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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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50b
Gnadcnswhl ^- Gnabenwaht.
geben^ 1 Mos. 24, 56. GOtt giebt Gnade und Segen, und macht auch, daß wir Gnade und Gnnst bei Menschen erlangen.-^
" Wird denn der HVrr ewiglich verstoßen, und keine Gnade
mehr erzeigen? Pf. 77, 8.
HErr, erzeige uns deine Gnade, und hilf uns, Ps. 85, 6, Die Gnade, so ich euch erzeigen will, wird sein wie eine Thau-
wölke des Morgens, Hos. 6, 4.
Aber die dich fürchten, denen erzeigest dn große Gnade, Jud. 16, !9. Ach HErr, erzeige mir Gnade, und nimm nieinen Geist weg in
Frieden, Tob. 3, 6. ** Noah fand Gnade vor dem HErrn, I Mos. s, 6. Sir. 44,
17. Moses, 2 Mos. 33, 12. 13. Gideon, Nicht. 6, 17. David,
Ä.G. 7, 46. 2 Sam. 15, 25.
HGrr, habe ich Gnade gefunden vor deinen Augen, so gehe nicht vor deinem Knechte über, 1 Mos. 18, 3.
Das weiß ich fürwahr, wer GOtt dienet, der wird nach der Anfechtung getröstet, ? und nach der Züchtigung findet er Gnade, Tob. 3, 22.
Wer den HErrn fürchtet, der lässet sich gerne ziehen; und wer sich frühe dazu schickt, der wird Gnade finden, Sir. 32, 18.
Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast Gnade bei GOtt gesunden, Luc. 1, 30.
*** Joseph bei Potiphar, 1 Mos. 39, 4. David bei Saul,
1 Sam. 1«, 22. bei Ionathan, i Sam. 20, 3. Hadad vor Pharao, 1 Kon. 11, 19.
f Der HGrr wird dem Volke Gnade geben vor den Egyptern,
2 Mos. 11, 3. c 3, 21.
GOtt, der HErr ist Sonne und Schild, der HTrr giebt Gnade / und Ehre, Ps. 84, 12.
Den Elenden wird er Gnade geben, Surw. 3, 34.
Mir (Paulus) ist gegeben diese Gnade, Eph. 3, 8. vgl. A.G.
9, 15. Einem Jeglichen unter uns ist gegeben die Gnade nach dem
Maß der Gabe Christi, Eph. 4, 7. (ß. 3.) GOtt gebe euch viel (daß) Gnade und Frieden (bei euch reichlich
.vermehret werde)! 1 Petr. 1, 2. (Z. 4.) GOtt widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demüthigen giebt
er Gnade, i Petr. 5, 5. Iac. 4, 6.
Gnadenstuhl
z. 1. War der Deckel über der Bundeslade, von lauterm dichtem Golde, eine flache Hand dick, welcher auf derselben einem Stichle glich, worauf GOtt sich offenbarte, zn Moses redete und seinem Volke Gnade erzeigte. Seine Länge war drittehalb Ellen, die Breite anderthalb. Es standen auf ihm zwei Chernbim von dichtem Gold, die durch Ausbreitung ihrer Flügel gegen einander den Gnadcn-stuhl bedeckten. Zwischen diesen Cherubim, in und auf ihren Flügelu, wohnte GOtt, und erschien in einer feurigen Wolkensäule, von welcher er auch antwortete, wenn er vou dem Hohenpriester in zweifelhaften Sachen, im Tempel oder der Stiftshütte, um Rath gefragt, auch an: Versöhuungsfcste durch Sprengung des Blutes gegen diesen Deckel mit dem Volke versöhnt ward, 2 Mos. 25, 17. Ebr. 9, 5. ? Daß die Caporeth weiter nichts als ein Deckel der Vundeslade, nur ein Zubehör dieser, ohne selbstständigen Zweck gewesen sei, bestreitet Oähr, Symb. I. 381 ff. schon weil die Form
H^2D anf das ?i6i "122 znrückweise, und dieses
allezeit die Bedeutung sühnen hat. Nicht also weil mit dieser goldenen Platte die offene Lade bedeckt wurde, erhielt sie diesen Namen, sondern weil sie znr Sühne diente, die hier vollzogen wurde, daher
1 Chr. 28, 11. das Allerheilige 5N2IN N'I
heißt, Sühnhans. Die Caporeth war also Hanpt-sache, und wichtiger als die Lade, daher auch ganz von Gold, während die Lade nur einen Goldüberzug hatte. Sie wird anch als ein selbstständiges Glied in der Neihe der heiligen Geräthe beschrieben. In der Stelle, 2 Mos. 25, 22. vergl. 29, 42 ff. wird die Caporeth als Ort des Znsammen-tommens Iehova's mit Mose beschrieben. Was nnn die Stiftshütte im Ganzen ist, ist die Caporeth im
Einzelnen und im engeren Sinne, also Centralpunkt göttlicher Gegenwart und Offenbarung, der Nnhe-sitz Iehova's, Thron des Königs in Israel; Centralpunkt der Th?okratie. Die Cherubim, Bild des Geschaffenen, Lebendigen, drücken die Anbetung aller Geschöpfe vor dem Erhabenen aus. Diese Caporeth ruht auf der Lade, dem Behältniß des Gesetzes, als auf ihvem Fundament. So ist sie 1) der Ort, wo GOtt mit Israel znsammenkommcn und reden, d. h. sich durchs Wort auch ferner bezeugen wollte. 2) Der Ort, wo Iehova als der GOtt' und König Israels sich bezeugt, und in Verbindung mit den zehn Worten ist sie Grundlage und Unterpfand des fortwährenden Bestandes des tbeokratifchen Verhältnisfes. 3) Sie ist vermöge der CKerubim der Ort, wo sich Iehova als den Lebendigen bezeugt, von welchem das Leben überhaupt und namentlich für Israel Heil, Erlösung, Errettung ausgeht. 4» Der Ort, wo Iehova die Sünde des Volks sühnt und vertilgt, und sich als den Heiligen Israels bezeugt, der sein Volk heiligen will, wie er heilig ist. Neber dem Dekalog stano dieses Siidn-qeräth, weil dieser die Grundlage aller Heiligung ist. Dähr 1. o. S. 392 95 Daß über der Caporeth immer eine Wolke geschwebt, fol.qt aus 3 Mos. 16, 2. uicht, und V. 13. weist auf die durch d^s Räuchern entstehende Wolke hin; auch würde ein solches Pdänomen, als sichtbares Bild GOttes, dcm Grundprincip des Mosaismus von der Unbilolichkcit GOt-tes widersprochen haben. Ebend. S. 395?97. Daß aber dieser Thron GOttes in der Dunkelheit stand, deutet an, daß GOtt den Menschen gänzlich nnanschanbar und unzugänglich ist. S. 397?99.
§. 2. Wie die ganze Bunoeslade, so ist besonders dieser Versöbuuugsdcckel ein Vorbild auf Christum, der den Flnch des Gesetzes deckt und tilgt, durch den GOtt uns die gnädige Predigt des Evangeliums kund werden läßt, und durch dessen Blut wir mit GOtt versöhnt worden.
Welchen GOtt hat vorgestellet zn einem (eigentlichen vollkommr-nen VerMmmlgZoeckel; lichtiger und schicklicher: Versöhner, Legnndiarr, oder anch VerjulMunasopftr) Gnadenstuhl, durch den Glauben in seinem Vlnt, damit er die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt, darbiete, m dem, daß er Sünde vergiebt, welche bis anhero geblieben war unter göttlicher Geduld, Rom. 3, 25. (In dieser Stelle, wo Christus Qa<7?ij(,eo^ genannt wird, gäbe es keinen Sinn, wenn man die Caporeth verstehen wollte Denn nicht Christus, sondern GOtt wird hier als der Begnadigende, o 6^«<co^, angesehen, da hingegen Christi Erlösung das Mittel der Begnadigung ist, Röm. 3, 34. 5, i. 9?il. Nun war nicht der Gnadenthron, fondern das Mut des verschnopfers das Mittel der Begnadigung; man wandte sich zum Gnadenthron, nicht als zu dem Mittel, wodurch Versöhnung mit GOtt ausgewirkt werden müsse, sondern als zu dem Bilde des Thrones GOttes, oder des rechten Gnadenthrons, von welchem in Kraft des gegen de,l Gnadenthron gesprengten Blutes Gnade erwartet wurdc. Darum heißt hier t^tt^r^i«^ ein Versöhnopfer, oder ein Versöhner. S. Storr, Brief an die 5ebr. S. 463 ff.)
Darum lasset uns hinzu treten mit Freudigkeit zu dem Gna-denstnhl (Thran der Gnnde), auf daß wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden, auf die Zeit, wenn uns Hülse noth sein wird, Ebr. 4, ig.
Gnadenwahl
In weiterm Verstande begreift die ewige Gna-denwahl den allgemeinen Rathschluß GOttes über das ganze Werk menschlicher Seligkeit unter sich, wie derselbe von Ewigkeit her in dem Nath der göttlichen Dreieinigkeit beschlossen war, und in der Zeit sollte ausgeführt werden. In engerm Ver-stände ist sie der ewige Rathschluß GOttes, da er alle diejenigen, von welchen er zuvor gesehen, dah sie an den Heiland der Welt glauben, und im