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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Fucus crispus; Irländisches Moos

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Drogen aus der Abtheilung der Lagerpflanzen.

Handel kommt, bildet weissliche, viereckige Stangen, ist aber weniger beliebt.

Bestandtheile. Fast ausschliesslich Schleim mit Spuren von Salzen.

Anwendung. Als Ersatz der Gelatine bei feinen Speisen, als Appretur für Seide und ähnliche Stoffe.

Die sog. indischen Vogelnester sollen in ihrer Hauptsache fast nur aus obengenannter Alge bestehen.

Fucus crispus.

Irländisches Moos. Perlmoos. Seemoos.

Synonyma: Lichen Irlándicus, Caragheen, Caragaheen.

Stammpflanze: Fucus oder Chondrus oder Sphaerocóccus cripus.

Familie Algen.

Die unter diesem Namen in den Handel kommende Droge trägt die Bezeichnung "Lichen irlandicus" oder "irländisches Moos" ganz fälschlich, da sie kein Moos, sondern eine getrocknete Meeresalge ist. Dieselbe wächst fast an sämmtlichen Küsten des nordatlantischen Ozeans, auf felsigem Boden, hauptsächlich aber an den nordwestlichen Küsten Irlands, von wo die weitaus grösste Menge in den Handel gebracht wird, und zwar in festgepressten Ballen von ca. 200-300 kg. Auch Nordfrankreich liefert Caragheen, welches meist über Havre in ^[?] Ballen von 50-100kg in den Handel kommt.

Das Caragheen bildet bandförmige, gelbliche, mehrfach verästelte und an den Spitzen häufig fein gefaserte, blattartige Gebilde von ca. 15 cm Länge, hornartig und durchscheinend, von schwachem, fadem Geruch und gleichem Geschmack. Im rohen, unsortirten Zustände ist es häufig verunreinigt mit Steinen, Conchylienresten und beigemengtem Tang. Es wird daher in den Drogenhandlungen sortirt und nach der Farbe in den Handel gebracht. Die hellblonden Sorten werden am meisten geschätzt. Die unsortirte Waare ist stets vermengt mit dunkleren, mehr bräunlichen Algen von gleicher Form und denselben Eigenschaften. Dies ist eine andere Art, nämlich Sphaerococcus mamillosus, die für Malerzwecke indess ganz gleichwerthig ist. Sehr oft ist die Droge fast ganz mit kleinen Blattkorallen inkrustirt. Eine solche Waare ist zu verwerfen. Im Handel kommen zuweilen sehr helle, fast weisse Sorten vor, welche ihre weisse Farbe einer künstlichen Bleichung verdanken. Diese Sorten bräunen sich, wenn sie behufs des Schneidens scharf ausgetrocknet werden, oft sehr stark. Es hat dies seinen Grund darin, dass man die Alge mit verdünnter schwefliger Säure gebleicht hat. Bleiben nun von letzterer Spuren an dem Caragheen haften, so wird die schweflige Säure an der Luft zu Schwefelsäure oxydirt und diese wiederum bewirkt die Bräunung beim Trocknen. All zu helle und reine Sorten sind daher mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten. Erscheint die Waare verdächtig, so prüft man