Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Anilin- oder Theerfarbstoffe

664

Dritte Abtheilung.

Farben und Farbwaaren.

Bei der Besprechung der Farbwaaren lässt sich eine streng wissenschaftliche Eintheilung noch viel weniger durchführen als in der ersten Abtheilung. Ebenso wenig ist hier die lateinische Nomenklatur anwendbar; wir wählen daher die deutsche Bezeichnung in der gebräuchlichsten Form und in alphabetischer Reihenfolge und theilen sie in drei grosse Gruppen: A. Farbwaaren für die Färberei, B. Farben für Malerei und Druckerei und C. Siccative, Firnisse und Lacke. Manche Farben werden für beide Zwecke verwandt; wir führen sie dort auf, wo sie sich am natürlichsten einreihen lassen. Einzelne Stoffe sind auch schon in der ersten Abtheilung "Drogen" besprochen; bei diesen verweisen wir einfach zurück.

A. Farbwaaren für die Färberei.

Anilin- oder Theerfarbstoffe.

Es sind kaum einige Jahrzente vergangen seit der Entdeckung der Theerfarbstoffe, denn so müssen wir jetzt statt Anilinfarbstoffe sagen, da eine ganze Reihe von anderen Bestandtheilen des Steinkohlentheers ausser dem Anilin zur Fabrikation von Farben dienen; und doch beherrschen diese Farben, wegen ihrer brillanten Nüancen und wegen ihrer bequemen Anwendung fast die ganze Woll- und Seidenfärberei. Immer mehr und mehr wird die Anwendung der früher gebräuchlichen Farbstoffe zurückgedrängt, und es ist die Zeit wohl nicht fern, wo mit Ausnahme einiger wenigen, wie Indigo, Blauholz, Cochenille, alle anderen gänzlich verdrängt sein werden. Alljährlich werden neue Theerfarben hergestellt, und es giebt kaum noch eine Farbennüance, welche nicht durch dieselben hervorgerufen werden könnte. Auch hat man jetzt gelernt, dieselben waschecht zu machen; ihr einziger Uebelstand besteht darin, dass sie meist wenig licht-^[folgende Seite]