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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Geschäftliche Praxis.

Guttaperchapapieres ein Verbandmaterial in den Handel, welches aus einem für Wasser undurchlässigen, aus den Fasern des Manilahanfes bereiteten dünnen Papier besteht.

Pepsinwein. Bei der Bereitung von Pepsinwein wird zuerst das Pepsin mit Salzsäure, Glycerin und Wasser (nach Vorschrift des Deutschen Arzneibuches) zusammengemengt und 6 Tage bei Seite gestellt. Dann mischt man den Wein nebst Sirup und Pomeranzentinktur hinzu, setzt ihn wiederum einige Tage an kühlem Orte bei Seite und filtrirt ihn erst dann.

Laabessenz. Hierunter verstehen wir einen weinigen Auszug von Kälber- oder Schweinemagen (dem sog. Laabmagen), oder auch eine direkte Lösung von Pepsin in Wein. Sie dient zur Abscheidung des Käsestoffs aus der erwärmten Milch.

Diätetische Mittel. Mit diesem Namen bezeichnen wir diejenigen Mittel, welche durch die Ernährung (Diät) auf die Gesundheit des Menschen einwirken sollen. Um diese Wirkung nach einer besonderen Richtung hin zu erhöhen, werden ihnen vielfach noch Stoffe medizinischer Wirkung zugesetzt; hierher gehören vor Allem die verschiedenen Kindermehle, die gerösteten Mehle, Malzextrakte (s. Extractum malti), Malzbiere und die sog. Gesundheitschokoladen. Kindermehle sind fast immer Mischungen von kondensirter Milch mit Mehlstoffen, die durch starke Erhitzung im geschlossenen Raum aufgeschlossen sind, d. h. bei welchen das Stärkemehl durch diese Behandlung grösstentheils in Zucker und Dextrin übergeführt ist. Einer gleichen Behandlung und gleichen Umsetzung unterliegen die sog. gerösteten Mehle, wie Knorr's Hafermehl u. a. m. Malzbiere sind gleichsam verdünnte Malzextrakte, denen vielfach Auszüge von Arzneikräutern zugesetzt sind.

Chokoladen gehören, je nach ihrer Zusammensetzung, theils zu den blossen Genuss-, theils zu den diätetischen Mitteln, sie sind Gemenge von präparirtem Kakao (s. Kakao) und Zucker, eventuell unter Zusatz von Gewürzen oder von arzneilichen oder diätetischen Stoffen.

Essenzen zur Bereitung spirituöser Getränke. Hierunter versteht man sehr konzentrirte, alkoholische Tinkturen, deren Alkoholgehalt aber, um die klare Mischbarkeit mit Branntwein zu ermöglichen, 40-45% nicht übersteigen soll.

Die Bereitung derartiger Essenzen geschieht entweder nach der Deplazirungsmethode oder, wie bei den Tinkturen (s. d.) durch einfache Mazeration oder Digestion.

Spirituosen. Bereitung derselben. Diese geschieht entweder durch Destillation von Branntwein mit Rohdrogen, oder durch einfaches Ausziehen dieser Drogen mit verdünntem Spiritus, oder durch einfaches Mischen mit Essenzen oder ätherischen Oelen. Branntweine oder bittere Schnäpse nennen wir solche Mischungen, zu welchen kein oder nur geringe