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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die hellenische Kunst

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Die hellenische Kunst.

wahrscheinlich die Nachbildung des Kopfes eines Standbildes dieser Göttin aus dem Kreise des Polyklet ist.

Wettläuferin (Fig. 133). Die Bildung der nackten weiblichen Formen um die Mitte des 5. Jahrhunderts veranschaulicht das Standbild einer jugendlichen Wettläuferin, die nur mit einem kurzen Röckchen bekleidet ist.

Die Haltung und das Gesicht drücken die Erwartung vor dem Beginn des Wettlaufes aus. Das Werk war jedenfalls ein ähnliches Siegesgedenkzeichen, wie sie für männliche Wettläufer und Wettkämpfer üblich waren.

Nike des Päonios (Fig. 134). Die Steigerung der Handfertigkeit gegen das Ende des 4. Jahrhunderts ermöglichten es dem ionischen Künstler Päonios, ein Werk zu schaffen, das auf eine feste Standfläche scheinbar ganz verzichtet und in dem der Ausdruck des Schwebens, der in der Nike aus Delos (Fig. 126) nur unbeholfen angedeutet werden konnte, zur höchsten Vollendung gebracht worden ist; doch nähert sich das Werk durch das bewußte Hervorkehren der Ueberwindung der Schwierigkeiten schon stark der Grenze, an der das Kunstwerk zum Kunststück wird. Die Reste der Nike lassen einen ziemlich bestimmten Rückschluß auf das ehemalige Aussehen zu. Die Siegesgöttin kommt in raschem Fluge zur Erde; die Luft bauschte den weiten Mantel, den die beiden Hände hielten, auf und preßte das leichte Gewand an den Körper, so daß dessen Formen deutlich sichtbar sind. Die Füße ruhten auf einem Adler, den man sich mit ihr fliegend denken muß. Die Flügel waren aus Bronze und in noch sichtbaren Löchern an den Schultern angesetzt.

Verwundete Amazone des Polyklet (Fig. 135). Zu der weicheren Formengebung, die sich in den Werken der attischen Künstler zeigt, trat Polyklet auch mit seinen weiblichen Gestalten in Gegensatz. Diese sind in den Verhältnissen ähnlich seinen männlichen Stand-^[folgende Seite]

^[Abb.: Fig. 164. Gigantenkampf vom Altar in Pergamon.

Berlin, Museum.]