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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Stipites. Stengel. - Ligna. Hölzer.

Gruppe III.

Stipites. Stengel.

Stipites dulcamárae. **

Bittersüssstengel.

Solanum dulcamara. Solanéae.

Deutschland.

Grünlichgelb, längsrunzelig, federkieldick, mit zerstreuten Blatt- und Zweignarben. Hier und da mit glänzender Epidermis bedeckt, sonst matt. Geschmack bitter, hinterher süsslich; Geruch frisch narkotisch, getrocknet geruchlos.

Bestandtheile. Dulcamarin, Solanin (?). Obsolet.

Stípites visci.

Mistel.

Viscum album. Loranthacéae. Europa (Schmarotzergewächs auf Bäumen).

Die einjährigen im Dezember und Januar gesammelten Zweige der Mistel. Gelbgrün, gabeltheilig, federkieldick. Völlig obsolet.

Stípites rect. Pedúnculi cerasórum.

Saure Kirschstiele.

Cérasus ácida. Arnygdaléae.

Kultivirt.

Die Bezeichnung Stipites ist gänzlich falsch, da die Waare kein Stengel ist. Es sind die getrockneten Fruchtstiele der sauren Kirsche. Sie werden hier und da in der Volksmedizin gegen Durchfall etc. gebraucht.

Gruppe IV.

Ligna. Hölzer.

Alle Pflanzen höherer Gattung bauen sich aus Zellen, meist schlauchartigen, langgestreckten Gefässen, auf. Die Anordnung derselben erfolgt bei den einzelnen Pflanzen und Pflanzentheilen nach stets gleichen Gesetzen (anatomischer Bau), so dass eine Untersuchung mittelst Lupe oder Mikroskop für den Fachmann häufig Auskunft über die Art der betreffenden Pflanze giebt. Jedoch liegen derartige Untersuchungen für den praktischen Geschäftsmann meist gänzlich fern. Während des Lebensprozesses der Pflanzen, namentlich bei ausdauernden, mehrjährigen, verdicken sich die anfangs zarten Zellenwandungen immer mehr, so dass der innere Hohlraum immer kleiner und das Zellgewebe immer dichter