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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Zweiter Theil

Die Herstellung der gebräuchlichen Handverkaufsartikel.

Schlagworte auf dieser Seite: Cachou-Pillen; Mundleim

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Kosmetika.

Bürste, und zwar nicht nur, wie dies meist üblich ist, in horizontaler Richtung, sondern vor Allem auch in vertikaler. Man putze die Zähne des Oberkiefers von oben nach unten, die des Unterkiefers dagegen von unten nach oben. Schliesslich soll auch die Rückseite der Zähne in gleicher Weise gereinigt werden. Ausserdem soll man nie versäumen die Zwischenräume der Zähne nach jeder Mahlzeit mit einem elastischen Zahnstocher zu reinigen. Denn gerade die dort sich vielfach festsetzenden Speisereste sind die Ursache des Angehens der Zähne und oft auch die eines übelriechenden Athems."

Was nun den übelriechenden Athem selbst betrifft, so ist in sehr vielen Fällen nur die mangelnde Reinigung des Mundes und der Zähne daran schuld. Festgesetzte Speisereste und schlechter Speichel gehen in Gährung und Fäulniss über und veranlassen einen oft geradezu ekelhaften Geruch. In allen solchen Fällen wird gründliche Reinigung der Mundhöhle und Spülung mit desinfizirenden Mitteln, namentlich mit Lösungen von Caliumpermanganat, das Uebel bald beseitigen. Es darf aber nicht vergessen werden, dass ausser den eben angeführten Ursachen vielfach auch Verdauungsstörungen und andere krankhafte Zustände einen übelriechenden Athem hervorrufen können. In diesem Falle wird selbstverständlich das Mundspülen ohne jeden Erfolg bleiben, hier kann nur eine innere Behandlung das Uebel heben.

Für die Pflege des äusseren Mundes, der Lippen, kommen eigentlich nur die sog. Lippenpomaden, die wir schon bei den medizinischen Präparaten besprachen, in Betracht. Höchstens wäre noch der sog. Mundleim anzuführen, der hier und da als Klebmaterial für aufgesprungene Lippen benutzt wird.

Mundleim.

100 Th. Gelatine oder noch besser ganz hellen Kölner Leim lässt man 24 Stunden in Wasser quellen, giesst das überschüssige Wasser ab, schmilzt den Leim im Wasserbade, löst in der geschmolzenen Masse 30 Th. Kandiszucker und ein wenig Honig. Giesst das Ganze in schwach paraffinirte Metallkapseln aus, lässt austrocknen und schneidet die Masse, wenn halb trocken, in beliebige Streifen. Zuweilen fügt man auch noch, wenn der Leim recht hart sein soll, etwas arabisches Gummi hinzu.

Cachou-Pillen n. Dorvault.

Lakritzensaft 100,0

Wasser, heisses 100,0

Katechupulver 30,0

Gummi Arabicum 15,0

werden im Dampfbade gelöst und bis zur Extraktkonsistenz eingedampft, dann fügt man hinzu

Kascarillrindenpulver 2,0

Mastixpulver 2,0

Kohlenpulver 2,0

Veilchenwurzelpulver 2,0

halb erkaltet fügt man hinzu

Pfefferminzöl 2,0

Moschustinktur 5 Trpf.

Ambratinktur 5 Trpf.