Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Abhandlung von der Stadt Ulm

Bruder Felix Fabris, Druck der Buchdruckerei von Heinrich Frey, Ulm, 1909

Nach der Ausgabe des litterarischen Vereins in Stuttgart verdeutscht von Professor K. D. Haßler.

(pag. 19)

Zweites Hauptstück.

Von der Abmessung der alten Stadt und ihrer geringen Größe.

Kap. 1.

Von der alten Stadt Ulm.

Die alte Stadt Ulm, deren Mauern noch heute sichtbar sind und von der noch ein freier, kreisförmiger Umlauf in der neuen Stadt selbst besteht, hatte im Umkreis 2100 Schritt und war eine runde, durch sehr starke Mauern aus quadratischen und behauenen Steinen befestigte Stadt. Auch hatte sie zwei Tore: eines gegen Osten unter dem Schützenturm, der jetzt der Turm und das Gefängnis der Übeltäter ist und vor Alters das Armbruster- oder Schützentor (porta balistarii) hieß, weil darin der Schützenmeister seine Wohnung hatte, weshalb noch heute auf der Wand des Turms, die gegen den Garten der Prediger sieht, ein Geschütz abgemalt zu sehen ist. Das andere Tor war gegen Westen und hieß das Löwentor; es war unter dem Turm, den man jetzt den Turm der Minderen nennt und zu dessen Bezeichnung noch auf der äußeren Seite des Tores zwei in Stein gehauene Löwen 1) sich befinden, die das Tor bewachen. Die Mauer aber, die um die Stadt herumging, wurde vom Turm der Übeltäter gegen Norden durch die Straße zwischen der Mauer des Kirchhofs der Prediger und zwischen dem Hause des Nikolaus Besserer und der Kapelle St. Nikolai gezogen und erstreckte sich weiter gegen den Thor der Kapelle St. Petri durch den Platz, auf dem jetzt das Haus des Johannes Gienger steht, so daß die hohe östliche Wand desselben Hauses, wie man ganz gut sieht, auf der alten Mauer steht, und zwischen der Front der Kapelle (pag. 20) St. Peters 2) und der Mauer war ein enger Durchgang, und so erstreckte sich die Mauer mitten durch die Stelle dieser Häuser Johannes Giengers, Sebastian Liebers bis zum Hause von einem, der Wick hieß, das das letzte in dieser Häuserreihe ist, gegenüber dem Hause des Konrad Renz und dem Hause der Frauen von der Gemeinschaft von Büren. 3) Und an der Stelle des Hauses Wick wendete sich die Mauer weiter gegen Westen, indem sie gegen die Stelle bog, wo jetzt das Haus von Kaspar Liebhart gegenüber von dem des Ulrich Ehinger steht, und so dehnte sich in der Folge die Mauer an der Stelle jener Häuserreihe bis zu dem westlichen Platz der Kirche der hl. Jungfrau und an der Stelle des Platzes krümmte sich die Mauer von

1) Die Löwen sind jetzt noch am Hause des Küfers Sparhuber, Hahnengasse 7, zu sehen.

2) Bess. am Rand: "Salmansweilerhof" jetzt Frauenstraße 2, gegenüber dem Gasthof z. Kronprinzen.

3) Bess. am Rand: "Sammlung".