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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die hellenische Kunst

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Die hellenische Kunst.

sondern ideale Darstellungen von Siegern in Wettspielen, welche an allen Feststätten Griechenlands zur dauernden Erinnerung und zur Ehrung des Siegers errichtet wurden. Durch ihre öffentliche Aufstellung wirkten sie auch erzieherisch, indem sie die Schönheit des durch Uebung in den Leibeskünsten gekräftigten Körpers als erstrebenswertes Vorbild hinstellten.

Die Ausschmückung des Parthenon. Bevor ich mich zur Besprechung der zweiten Gruppe von Kunstwerken, an welchen ich den Entwicklungsgang veranschaulichen möchte, wende, will ich eine Reihe von Werken erwähnen, die für die Kunstentwicklung und unsere Kenntnis derselben von größter Wichtigkeit sind. Es sind dies die Bildwerke, welche den künstlerischen Schmuck des Parthenon bildeten. Von Phidias konnte ich in der vorigen Gruppe, wie auch in der folgenden, nichts aufführen, da uns von seinen männlichen Gestalten nichts Sicheres überkommen ist. Auch bei den Parthenonbildwerken ist die eigenhändige Arbeit des Phidias nicht nachweisbar, doch können wir annehmen, daß dieselben mindestens nach seinen Entwürfen und unter seiner Leitung entstanden sind.

Wie in den Tempelbildern von Aegina und Olympia haben wir keine Nachbildungen aus späterer Zeit, sondern die ursprünglichen Werke vor uns und zwar in weit größerer Zahl als von diesen. Nicht nur die Giebel und Metopen waren geschmückt, sondern auch die Wände der Cella, um welche sich ein 160 m langer, 1 m hoher Flachbilderfries zog. Der Parthenon (Jungfrauengemach) war der jungfräulichen Athene geweiht, und ihre Verherrlichung bildet den Inhalt der Darstellungen.

Der Parthenon wurde 1647, während der Belagerung Athens durch die Venezianer zerstört, und es wäre unmöglich, über die ursprüngliche Gruppierung der Giebelfiguren und deren Sinn Genaueres zu wissen, wenn nicht kurz vorher der französische Maler Carrey Zeichnungen der meisten Bildwerke aufgenommen hätte. - Im Ostgiebel stellte die Mittelgruppe (schon im 17. Jahrhundert verloren) die Geburt der Athene aus

^[Abb.: Fig. 142. Kopf der Aphrodite des Praxiteles.

Berlin, Sammlung R. v. Kaufmann. (Nach Photographie von Bruckmann.)]