handelt, massgebend. Denn während die Einen heller, luftiger Räume für ihre Konservirung bedürfen, verlangen Andere kühle, möglichst dunkele. Es gehört entschieden eine genaue Kenntniss dazu, hier immer das Richtige zu treffen. Deshalb sollen bei den einzelnen Artikeln, da dieses Buch namentlich für den angehenden Drogisten gedacht ist, stets Bemerkungen über die Aufbewahrung hinzugefügt werden. Als feststehende Regel gilt es, dass alle Kräuter, Wurzeln, Samen etc., sowie