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Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz

M. Gottfried Büchner, E. Ch. Lutz, H. Riehm, Verlag von Ferd. Riehm, Basel, 1890

Exegetisch-homiletisches Lexikon über alle Sprüche der ganzen heiligen Schrift für Geistliche, Lehrer, Sonntagsschullehrer und die Familie.

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Sünbe.
welche in der Sünde beharren, versagt, und ihnen seinen Beistand gänzlich entzieht, wodurch sie denn unvermeidlich ans einer Sünde in die andere fallen, Ps. 69, 28. Csa. 6, 9. 10. 2 Thess. 3, 10. 11. Röm. I, 23. 24. 1 Kön. 22, 8. 9.
§. 8. Die Sünde ist zweierlei. Die Erb- und wirkliche Sünde.
§. 9. Die Erbsünde ist kein Traum. (Wider die Weigclianer und Socinianer.) S. 1 Mos. 6, 5. Ps. 14, 1. Ps. 51, 7. Hiob 14, 4. Eph. 2, 3. wozn wäre die Vcschneidung und Reinigung im 3l. T. und die Tanfe im N.' T. für alle Menschen eingesetzt worden? wozn diente die Wiedergeburt, und allgemeine Erlösung? warum stürben die Kinder im Muttcrleibe? Röm. 6, 23. und Christus betrachtete offenbar die Menschen als von Natur böse, verdorben, Matth. 7, 11. c. 18, 7. Joh. 3, 6. Sie ist aber anch nicht die Natur und Substanz des Menschen selbst, sondern ein Nebel und eine Vcr-derbung der ganzen menschlichen Natur, welche nicht allciu in der Beraubung des anerschaffencn Eben-Mdes Gattes, Ps. 51,'7. Röm. 5, 19. sondern anch in einer Neiguug zum Bösen, dieses mit Lust zn vollbringen, besteht, Röm. 7, 17. Jenes heißt privativum, dieses positimtm. Sie heißt sonst: (S. Creatur.)
1) Der siindliche Leib, Röm. 6, e. 2) schlechterdings Sünde, weil sie die Quelle der wirklichen Sünden, Röm. 7, 6. 2) die inwohnende Sünde, Röm. ?, 17. 4) das Böse, so uns anhänget, Röm. 7, 21. b) die Sünde, so uns anklebet und träge macht, Ebr. 12, i. 6) das Gesetz in den Gliedern, Röm. 7, 23. 7) das Fleisch, Röm. 7, 16. Gal. 5, 16. 17. 19 :c.
§. 10. Die angeborene Lustseuche wollen die Päpstler für keine Sünde achten, damit ihnen die Erfülluug der zehn Gebote nicht unmöglich fallen soll; allc'in dieses streitet wider Röm. 7, 7. Matth. 5, 28. Eph. 4, 22. 2 Petr. 2, 10. Alle Menschen außer Christus, welcher nicht nach dem ordentlichen Laufe der Natur geboren, Luc. 1, 35.^ sind mit dieser Unreinigkeit behaftet, Joh. 3, 6. denn sie wird durch die leibliche Zeuguug fortgepflanzt, Ps. 51, 7. Hiob 14, 4.- Die Frucht artet nach dem Stamme, Fleisch vom Fleisch. Und regt sich auch in den Wiedergeborenen, Röm. 7, 18. 19. 24. Darum irren die Franciscaner und Jesuiten, welche die GottegZebarerin davon frei sprechen wollen, uuein-gcdenk, daß Maria wirklich gesündigt, Luc. 2, 48. Joh. 2, 4. getauft und gestorben. (Der Ausdruck ?Erbsünde" ob er gleich uubequem scheinen könnte, läßt sich dach als widerspruchsfrei erklären. Insofern die Disposition zum Bösen angeerbt ist, ist sie freilich nicht zurechnungsfähig; aber insofern unser Wille sich so leicht diesem Hange hingiebt, ist es des Menschen Schuld. Am allermeisten' ist der Mensch dafür verantwortlich und strafbar, daß er erst diesen Hang durch sein Einwilligen eine so furchtbare Stärke hat erlangen lassen, als er bei stetem Widerstand nie würde erlangt haben; gerade wie eine körperliche krankhafte Disposition durch unregelmäßiges Leben verschlimmert wird, während sie durch strenge Ordnung vermindert oder fast gehoben werden kann. Vergl. die klass. Schrift von «/. I^es/el/
turs, KßÄSon anä Vx^sriknos, Vri8to1 1757. vorzüglich gegen 3^?o?-; Jul. Müller die christliche Lehre von der Sünde. I. Vom Wesen und Grund der Sünde. Bresl. 1839.)
* Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? Iotz. 6, 46.
Er hat den, der UoN ke'mer Sünde wußte, stlr un3 zur Sünde
<d. i. Vulikmnmenen ZUndopftr) gemacht, 2 Cor. 5, 21. Welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem
Munde erfunden, i Petr. 2, 22. Und ihr wisset, daß er ist erschienen, auf daß er unsere Sünde
wegnehme, und ist keine Sünde in ihm, i Joh. 8, 5. Der versucht ist allenthalben, gleichwie wir, doch ohne Sünde,
Ebr. 4, 15.
§. 11. Diese Crbseuche, welche die ganze Natur des Menschen vergiftet, ist die unreine Quelle, woraus die wirklichen Sünden entspringen, Ps. 51, 7. Röm. 7, 17. Denn wenn der Mensch die Erb-shnde herrschen läßt, so wird sie eine Ursache vieler Sünden, Gal. 5, 16. 19?21. Und gleichwie alle Süuden ihrer Natur nach den Tod verdienen, also. anch diese; denn durch diese ist der Tod zu allen Menschen hindurchgedrungen, und macht Kiuder des Zorns, Eph. 2, 3. Röm. 6, 23. Und obschon die Menschen in der Tanfe durch die Wiedergebnrt davon befreit werden, so geschieht es doch nicht so, daß keine Erbsünde sei, sondern daß sie ihnen nicht zugerechnet werde, und den Wiedergeborenen schade. (Die Lehre von dem ursprünglichen Hange zum Bösen hat ein hohes praktisches Moment. Ohne dieses innere Böse zu erkennen, bleibt der Mensch in völliger Unbekanntschaft mit sich, und es verräth Verstandesschwäche und Unlanterkcit, es leugnen zu wollen, führt auch zu vielen Mißgriffen, besonders in pädagogischer Hinsicht. Dagegen ist die richtige Erkenntniß der Sünde die Grundbedingung aller Selbsterkenutniß, Quelle der .Demuth, der Vuße. Sie ist unentbehrlich znr gründlichen Besserung, zur Tödtung der Eigenliebe; sie treibt zn Christo hin, und macht erst das absolute Bedürfniß einer Grlö» sung, also des Christenthnms, recht klar und fühlbar; und dringt, den Gnadenbeistand des heiligen Geistes zu sllchcn.)
§. 12. Die wirkliche Sünde, als eine böse Frucht der Erbsünde, ist eine jedwede innerliche oder äußerliche Handlung, welche mit dem Gebote GOttes streitet.
z. 13. Man theilt sie in solche, a) welche mit Wissen und Willen wider das Gewissen, und b) welche aus meuschlicher Schwachheit und Unwissenheit, Ps. 19, 13. begangen werden. Zu diestu gehören die Schwachheitssünden der Wiedergeborenen, Röm. 7, 19. Gal. 6, 1.
§. 14. Die Erlassungssünbe ist, welche einem, der ungehenchelte Buße thut, durch und um Christi willen, vergeben wird, Röm. 8, 1. An und für sich selbst und von Natur ist zwar cine jede Sünde eine Tadsünde s§. 11.), Iac. 2, 10. Allein sie wird zufälliger Weise eiue Erlassungssünde genannt. Auch die Heiligen* lMen außer der Erbsünde inwohnende, aber nicht herrschende Sünden, Röm. 7, 17. 18. (S. Sünder.)
« Moses, 2 Mos. 32, 32. 4 Mos. 20, 10. 12. Aaron, 2 Mos. 32, 1 lc. Mirjam, 4 Mos. 13, 1. 2. David, 2 Sam. 24, i. 2 Sam. ii, i ff. Hiob, c. 3, i. Ieremias, c. 20, 14. Ionas, c. 1, 10. Petrus, Matth. 26, 70. Paulus, A.G. 22, is lc.
§. 15. In Ansehnng dessen, wider den man sündigt, geschieht es wider GOtt, den Nächsten und sich selbst, 1 Cor. 6, 18. und zwar mit Gedanken, Worten und Werken, Matth. 5, 21. 22. 28.
z. 16. Die himmelschreienden Sünden, welche, wenn auch die Menschen schweigen, zu GOtt um Nache rufen,- sind.'
1) Das unschuldig vergossene Blut, 1 Mos. 4, io. 2) die So-domiterei, i Mos. 16, 20. 3) die Unterdrückung der Nn« schuldigen, 2 Mos. 3. ?. 9. c. 22, 23. 27. 4) der zurückgehaltene Lohn des Arbeiters, Iac. 5, 4,