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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Zweiter Theil

Die Herstellung der gebräuchlichen Handverkaufsartikel.

Schlagworte auf dieser Seite: Seifen

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Seifen.

Es erübrigt nun noch einige speziellere Winke über die Fabrikation der kosmetischen und medizinischen Seifen anzugeben.

Es sind hierfür in neuerer Zeit vielfach die sog. überfetteten Seifen empfohlen worden. Diese werden bereitet entweder indem man das Alkali bei der Verseifung nur in solchen Mengen anwendet, dass ein gewisser Prozentsatz des Fettes unverseift bleibt, oder indem man fertige, am besten zentrifugirte Kernseifen mit etwa 10 % Fett zusammenschmilzt. In beiden Fällen wird das überschüssige Fett durch die Seife emulgirt. Eine solche Seife erfüllt für gewisse medizinische Seifen ihren Zweck, so lange sie frisch ist, vollkommen; bei ihrer überaus grossen Neigung zum Ranzigwerden aber ändern sich leicht die guten Eigenschaften derselben in schlimme um. Dieser Uebelstand kann nur vermieden werden, wenn zur Ueberfettung der Seifen gutes Lanolin verwandt wird, welches dem Ranzigwerden bekanntlich so gut wie gar nicht unterworfen ist.

Als beste Grundlage für alle feinen Toilette- und medizinischen Seifen, bei welchen nicht gerade ein Fettüberschuss gewünscht wird, ist daher gute zentrifugirte Kernseife anzusehen.

Für jeden, der die Fabrikation von medizinischen und feinen Toiletteseifen nicht in sehr grossem Massstabe betreibt, empfiehlt es sich daher, dem Beispiele der englischen Toiletteseifen-Fabrikanten zu folgen und den Seifenkörper selbst aus grossen Seifenfabriken zu beziehen. Die Umwandlung eines solchen Seifenkörpers in kosmetische Seifen geschieht auf zweierlei Wegen. Entweder völlig kalt, durch Zumengung der betreffenden Stoffe mittelst der Pilirmaschine, eine Methode, die sich namentlich empfiehlt, wenn es sich um den Zusatz sehr feiner und zarter Parfüms handelt. Oder durch sog. Umschmelzen. Hier wird die Rohseife gehobelt und dann in einem Kessel im Wasser- oder Dampfbade unter beständigem Umrühren geschmolzen. Verarbeitet man zentrifugirte und sehr harte Kernseifen, so kann man einen Zusatz von 10-15% Wasser machen, um die Geschmeidigkeit der Seife zu erhöhen. Der auf diese Weise geschmolzenen Seifenmasse werden dann die medizinischen Zusätze, sowie Parfüm und Farben zugerührt, die Masse in Kasten ausgegossen, nach dem Erkalten zerschnitten und eventuell in Formen gepresst.

Zur Färbung der Seifen bedient man sich neuerdings meistens der Theerfarbstoffe, diese liefern allerdings sehr schön gefärbte Seifen, doch ist die Farbe sehr lichtempfindlich. Für rothe Farben benutzt man Corallin, Fuchsin, Zinnober und auch Carmin, letzteres kann jedoch nur bei vollkommen neutralen Seifen angewandt werden. Für ordinäre Seifen werden auch Englisch Roth und ähnliche Erdfarben benutzt. Für gelbe Farben verwendet man Orlean, Saffransurrogat, Cadmiumgelb, gelben Zinnober u. A. m.; auch Pikrinsäure wird verwandt, ist aber für kosmetische Seifen entschieden zu verwerfen. Für braune Farben gebrannter Ocker, Umbra u. A. m. Für blaue Farben Smalte, Ultramarin. Für grüne Farben Mischungen aus Blau und Gelb.