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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Jerusalem.
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dert seiner Aufsindung gedacht wird. (S. Robin-son S. 208-216.) Dah diese Ausschmückung der beiligen Oerter, vielleicht auch s Gibbon 1. o. S. 81 ff.) der Eifcr und Eigennutz der Geistlichkeit in Jerusalem diese einträglichen Besuche vermehreu half, ist leicht begreiflich. Ader der christliche Geist scheint dabei in Jerusalem selbst nicht gefördert worden zu seiu. Cbristliche Kirchenväter äußern nch hierüber ungüustig. Hieronymns in der I^ist. 13. aä I'au-linum (0pp. eä. ^libdecli l'k. I. 67. V.1, der als Mönch in Bethlehem den Zustand Jerusalems keu-neu kouute, bemerkt, es gehe in Jerusalem ebenso zu wie in andern Städten: 8i erucig st rßsuri-ß-otioni» looa non 688ent in urds celßdsrriuig., in yua euria, in <^ua aula inilitum, in <iua, scorta, muni, 80ui'i'll6 ßt oinnia sunt, Hiiay 80ient in 026-tsris ui'I)ibu8 vßi 8i mouaoliornW. turdis soinui-moclo 5r6l^u6utg,i'6tui', ßx^stenäum rövsrg. IiuMZ-cemoäi euuctis m0NÄoiii8 688et Iiaditaculuui. ? Dß tot0 Iiuc 0i'I>6 ooncui-litur. I'iena O»t oivita« univoi'3i ^6U6ii8 kominuni, st tauta ntrin8HN6 86XU8 conFtipatio, ut <^uoä alidi sx partk ku^i6da3, liio totuui 8N8tin6i-ft eo^aris. Hieronymns schrieb dies an den Paulinus, ns yuioquaui üäßi tuas äß6386 ^>ut63, Huia. Hi6r08oI/NaW Q0N viäisti (s. 66. 6xtr). Noch viel befremdeuder sind die Aeuße-ruugcu des Gregorius Nyjsenus über den sittlichen Zustauo Jerusalems. Er kam im Jahre 380 oder 381 auf seiner arabischen N.ise dahin und schrieb gleich uach seiner Rückkehr die merkwürdige Schrift: Von denen, die nach Jerusalem reisen. Opp. yä. ?ar. ?. III. 651?654, worin er zeigt, daß dieses Pilgeru uicht nur nirgends befohlen sei, sondern auch für die, die ein strengeres L^ben führten, für gott-gewcihtc Fraueuspersonen, schädlich werden könne, weil die Laster in jenen Gegenden überaus vorherrschten; wenn die Gnade in dem Bezirke von Jerusalem überflüssiger wäre, so würden die gröbsten Süuden, vornehmlich aber der Todtschlag daselbst nicht so üblich sein; er sei in seiuem Glauben an Christum weder schwächer noch stärker geworden; die eiuzige Frucht seines Auftnthaltes sei diese gewesen, daß er durch die Begleichung gefunden habe, in Cappadocicu (wo Gregorius Bischof war) lebe mau frömmer als in Jerusalem. Und in der Hpi-Ltola aä Lu8tatliiam, ^inblOLiaiu st Lasili^aia (id. p. 655?660) versichert er zwar, daß er diese heiligen Orte mit ausnehmender Freude gesehen und daß ihm die Bekanntschaft jener Frenndinneu und anderer gottseliger Christen ebcuso erfreulich gewesen sei; klagt aber auch bitter, daß es so viele Feiud-schatteu unter den Christen selbst gebe, und daß streitsüchtige Köpfe ihu selbst, der Frieden zu stiften suche, nicht geschont haben.
Die Bischöfe in Jerusalem, die ursprünglich dem Erzbischof in Caesarea untergeben waren, strebten bei dem steigenden Ansehu Jerusalems, als der ersten apostolischen Gemeiue, immer mehr uach Unabhängigkeit, und geriethen dadurch in langwierige Streitigkeiten mit dem Erzbischof von Caesarca; bis es erst auf dem Concil zu Chalcedon 451?453 ihnen gelang, Jerusalem zu einem unabhängigen Patriarchat zu erheben. (S. Denling, des Aeltern, Vorrede zum 5. Bande der Obgyi-vatt. und Nobin-son S. 221 ff.)
In dem vierten Jahrhundert verdient noch hervorgehoben zu werden der merkwürdige Versuch, den oer Kaiser Julian in seiner kurzen Regierung Büchner's Hand-Eoncord.
(361?63) machte, den jüdischen Tempel in Jerusalem wieder zu erbauen. (Eine Zumuthung, welche auch d'Alembert Friedrich II. machte, er solle den Sultan Mnstapha anliegen, den Tempel in Jerusalem dem Christeuthum zum Trotz wieder aufbaueu zu lassen, das gezieme ihm, als einem Julian; sich selbst nannte er den ssibanius, s. Oßuvrss kostk. äs I'i'öäärio. "loin. XIV. 183. sä. Verl. wie auch Voltaire davon sprach, s. Oeuvres äs Volt. eä. Oßuxp. 1792. lom. '76. p. 247. und 1 97. z». 278.) Iuliaus Absicht mochte nun politisch sein. um das Vertrauen der Juden zu gewinnen, oder eine dem Christenthum seindselige, er betrieb die Sache sehr ernstlich durch seinen Statthalter Aly-pius. und leistete den Indeu allen Vorschub. Diese ergriffen auch mit leidenschaftlicher Begierde dieses Anerbieten, eilten ans allen Provinzen herbei, und ihr übermülhiger Trinmph beuuruhigte und erbitterte die christlichen Bewohner von Jerusalem. (Oiööa?ö 1. e. S. 85.) Aber das Vorhaben wurde vereitelt. Dies bezeugen nicht bloß christliche Geschichtschreiber, sondern auch ^.mmiomus ^/«aT-esNinttH (ein sehr parteiloser und glaubwürdiger Schriftsteller, s. ÄsMe, Oknsui'a inAßnii 6t kiät. ^mni. Naro. in M«tt/,ias Ni5(M. ?iiilol. Vol. I. 291?307.j Nst. XXIII. 1. cum l6 t'oi'titßr inätarst ^1^piu8, zu-varßtyuy proviiwias rsctor, mstuLnäi Alodi ü^m-NHI'UIH ^>l0^)6 ^unäg.in6nta ClS^rig a83u1tilin8 0N1M'
^j6nt63 tdosro 100UIN 6XU8ti8 Niiyznotißs 0p6rantidu3
ina00688uin: 1100<1U6 inoäo, sißlliknto ä68tinatiu8 r6^)6ii6nt6, 6688Hvit in06ptum. (Ohue alle Gründe bezweifelte Friedrich II. oie Echtheit dieser Stelle, O6uvr68 60 Voitairk ^oui. 76. p. 165.) Michaelis Hypothese (Kl. Zerstr. Schriften III. 427?460.), es sei dies entzündbare Lnft gewesen, die sich in den unterirdischen Tcmpelqcwö'lben gesammelt habe, ist uubefriedigeud. Das Gruudlegen geschah doch nicht in den Gewölben, und warnm warf der Berg keine Flammen aus, als er uuter Titus untergraben, und durch unterirdische Minen, Höhlen und Gänge von Belagerern und Belagerten umgearbeitet ward? warum nicht, als Hadrian dem Jupiter Capitolinus auf dem nämlichell Platz einen Tempel, oder als Omar die noch jetzt stehende Moschee bauete? Noch viel weniger kann mit Lartmer (OolivLt. ok ^e^is^ anä HkuUi. ^8tiui0n. III. 57?71.) die Wahrheit der Erzä'hlnng gänzlich geleugnet werden; s. dagegen Erncsti, Theol. Vibl. IX. 604?608. Die Christen erkannten darin mit Necht ein göttliches Zeugniß für ihreu Glaubeu.
Das fünfte und sechste Jahrhundert stellt in den monovhysitischen und origenistischen Streitigkeiten ein düsteres Bild Jerusalems und seiner Umgebungen dar. (S. Nobinson S. 222?28.) Nm 530 bauete Iustiuian die Kirche der heiligen Jungfrau zu Jerusalem, mit großen Kosten, um sie zu einer der glänzendsten der Welt zu machen (Robinson S. 229.); ?seine fromme Freigebigkeit ergoß sich über das heilige Land, und wenn Vernunft die von Instiuian erbauetcu oder wiederhergestellte;: Klöster verurtheilen sollte, so müßte die christliche Liebe den Brunnen Beifall geben, die er grub, und den Fremden- und Kranken hänsern, die' er zur Erquickung müder Pilger grüudete." (Gibbon, Nistoi-^ VII. 102.) Auch Gregor der Große soll am Schlüsse des sechsten Jahrhunderts ein prächtiges Hospital zur Aufnahme frommer Pilger errichtet haben (Na-binson 230.) und die Zahl der Pilger wuchs sowie durch den Drang, die heiligen Oerter zu sehen, so