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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Chemikalien unorganischen Ursprungs.

monter, Driburger, Rippoldsauer, Marienbader u. a. m. Alkalische Säuerlinge sind solche, welche neben der Kohlensäure mehr oder minder grosse Mengen von Alkali- oder Erdalkalicarbonaten enthalten. Salinische- oder Soolquellen heissen die, bei welchen das Kochsalz (Natriumchlorid) einen wesentlichen Bestandtheil ausmacht; z. B. Wiesbadener, Kissinger u. a. m. Die eigentlichen Soolquellen, d. h. Quellen mit sehr hohem Kochsalzgehalt, werden weniger zum innerlichen Gebrauch als zu Badezwecken benutzt; vielfach werden dieselben durch Eindampfen oder auch durch theilweises Ausscheiden des Kochsalzes konzentrirt und die so erhaltenen Rückstände als sog. Mutterlaugen in den Handel gebracht, z. B. Kreuznacher, Unnaer, Homburger u. a. m. Die salinischen Mineralquellen enthalten oft neben den Chloriden auch Jod- und Bromverbindungen, diese werden dann mit Jod- oder Bromquellen bezeichnet. Schwefelquellen sind solche, welche freien Schwefelwasserstoff, zuweilen auch Schwefelalkalien enthalten, hierher gehören Nauheimer, Aachener, Krankenheiler u. a. m. Bitterwässer endlich heissen die Quellen, bei welchen die Sulfate von Natrium und Magnesium, sowie die Chloride des letzteren einen Hauptbestandtheil bilden, z. B. Püllnaer, Saidschützer, Friedrichshaller, Ofener u. a. m.

Einzelne Quellen, denen trotzdem eine grosse medizinische Wirkung nicht abgesprochen werden kann, enthalten so geringe Mengen mineralischer Bestandtheile, dass ihre Wirkung fast räthselhaft erscheint; hierher gehören Pfäffers und Gastein. Vielleicht ist ihre Wirksamkeit gerade durch die fast absolute Reinheit des Wassers von mineralischen Beimengungen bedingt; derartige Quellen heissen indifferente.

Früher wurde die Füllung der natürlichen Mineralwässer in die Versandgefässe (Krüge oder Flaschen) auf die aller einfachste Art bewerkstelligt, indem man die Gefässe im Quellbassin untertauchte, volllaufen liess und dann mit der Hand verkorkte. Hierbei ging selbstverständlich eine grosse Menge Kohlensäure verloren, und die Haltbarkeit des Wassers verringerte sich, indem nur durch die freie Kohlensäure die Löslichkeit der Carbonate der Erdalkalien und des Eisens bedingt wird. Seitdem man diese Verhältnisse erkannt hat, werden vielfach auch die natürlichen Mineralquellen mit künstlich zugeführter Kohlensäure gesättigt, und dann unter Verschluss, wie bei den künstlichen Mineralwässern, auf Flaschen gefüllt. Man erreicht hierdurch Dreierlei. Erstens wird das Wasser haltbarer, zweitens wohlschmeckender und drittens heilsamer, da die freie Kohlensäure anregend auf die Thätigkeit des Magens wirken soll.

Seit den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts als die quantitative Analyse immer grössere Fortschritte machte, so dass man die Bestandtheile der Mineralquellen genau feststellen konnte, hat man die Nachbildung derselben auf künstlichem Wege begonnen. Diese Fabrikation, zuerst von Apotheker Struve und J. Soltmann eingeführt, hat sich allmälig zu einem grossartigen Industriezweig entwickelt. Man hat sich übrigens nicht damit be-^[folgende Seite]