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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Cocain; Cocainum; Ergotin; Ergotínum; Eseridin; Eseridínum; Eserin; Pilocarpin; Strophanthin

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Chemikalien organischen Ursprungs.

Ergotínum. **

Ergotin.

Unter dem Ergotin des Handels ist nicht etwa ein reines Alkaloid zu verstehen, sondern nur das, aus dem Mutterkorn hergestellte, wässerig spirituöse Extrakt.

Cocainum. **

Cocain.

C17H21NO4^[C_{17}H_{21}N0_{4}].

Das in den Cocablättern (s. d.) enthaltene Alkaloid hat in den letzten Jahren eine bedeutende Wichtigkeit erlangt, namentlich nachdem man seine lokalbetäubende Einwirkung kennen lernte, die es bei schwierigen Augen- und Rachenoperationen zu einem beliebten Anästheticum gemacht haben. Früher kannte man nur seine erregende Wirkung, welche die Cocablätter in ihrer Heimath zu einem beliebten Erfrischungsgetränk gemacht haben. Neuerdings hat man es auch als Substitut des Morphiums zu subkutanen Injektionen angewandt, und glaubte damit die Morphiumsucht bekämpfen zu können; es hat sich aber bald gezeigt, dass bei andauerndem Gebrauch dieselben üblen Folgen eintreten, wie beim Morphium. In den Cocablättern, wie sie zu uns kommen, ist höchstens 1/3 % enthalten, so dass bei dem grossen Bedarf an Cocain der Nachfrage nach demselben oft kaum genügt werden konnte. Ausser dem in Wasser schwer löslichen, reinen Cocain, welches ziemlich grosse, farblose, 6 seitige Krystalle von bitterem Geschmack bildet, ist namentlich das salzsäure Cocain (leicht löslich, etwa wie Salmiak krystallisirend) und endlich das salicylsäure Salz zur Anwendung gekommen. Neuerdings wird das Cocain im Mutterlande als Rohsalz dargestellt und in Europa durch Krystallisation gereinigt.

Eserin oder Physostigmin. **+

Ist das aus der Calabarbohne hergestellte, ihre Wirkung bedingende, ungemein giftige Alkaloid, das gewöhnlich als schwefelsaures, zuweilen auch als salicylsaures Salz, namentlich in der Augenheilkunde angewandt wird, um die pupillenerweiternde Wirkung des Atropins aufzuheben.

Eseridínum. +

Eseridin.

Ein Alkaloid, das neben dem Physostigmin (Eserin) in der Calabarbohne enthalten ist. Die Resultate seiner Untersuchungen über dieses Präparat fasst Schröder im folgenden Satz zusammen: Die Bedeutung des relativ theuren Eseridins dürfte für die Therapie gleich Null sein. Als Abführmittel bei pflanzenfressenden Thieren könnte es sich vielleicht bewähren.

Pilocarpin s. Fol. jaborandi.

Strophanthin. **+

Dies Alkaloid wird aus den Samen von Strophanthus hispidus, einer kletternden Pflanze aus der Familie der Apocyneen, welche in Centralafrika wächst, dargestellt.