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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Einleitung.

Schwebebaum aufhängt. Der Stossende hat bei dieser Vorrichtung nur nöthig, das Pistill niederzustossen, während das Heben durch den Schwebebaum selbst besorgt wird. Der eiserne Mörser muss innen stets blank und rostfrei erhalten werden. Die in den Apotheken so viel benutzten halbkugeligen eisernen oder messingenen Mörser zum Anstossen von Pillen kommen für uns nicht in Betracht.

Heute werden überhaupt nur wenige Drogengeschäfte das Pulvern und Zerkleinern der Rohdrogen selbst besorgen. Grosse Fabriken mit Dampfbetrieb liefern mittelst höchst komplizirter und sinnreicher Maschinen die Pulver von einer Güte und Feinheit, wie sie der gewöhnliche Geschäftsmann gar nicht herstellen kann. Fast das Gleiche gilt von den geschnittenen Kräutern und Wurzeln, welche bei einem sehr kleinen Preisaufschlag ebenfalls von besonderen Geschäften schön geschnitten in den Handel gebracht werden. Doch kommen immerhin einzelne Artikel vor, welche nicht geschnitten zu haben sind und die deshalb, wenn nöthig, selbst zerkleinert werden müssen. Hierzu benutzt man meistens Schneideladen nach Art der Häckselschneidemaschinen oder Stampfmesser verschiedener Formen, deren Stiel zuweilen mit Quecksilber ausgegossen wird, um die Wucht des Stosses zu vermehren. Auf der letzten Fachausstellung zu Braunschweig brachte die Firma Zemsch aus Wiesbaden eine ganze Reihe zum Theil recht praktischer Apparate zur Anschauung.

Von den Pulvern sind es hauptsächlich die Gewürzpulver, welche noch am häufigsten in den Drogengeschäften selbst hergestellt werden. Es hat dies auch eine gewisse Berechtigung wegen der absoluten Garantie, welche der Drogist dann für die Reinheit der Waare übernehmen kann. Man bedient sich zur Darstellung dieser Pulver selten des Mörsers, sondern fast immer der sog. Gewürzmühlen. Diese sind meistens nach der Art der gewöhnlichen Kaffeemühlen, nur in vergrössertem Maßstabe konstruirt, zuweilen auch mit sog. Vorbrecher zum Zerkleinern der gröberen Stücke versehen. Selbstverständlich müssen alle Rohdrogen, welche gepulvert oder gestossen werden sollen, vorher gut ausgetrocknet werden. Zum Trennen der gröberen von den feineren Pulvern und der Spezies bedient man sich der Siebe, bei welchen in einem Rahmen von Holz Gewebe aus Seidengaze, Haartuch, Messing oder lackirtem Eisendraht in den verschiedensten Maschenweiten eingespannt sind. Unter diesen Rahmen wird der Siebboden, in welchem ein Leder eingespannt ist, befestigt, und werden so durch stossweises Schütteln die feineren von den gröberen Theilen getrennt. Die Firma Eduard Hochbaum, Zehlendorf bei Berlin, liefert äusserst praktische Siebvorrichtungen, bei welchen jede beliebige Maschenweite in ein und demselben Siebrahmen mittelst des Siebbodens befestigt werden kann.

Farbenmühlen, siehe Abtheilung Farbwaaren. Trichter. Diese sehr wichtigen Hülfsapparate werden aus den allerverschiedensten Materialien hergestellt, deren Verwendung sich nach