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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Meinen ? Meister.
?-66?65 Oouiinsnt. in aur. oariu. ?^t^a^. v. 2. ? 2) in religiöser Hinsicht. GOtt hat ihn streng verboten, 3 Mos. 19, 12. Zach. 5, 3. c. 8, 17.'; der Meineid ist eine directe Versündigung an GOtt, eine frevelhafte Verspottung seiner Majestät, man wird ernstlich an GOttes Allwissenheit, Allmacht, Gerechtigkeit n. s. w. erinnert; man weiß es, daß GOtt die Lüge kennt, und muthet ihm doch gleichsam im Geheimen zu, daß er den Meineidigen nicht verrathen, ja sogar seinen heiligen Namen zur Deckung des Meineides hergeben soll. 3) in Hinsicht der Folgen. GOtt straft ihn oft durch zeitliche Gerichte (z 2.). Aber noch schwerer sind die Folgen für die Seele. Der Meineidige geht alles innern Friedens verlustig, trägt die Gewisfcnspein in sich; und wenn er sich dagegen verhärtet, so wird sein sittliches Gefühl ganz abgestumpft. Er ruft den Zorn GOttes auf sich herab, entsagt der Liebe des himmlischen Vaters, dem Verdienste JEsu Christi, den seligen Wirkungen des heiligen Geistes, des göttlichen Wortes, und dem heiligen Vundessiegel. Dem, der im Meineid beharrt, wird die Seligkeit abgesprochen, Ps. 15, 4. Zach. 5, 4. Mal. 3, 5. und es giebt zur Tilgung einer solchen Schuld keinen Weg, wenn der Meineid nicht bekannt und der dadurch angerichtete Schade möglichst vergütet wird. Schärfung des sittlichen und religiösen Gefühls, be-souders des Wahrheitssiunes, und Gedanken an das Gericht sichern vor solchem Vergehen.
Meinen
§. 1. I) Im weitern Sinne: etwas für wahr halteu; bestimmter: etwas aus nnzuläuglichen sub-jectiven Gründen für wahr halten, und daher oft sich täuschen.
Iuda meinete, Thamar wäre eine Hure, i Mos. 28, 15.
Eli meinete, Hanna wäre trunken, 1 Sam. 1, 13.
Meinest du, daß der HErr Lust habe am Opfer 2c., 1 Sam.
15, 22. Mich. 6, 7.
Denn meinest du auch, daß GOtt auf Erden wohne? 1 Kon. 8, 27. Meinest du, daß Hiob umsonst GOtt sürchte? Hiob 1, 9. daß
GOtt unrecht richte? c. 8, 3. daß du so viel wissest, als GOtt
weiß? c. ii, 7. Meinest du denn, daß es ein Geringes sei um deine Hurerei?
Ezech. 16, 20. Meinest du, daß ich Gefallen habe am Tode des Gottlosen?
Ezech. 18, 23.
Meinest du, daß du billig zürnest? Ion. 4, 4. Nnd meinen, sie thun wohl daran, wenn sie Böses thun, Mich.
7, 3.
Meinet ihr, er werde eure Person ansehen? Mal. 1, 9. Mancher meinet, es fei gefunden, was er borgt, Sir. 23, 4. Sie (die Heiden) meinen, sie werden erhöret, wenn sie viele Worte
machen, Matth. 6, 7.
Die Jünger meinten, es wäre ein Gespenst, Marc. 6, 49. ? die meinen, Gottseligkeit sei ein Gewerbe, i Tim. 6, 5.
§. 2. II) Gewiß wissen. Christus sagt also, daß die Juden recht und wohl dafür gehalten, wenn es heißt:
(Ihr) suchet in der Schrift (mit ^kleiß), denn (weil) ihr meinet, ihr habt (in derselben, durch fieißineZ Erforschen) das ewige Leben darinnen; und sie (eben dieselbe) ists (nnch) (ihr HM recht), die von mir zeuget, Joh. 5, 39. (Zeugniß giebt, Mm. 3, 21.) Ihr wollt aber «., Joh. s, 40. (S. ewiges Kebm ß. 10.)
§. 3. III) Diese und jene Absicht haben; auf gewisse Art gesinnet sein.
Prüfe mich, und erfahre, wie ichs meine (meine verborgenen Ge-
danken und Abftchten), Ps. 139, 23.
Die Schlags des Liebhabers meinen es recht gut, Svrw. 27, s. Du meinest nicht (dein Hinn geht nicht auf da«), was göttlich,
sondern was menschlich ist, Matth. 16, 23.
Meinung
F. 1. I) Diejenigen Gedanken von einer Sache, von der man keinen gewissen; oder II) einen ge-
wissen Grund, und sie wohl überlegt hat, 1 Cor. 7,
25. 29. III) Absicht, Vorsatz und Eutschluß, Offb.
17, 13. 17. sUm was es Paulus vornehmlich in
seinem Amt zu thun war, 2 Tim. 3, 10.)
Simei sprach zum Könige: das ist eine gute Meinung (gnädige Erklärung), 1 Kon. 2, 38.
Mancher leihet ungern aus keiner bösen Meinung, Sir. 29, 10.
Ein Jeglicher sei in seiner Meinung gewiß, Röm. 14, 5.
Haltet fest an einander, in Einem Sinn und in einerlei Meinung, 1 Cor. 1, 10.
(Glnck-Miger ist sie aber, wo sie also bleibet nach meiner Meinung, 1 Cor. 7. 40.
Etliche aber predigen Christum auch um Haß und Haders willen; Etliche aber aus guter Meinung, Phil. i, 15.
z. 2. Aus guter Meiuuug Böses thuu, wäre eben so viel, als wenn man einer San ein goldenes Halsband anhängen wollte. Alle gute Meinung und Beschönigungen der Sünde, welches ein besonderer Kunstgriff des Satans (s. Anläuft), machen dic böse That nicht gnt.
Meister
F. 1. I) Der, welcher eine Kuust wohl versteht, so, daß er sie Andere lehren kann, 1 Chr. 26, 7. Esa. 47, 13. II) der etwas nach der Kunst verfertigt. (Wächter und Sänger, Mal. 2, 12. Aemter der Leviten.)
Thubalkain, ein Meister in allerlei Erz, 1 Mos. 4, 22. Aha-liab zu schneiden, 2 Mos. 38, 23. Hiram in Erz, 1 Kön. 7, 14.
Ein guter Meister macht ein Ding recht, Sprw. 36, 10. Uno ein Wert spräche zu seinem Meister: er hat mich nicht gemacht, Esa. 29, is.
Das Werk lobet den Meister, Sir. 9, 24. Es wird das Werk sammt dem Meister gequälet werden (dns Götzenbild mrd untergehen, der VUdner bestraft werdeu), Weish.
14, 10.
Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: warum machest du mich also? Rom. 9, 30.
§. 2. GOtt hat, so zu sagen, in der Schöpfung ein Meisterstück gemacht und wir sehen deren in seiner Negierung täglich, die allen menschlichen Witz übersteigen. Der HErr ist unser Richter, der HErr ist unser Meister, Esa.
33, 22. So spricht der HErr, der Heilige in Israel, und ihr Meister,
Esa. 45, 11. Lieber Vater, du Meister meiner Jugend, Ier. 3, 4.
z. 3. III) So viel als Radbi, Joh. 1, 38. Ein Lehrer. Christus ist vom Himmel herab gekommen, damit er die Menschen den Weg des Lebens lehren möge.* Er ist der allmächtige Gesetzgeber, Regierer und Führer, Meister und HCrr, dem wir allein unbedingtes Gehör, Glauben und Folgsamkeit schuldig sind, dem wir keinen an die Seite stellen sollen. Der Jünger ist nicht über seinen Meister, noch der Knecht übcr
den Herrn, Matth. 10, 24. Luc. 6, 40. Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Joh.
3, 10.
So hießen die Jünger den Johannes, Joh. 3, 36. Wollen der Schrift Meister sein, und verstehen nicht, was fi?
sagen, oder was sie setzen, 1 Tim. i, ?. Und die ihr solltet (der Zeit nach) längst Meister sein, bedürfet
ihr wiederum, daß man euch die ersten Buchstaben der göttlichen Worte lehre, Edr. 5, 12. " Ich bin es, der Gerechtigkeit lehret und ein Meister bin zu
helfen, Esa. 63, 1.
Meister, ich will dir folgen, wo du hingehest, Matth. 8, 19. Meister, wir wollten gern ein Zeichen von dir sehen, Matth.
12, 36. Guter Meister, was soll ich Gutes thun, daß ich das ewige Leben
möge haben? Matth. 19, 16. Luc. 10, 25. Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, Matth. 22, 16. Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen (nicht ehrsüchtig
nach Titeln geizen, und dlidurch ein herrschendes Ansehen be-
Häupten wollen); denn Einer ist euer Meister, Christus; ihr
aber seid alle Brüder, Matth. 23, 8. 10. Meister, fragst du nichts darnach, daß wir verderben? Marc. 4, 38.