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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Zweiter Theil

Die Herstellung der gebräuchlichen Handverkaufsartikel.

Schlagworte auf dieser Seite: Fette

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Fette.

Leichtigkeit von der Haut und namentlich von der Hornsubstanz der Haare aufgesogen wird. Am unvortheilhaftesten in dieser Beziehung sind die reinen Mineralfette, das Vaselin, das daneben noch den Uebelstand besitzt, die Wohlgerüche nicht besonders festzuhalten. Indirekt zu den fettenden Mitteln gehört auch das Glycerin, welches vielfach, namentlich zu Haarwaschwässern benutzt wird. Paschkis hält seine Verwendung zu diesem Zweck für nicht geeignet; einmal, weil es die Haare schmierig, anderntheils aber, weil es denselben Wasser entzieht und sie auf diese Weise spröder und brüchiger macht.

Die erste Bedingung für alle zu verwendenden Fette ist absolute Reinheit und Frische. Schmalz, Talg und Olivenöl werden, wenn irgend möglich, als Benzoefette (s. d.) verwandt. Für Pomaden, die eine lange Haltbarkeit besitzen sollen, muss das Fett möglichst wasserfrei sein; nur für billige, rasch zu verkaufende Waare ist ein Zusatz von Wasser, am besten mit Zuhülfenahme von einer Boraxlösung angängig.

Betreffs der Parfümirung muss als Regel gelten, dass der Duft zart und nicht zu stark ist. Das Gegentheil ist bei Pomaden und Haarölen geradezu unangenehm.

Zur Färbung bedient man sich für Roth des Alkannins, für Gelb der Kurkuma, für Grün des Chlorophylls, für Braun der Katechutinktur, des Karamels oder der präparirten Kakaomasse; nur für die sog. Stangenpomaden, welche direkt färben sollen, benutzt man unlösliche Erdfarben und Kienruss.

Von den Franzosen werden oft als Pomadenkörper, sowie für Haaröle die Fette in den Handel gebracht, welche zur Absorbtion der Blumendüfte benutzt sind. Dieselben halten, nachdem sie für die Bereitung der Extraits mit Alkohol ausgezogen sind, noch immer so viel Duft zurück dass sie als Pomadengrundlage von einer Feinheit des Geruches sind, die auf keinem anderen Wege erreicht werden kann. Leider tragen sie den Keim des Verderbens, d. h. die Anlage zum Ranzigwerden von vornherein in sich. Sie halten sich, besonders in nicht gut schliessenden Gefässen, sehr schlecht und nehmen dann einen ekelhaften, unangenehmen Geruch an.

Man hat vielfach, namentlich Dieterich hat dies in seinem Manual gethan, eine ganze Reihe von sog. Pomadengrundlagen zusammengestellt, die für die einzelnen Pomaden, je nach dem Preis, der sich damit erzielen lässt, benutzt werden können. Wir wollen der Vollständigkeit halber die Dieterich'schen Grundlagen aufführen, obgleich es uns scheinen will, als ob mindestens die Hälfte derselben leicht entbehrt werden kann. Wir empfehlen ganz besonders für feine Pomaden eine Mischung aus 2 Th. Kakaobutter und 1 Th. Olivenöl; für billigere Benzoeschmalz mit einem entsprechenden Zusatz von Wachs oder Ceresin.