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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Germanische Kunst

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Germanische Kunst.

Bestandteilen, welche seit dem 10. Jahrhundert zu einem einheitlichen Volkstum verschmolzen erscheinen, erklärt die lebhafte Beweglichkeit des französischen Geistes; wichtig ist auch der Umstand, daß auf französischem Boden die Städte frühzeitiger sich entwickelten, da sie meist noch aus der römischen Zeit sich erhalten hatten, während in Deutschland sie erst begründet werden mußten; ferner gewann auch das Königtum hier baldig die Oberhand über die Lehensherren, - im Deutschen Reich nahmen die Verhältnisse den entgegengesetzten Gang - und konnte so die Einheitlichkeit des Staatswesens anbahnen.

Paris war bereits im 12. Jahrhundert eine "Weltstadt" mit 120000 Einwohnern, durch seine Hochschule ein Mittelpunkt der Gelehrsamkeit und Hauptsitz aller wissenschaftlichen Bestrebungen, um so mehr mußte es für Frankreich selbst die Stätte sein, an der sich alle geistigen Kräfte des Landes vereinigten, Nordisches und Südliches sich vermischten.

Entstehung und Eigenart des gotischen Stils. Dies erfolgte auch auf dem Felde der Baukunst, und der neue Stil, den man den gotischen nennt, reicht mit seinen ersten Anfängen in jene Zeit zurück, in der man in Mittelfrankreich Eigentümlichkeiten der nor-^[folgende Seite]

^[Abb.: Fig. 280. Hauptkirche zu Chartres.]