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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Aggregatzustand

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Einleitung.

Null werden bei Beiden mit minus (-), diejenigen über Null mit plus (+) bezeichnet.

In England, den englischen Kolonien und Nordamerika bedient man sich des Fahrenheit-Thermometers, bei welchem die Skala nach einem ganz andern Prinzip eingerichtet ist. F. nahm als Nullpunkt die damals beobachtete niedrigste Temperatur an, so dass bei ihm der Erstarrungspunkt des Wassers bei + 32° liegt, theilt dann die Differenz zwischen dem Erstarrungs- und Siedepunkt des Wassers in 180 Grade, so dass 100° C. oder 80° R. gleich 212° F. sind. Um diese Skalen mit einander zu vergleichen, braucht man nur im Gedächtniss zu behalten, dass 4° R. gleich 5° C. oder 9° F. sind. Will man Grade von F., die über dem Erstarrungspunkt liegen, in Grade von R. oder C. umwandeln, so muss man natürlich zuvor 32° in Abzug bringen, ebenso viele aber zuzählen, will man Grade von R. und C. in F. umwandeln.

Einfluss der Wärme und des hellen Sonnenlichtes auf die verschiedenen Waaren. Die Wärme dehnt alle Körper aus und bringt leicht flüchtige Körper zum Verdunsten, daher müssen letztere stets an kühlem Orte aufbewahrt, und dürfen Gefässe, die aus kühleren in wärmere Räume gebracht werden, niemals ganz gefüllt sein.

Das helle Sonnenlicht wirkt zersetzend auf eine grosse Reihe von Präparaten und chemischen Verbindungen, namentlich organischer Natur. Diese Waaren müssen daher möglichst vor Licht geschützt aufbewahrt werden; wo dies nicht ganz durchführbar ist, wendet man Gefässe aus braunem, blauem und schwarzem Glas an.

Im Anschluss an, die Veränderungen, welche die Körper durch die Wärme erleiden, sei hier des Ausdruckes: Aggregatzustände gedacht.

Aggregatzustand nennen wir den Zustand des Zusammenhanges der Theile eines Körpers. Fest ist ein Körper, wenn er ohne Umschliessung seine Form beibehält und der Trennung in verschiedene Theilchen einen mehr oder minder grossen Widerstand entgegensetzt. Ein flüssiger Körper bedarf einer seitlichen und unteren Einschliessung; seine Theilchen haben allerdings noch einen gewissen Zusammenhang (Cohäsion), lassen sich aber durch die geringste Kraft verschieben. Ohne Einschliessung hat jede Flüssigkeit das Bestreben, sich horizontal auszubreiten. Ein luft- oder gasförmiger Körper sucht stets einen grösseren Raum einzunehmen, weil seine Theilchen sich gegenseitig abstossen (Expansion), er hat keine selbständige Gestalt und muss daher von allen Seiten eingeschlossen werden.

Die Aggregatzustände werden verändert durch die Temperatur und durch Druck. Ein und derselbe Körper kann bei verschiedenen Temperaturen fest, flüssig und gasförmig sein, z. B. das Wasser ist fest unter 0°, flüssig von 0°-100°, luftförmig über 100°. Umgekehrt können gasförmige Körper, z. B. Kohlensäure, durch Druck und starke Abkühlung in den flüssigen und festen Aggregatzustand übergeführt werden.