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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Bleiweiss; Weisse Farben

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Farben und Farbwaaren.

prisma) und Schwarz die Negation jeder Farbe ist. Grau, grün und Violett aber sind nur Mischungen verschiedener Farben.

Selbst diese einfache Eintheilung kann eine nur oberflächliche sein, da die Uebergänge z. B. von Gelb in Roth so allmälig erfolgen, dass eine genaue Feststellung der Grenze gar nicht möglich ist.

Eine weitere Schwierigkeit bei der Besprechung liegt in der grenzenlosen Verwirrung, welche betreffs ihrer Benennung herrscht. Ein und derselbe Name wird oft den allerverschiedensten Farben beigelegt und der schlimmste Uebelstand ist der, dass die Namen nur höchst selten andeuten, woraus die Farbe besteht, sondern im Gegentheil ganz beliebig gewählt sind, oft nach einem Orte, oft nach dem Fabrikanten oder irgend einer besonderen Eigenschaft. Unter einem Namen wie Bergblau, Königsroth, Schweinfurter Grün kann man sich alles Mögliche denken, nur nicht das, was auf die Kenntnis der Natur und der Zusammensetzung der Farbe Bezug hat.

Weisse Farben.

Blanc fixe, Permanentweiss, Barytweiss, Mineralweiss, Neuweiss, Schneeweiss (schwefelsaures Baryumoxyd), fälschlich auch wohl Lithoponeweiss siehe zweite Abtheilung: Báryum sulfúricum.

Bleiweiss, Schieferweiss, Schneeweiss, Kremserweiss, Kremnitzerweiss, Cerússa.

Das Bleiweiss ist in reinem Zustande basisch kohlensaures Bleioxyd, d. h. eine Verbindung von einem Mol. Bleicarbonat mit einem Mol. Bleioxydhydrat. Jedoch hat in Wirklichkeit das Bleiweiss des Handels nur selten genau diese Zusammensetzung, sondern es enthält, seiner verschiedenen Bereitungsweise gemäß, oft, sogar wenn nach derselben Methode hergestellt, stark variirende Mengen von Kohlensäure.

Es stellt in fein gemahlenem Zustande, wie es jetzt fast allgemein in den Handel kommt, ein blendend weisses Pulver dar, welches seiner ungemeinen Deckkraft zufolge die wichtigste Malerfarbe bildet.

^[Abb:Fig. 207. + Fig. 208. Bleiweiss-Fabrikation nach holländischer Methode.]