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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Demuth.
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So ziehet nun an, als die Auserwählten GOttes - herzliches
Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth und Geduld,
Col. 3, 12. Allesammt seid unter einander Unterthan, und haltet fest an
der Demuth, 1 Petr. 5, 5. b) Lasset euch Niemand das Ziel verrücken, der nach eigner
Wahl einhergehet, in Demuth und Geistlichkeit der Engel,
Col. 2, 18. Welche (klinge zwar) haben einen Schein der Weisheit durch selbst
erwählte Geistlichkeit und Demuth, ib. v. 23.
8. 2. Diese Tugend, welche ein Wiedergeborner durch die Kraft des heiligen Geistes besitzt, ist die rechte Grundfeste aller christlichen Tugenden, und das wahre Grundelement aller Religion (indem nur der Demüthige sich ganz und willig von GOtt abhängig fühlt, der Hochmüthige dagegen sich gegen und über GOtt erhebt); sowie insonderheit der Grundbedingung des Christenthums, weil nur der Demüthige nach einem Heiland verlangen und an ihn herzlich glaubeu kann. Wo die Demuth nicht zu Grunde liegt, da kann der Bau der Gottseligkeit und unsers Christenthums nicht zu einem heiligen Tempel, zum Hause und zur Wohnuug GOttes erwachsen. Sie wirft sich zu den Füßen GOttes ehrerbietig hin, ist freundlich und dienstfertig gegen den Nächsten, gegen sich selbst schlicht und mäßig, und dieses alles ohne Scheinheiligkeit und übertünchte Gleißnerei. (S. Arm §. 4. Kreuz F. 4.) Sie hat sechs Grade (Arndt):
1. Sich in seinem Herzen geringer halten, denn andere Leute, und gern gering sein.
2. Niemanden verachten oder richten, sondern allezeit auf sich selbst sehen.
3. Angebotene Ehre fliehen ^md meiden, und wenn man solche haben muß, deshalb trauern.
4. Verachtung geduldig leiden, und sich darüber freuen.
5. Mit geringen Leuten gern umgehen, und sich nicht besser achten, denn sie; ja, sich für den elendesten und größten Sünder halten.
6. Gern und willig gehorsam sein, nicht allein den Großen, sondern auch dem Geringsten.
8. 3. Auf diesen Stnfen steigen wir zu dem Allerhöchsten, welcher hat niedrig geboren werden wollen (Christus z. 14.), damit er in der Demuth selber die Majestät erwiese. HErr, dem kein Herz gefällt, es sei denn, daß es in die Niedrigkeit Christi sich versenkte, und bei und in ihm selbst zu nichte werde, und der du in einer demüthigen Seele deine Ruhestatt hast, mache uns ganz leer und arm von und in uns selbst, auf daß wir mit dir erfüllt, in dir reich und voll werden.
z. 4. Es soll uns diese Tugend zu erweiseu aufmuntern 1) GOttes Befehl. Mich. 6, 8. Zeph. 2, 3. Eph. 4, 2. 2) GOttes Wohlgefallen, Ps. 138, 6. 3) der Nutzen a) GOttes Gnade, 1 Petr. 5, 5. (S. demüthig z. 2.) b) Erhöhung, Ehre und Herrlichkeit, Hiob 22, 29. Ps. 113, 6.' 7. 8. Sprw. 29, 23. 1 Pelr. 5, 6. Die Demuth ist das rechte Fundament der Heiligung, des eifrigen unermüdeten Fort-schreitens, Bewahrerin vor Rückfall, Hüterin der Gnade. Je demüthiger hier, je höher dort! Matth. 5, 3. 18, 4. c) Erhörung des Gebets, Jud. 9, 13. Ps. 145, 19. 4) das Beispiel unsers Heilands, Joh. 13, 8. Matth. 11. 29. Phil. 2, 6-8. (§. 3.) 5) das Beispiel der Engel, sie sind Fürsten und doch zu genreiner Frohn bestellte Geister, Ebr. 1, 14. Ps. 91,11. 6) die Beispiele der Frommen: (S. demü-thigen §. 4.) Abrahams, 1 Mos. 23, ?. Davids, 2 Sam. 7, 16. Jacobs, 1 Mos. 32, 10. Johannes, des Täufers, Joh. i, 27. Manasses, 2 Chr. 33, 12. Marias, Luc. i, 48. 51. Paulus, 2 Cor. 12, 4-o. i Cor. 15, 9 lc.
§. 5. Und was erhebt sich denn die arme Erde und Asche? Sir. 10, 9. heute König, morgen todt, v. 12. haben wir denn uicht alle Einen Schöpfer und Vater? Mal. 2, 10. und die Erde ist unser aller Mutter? Sir. 40,1. 1 Mos. 3,19. S. Weish. 7,5.6. Wer sich eines gewaltigen Glaubens, vieler und hoher Erkenntniß und dergleichen rühmt, bei dem hat der Teufel schon das Unkraut zwischen den guten Weizen gesäet. Alle Gaben sind nicht unsere, sondern GOttes, wenn der nicht etwas in uus legt, so sind wir leere Gefäße. GOtt kann alle Stnnden seine Gaben wieder nehmen. Darum rühme ein Jeder von sich nichts mit Paulus, 2 Cor. 11, 30. als seiue Schwachheit, und achte alles für Dreck, Phil. 3, 8.
§. 6. Die Mittel, Demuth in sich zu erwecken und zu beleben, sind: lebendige Vorstellung der unendlichen Majestät und Heiligkeit GOttes, und dagegen unsrer Nichtigkeit und der Eitelkeit aller menschlichen Ehre; - geflissentliche Erinnerung au unsre Schuld, und an unsern Abstand von der Vollkommenheit Christi; - Ernst und Wahrheit gegen sich selbst, s. Crusius Moraltheologie II, 1217-1230.
Es ist gestritten worden, ob auch heidnische Philo--sophen die wahre Demuth gekannt haben? Bejaht haben diese Frage Sa^öe^ao, 1i-a.it6 äu?eu 1. I. o. 3. S. 49. Tholuck, Lehre von der Sünde, S. 52. 4te Anfl. Aber was man hierüber beibringt, ist doch Etwas, was nnr eine entfernte Aehnlichkeit mit der christlichen Demnth hat. In dem ersten Alcibiades des Plato wird A. vom Socrates doch nur wegen der hoheu Meinung gezüchtigt, die er von seinen Talenten hatte: in 1)6 I^FF. 4. Vipont. ^om. VIII. 185. sieht man aus der Beschreibung des Gegentheils, des insolenten Uebermuths, der frechen Nenommisterei, wie man sie oft bei der Jugend findet, daß das rance^^ nur die Bescheidenheit und Selbstbeherrschung ausdrücke, die sich dem Gesetze unterwirft. Dasselbe gilt von der ähnlichen Stelle im ^^a/'o/l. äs krolsot. Virtut. eä. Asisk. VI. 304., wo das veränderte Betragen derer, die ins Inftere der Philosophie eindringen, mit dem Ernst derer, die in die Mysterien eingeweiht werden, verglichen wird; es ist hier die Ehrerbietung, mit der man sich vor der höhern Weisheit beugt. Dies sieht man auch aus der vorhergehenden Stelle S. 302., wo es heißt, daß die Jünglinge beim Anfange der philosophischen Studien übermüthig und anmaßend sind, später aber, wenn sie mit den Früchten des Unterrichts angefüllt sind, legen sie den Dünkel ab, und werden milder, gleich den vollen Aehrcn, die sich zur Erde neigen. - Den Stoikern fehlte die Demuth ganz, wie NiT-i^a, Odsorvatt. 8201-. I. 667. mit Necht bemerkt, und man findet die Sprache des stolzen Pharisäers, Luc. 18,11.12. ganz auch bei Philosophen, wie z. E. in dem Briefe des Ss^a-<Mus, an den ^sT'mocloi'tts, H^p. ^iiilosoplior. od. I^ubin. S. 59. ««e F<eae )/c ?ro^o5 xue t)v/c-
^k^t^xa /c^^uara, ^e^«c^x« yye/io?^ea^, ?e«rc?rä» Hai«?« csci^ia^, xo^axL/«^. ol?ie «^r/H^ee ^oe Pa-
ro5 k<75bP«//a)/4ae, e^o^ e?rt5a5rcc)^. Aehnlich Fm-F»scl<?c?6H bei D10F. I^aorb. VIII. ssSm. 70., wo S. 535. die Note zu sehen. Das Urtheil des ^«Su^inus, NnÄll. in I>8. 31. I0M. IV. 136. I). möchte wahr bleiben: HkicmnHUß vtiaia inveuiun-tur optima xrasoßM Worum 6t äisoiMuas ku-
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