Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Hydrárgyrum bichlorátum; Quecksilberchlorid

557

Chemikalien unorganischen Ursprungs.

Ihre Wirksamkeit soll sich wie 2:3:4 verhalten. Uebrigens ist der Kalomel die am mildesten wirkende Quecksilberverbindung.

1. Hydrargyrum chloratum sublimatum. Sublimirter Kalomel. Weissliche, schwere (spez. Gew. 7,5), strahlig krystallinische Krusten, geruch- und geschmacklos; geritzt giebt er einen gelben Strich; in Wasser und Alkohol unlöslich; beim Erhitzen verflüchtigt er sich ohne Schmelzung. Das Pulver, welches durch Zerreiben und Schlämmen hergestellt wird, ist % von gelblicher Farbe und muss so fein sein, dass es sich vollständig weich anfühlt.

Bereitet wird er durch Sublimation eines, durch längeres Reiben hergestellten, innigen Gemenges von 4 Th. Quecksilberchlorid (s. d.) mit 3 Th. metallischem Quecksilber.

Er muss, wegen seiner Herstellungsweise, auf die Abwesenheit von Sublimat geprüft werden. Das Pulver mit Wasser angerührt und auf eine blanke Messerklinge gebracht, darf nach einer Minute keinen schwarzen Fleck auf derselben hinterlassen.

2. Hydrargyrum chloratum vapore paratum. Durch Dampf bereiteter Kalomel. Sehr zartes, vollständig weisses Pulver, das erst durch kräftiges Reiben im Mörser eine gelbliche Farbe annimmt. Bei 100 facher Vergrösserung lassen sich deutliche Krystalle erkennen. Sonstige Eigenschaften wie bei 1.

Bereitet wird er, indem man Kalomeldämpfe mit Wasserdämpfen in einem Gefäss zusammentreten lässt. Es wird hierdurch eine schnellere Verdichtung der Kalomeldämpfe bewirkt.

3. Hydrargyrum chloratum praecipitatum. Gefällter Kalomel. Vollständig weisses Pulver, dem vorigen ähnlich, nur noch feiner krystallinisch.

Wird dargestellt durch Ausfallen einer Lösung von Quecksilbernitrat mittelst Salzsäure.

Anwendung. Innerlich als abführendes und die Gallensekretion beförderndes Mittel; äusserlich zu Einstäubungen in Nase und Rachen.

Aufbewahrt muss der Kalomel in vor Licht geschützten Gefässen werden.

Prüfung nach dem Deutschen Arzneibuch. Mit Natronlauge erwärmt, schwärze sich das Salz ohne Entwickelung von Ammoniak.

1 g Quecksilberchlorür, mit 10 ccm Wasser geschüttelt, liefere ein Filtrat, welches weder durch Silbernitratlösung, noch durch Schwefelwasserstoffwasser verändert wird.

Hydrárgyrum bichlorátum (corrosívum), Mercúrius corrosívius. **+

Quecksilberchlorid, Quecksilberbichlorid, Quecksilbersublimat, Sublimat.

HgCl2^[HgCl_{2}].

Weisse, durchscheinende, strahlige, krystallinische Stücke; geruchlos, von widerlichem, herbem, metallischem Geschmack. Löslich in 16 Th.