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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Ameisen; Formícae; Hélices et Limaces; Schnecken

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Thiere, Thiertheile und Thiersekrete.

Prüfung. Cochenille wird bei ihrem hohen Preise vielfach verfälscht, am häufigsten durch kleine Steinchen, Bleischrot und Thonkügelchen. Derartige Verunreinigungen sinken in Chloroform zu Boden, während C. obenauf schwimmt. Auch durch Schlämmen mit Wasser lassen sie sich ziemlich leicht trennen; hierbei lässt sich auch eine künstlich weisse Bestäubung durch Talkum, Bleiweiss oder ähnliche Stoffe wohl erkennen. Eine genaue Farbstoffprobe wird erreicht, wenn man den wässerigen, mittelst ganz verdünnter Kalilauge hergestellten Auszug so lange mit einer titrirten Lösung von rothem Blutlaugensalz versetzt, bis die purpurroth gefärbte Lösung gänzlich gelbbraun geworden ist. Eine anerkannt gute Sorte muss dabei zur Vergleichung als Normalprobe dienen.

Früher wurde ausser der Nopalschildlaus, auch noch die Kermesschildlaus, als Kermes oder Alkermes, benutzt. Sie stammt von Coccus Ílicis, welche in Griechenland und Kleinasien auf der Kermeseiche lebt. Sie ist ihres geringen Farbstoffs wegen jetzt fast ganz ausser Gebrauch.

Formícae.

Ameisen.

Formíca rufa. Hautflügler. Wälder der gemässigten Zone.

Es sind die ungeflügelten, geschlechtslosen Arbeitsameisen (Drohnen) der braunen Waldameise, welche namentlich in Nadelholzwäldern den oft 1 m hohen Bau errichten. Man fängt sie, indem man neben dem Bau Flaschen eingräbt, in denen sich ein wenig Honig oder Sirup befindet. Sie enthalten neben Ameisensäure Spuren von äth. Oel und dienten früher zur Bereitung der Tinctura resp. des Spiritus formicarum. Nach dem Deutschen Arzneibuch wird dieser letztere durch eine Lösung von Ameisensäure in Sprit ersetzt. Die weit grösseren weiblichen Ameisen legen zahlreiche Eier in der Grösse des weissen Senfkornes. Aus diesen schlüpfen nach einigen Tagen kleine Maden, die sich später in cylindrisch-eiförmige Puppen verwandeln; aus ihnen schlüpft wiederum das vollständig entwickelte Insekt aus. Diese Puppen werden im Handel fälschlich als Ameiseneier, Ova formicarum, bezeichnet und dienen zum Füttern der Stubenvögel und Goldfische.

Hélices et Limaces.

Schnecken.

Früher wurden sowohl die Weinbergschnecke, Helix pomatia, wie auch die schwarze und graue Wegschnecke, Arion empiricorum, zur Bereitung des Schneckensaftes, Syrupus limacum, benutzt. Man liess zu diesem Zwecke die Schnecken mit Zuckerpulver in einem Durchschlag sich todtlaufen. Die abfliessende, schleimige Flüssigkeit wurde unter Zusatz von weiterem Zucker zu Saft gekocht. Heute wird wohl allgemein der Schneckensaft durch Altheesaft ersetzt.