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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Zweiter Theil

Die Herstellung der gebräuchlichen Handverkaufsartikel.

Schlagworte auf dieser Seite: Frucht- oder Obstweine; Johannisbeer- und Heidelbeerweine

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Citronensirup - Frucht- oder Obstweine

empfehlen, ebenso Verschlusskappen aus elastischem Gummi, wie solche jede Gummiwaarenfabrik preiswerth vorräthig hält oder anfertigt. Vor Verwendung sind letztere jedoch mit Wasser mehrfach auszubrühen. Dieser ebenso saubere wie praktische Verschluss lässt sich Jahre hindurch immer wieder benutzen. Das Austrocknen lässt sich durch gelindes Abreiben auf der Oberfläche mit Fett oder Vaselin verhindern.

Frucht- oder Obstweine.

Johannisbeer- und Heidelbeerweine n. Dr Nessler, Karlsruhe.

1. 10 Pfd. Johannisbeeren mit den Kämmen werden gut zerstampft, mit 25 Liter Wasser gemischt und unter öfterem Umrühren zwei Tage stehen gelassen und der Rückstand in einem Tuche mit der Hand oder mittelst einer Presse abgepresst. In die Flüssigkeit bringt man jetzt ½ Pfd. zerstampfte Johannisbeeren mit den Kämmen und 10 Pfd. Zucker und verfährt wie weiter unten angegeben.

2. 10 Pfd. Heidelbeeren werden wie oben angegeben mit 20 Liter Wasser zu Saft verarbeitet, welchem man 8 Pfd. Zucker und 1 Pfd. in warmem Wasser eingeweichte und zerdrückte Rosinen oder Cibeben beigefügt. Die nach 1 oder 2 hergestellten Mischungen bringt man in eine grosse Flasche oder ein nicht mit Schwefel eingebranntes Fässchen, überlässt sie der Gährung und zieht den Wein, sobald er nicht mehr gährt, in ein schwach mit Schwefel eingebranntes Fässchen oder sonstiges Gefäss ab.

Durch Einwirkung der Luft auf die Oberfläche der zerstampften Früchte und der gährenden und vergohrenen Flüssigkeiten kann leicht Essigsäure entstehen, die zerstampften Früchte sind deshalb vor Luft zu schützen, die gährenden Flüssigkeiten sind in fast vollen und die gegohrenen, so lange sie nicht im Verzapfe sind, in ganz vollen Gefässen aufzubewahren. Während der Gährung kann man auf die Oeffnung des Gefässes einen mit Sand gefüllten Sack legen, um die Luft abzuhalten. - Dass bei dem ganzen Verfahren grösste Reinlichkeit zu beobachten ist und die Flüssigkeiten nur in ganz reine Gefässe zu bringen sind, versteht sich von selbst. - Die Hefe, welche die Gährung der Flüssigkeit bedingt und dabei aus dem Zucker Weingeist erzeugt, besteht aus kleinen Pflänzchen. Die Beeren und deren Saft enthalten oft nicht so viel Nährstoff für diese Pflänzchen, dass durch diese der in den Beeren enthaltene und der zugesetzte Zucker vergähren kann; die Gährung hört dann auf, bevor hinreichend Zucker in Weingeist umgewandelt ist. Die Kämme der Johannisbeeren und die -getrockneten Trauben enthalten solche Nährstoffe der Hefe; setzt man erstere beim Johannisbeer- und letztere beim Heidelbeerwein zu, so befördert man dadurch den richtigen Verlauf der Gährung. Bei aufmerksamer Behandlung erhält man nach diesen Vorschriften einen recht guten und haltbaren Wein.