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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die Malerei im 14. und 15. Jahrhundert

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Die Malerei im 14. und 15. Jahrhundert.

herrscht vor. Aus seiner eigenen künstlerischen Natur heraus gelangt er aber zu dem Ausdruck von Lieblichkeit und zu der schönen Klarheit der Farbe. Seine Werke "entzücken" mit ihrer süßen Anmut denn auch mehr die Beschauer, als jene Masaccios, und die Nachbildungen seiner "Engel" sind eine beliebte Marktware geworden. Im Kloster San Marco zu Florenz (jetzt Museum) ist die größte Zahl seiner Wandbilder vereinigt; die Altarbilder der Klosterkirche sind in den Uffizien zu bewundern. Die "Krönung" dürfte wohl in dieser Gruppe das vorzüglichste Werk sein.

Vom Papste nach Rom berufen, konnte er dort seine Kunstweise noch unter dem Einfluß der Antike fortbilden, und die Wandbilder in der Kapelle Nicolaus V. (im Vatikan) zeigen ihn denn auch auf der vollen Höhe seiner Schaffenskraft. War er auch kein Bahnbrecher wie Masaccio, so hat er doch das Verdienst, mit seinen zahlreichen Arbeiten die Farbenfreudigkeit und das Schönheitsgefühl gefördert zu haben. Die geläuterte Frömmigkeit eines milden Gemütes, die aus seinen Bildern spricht, hat etwas Ergreifendes; mit Recht führt er den Beinamen Fra Beato oder Angelico, der selige oder Engels-Bruder. (Fig. 347 und 348.)

Andrea del Castagno. Ganz anderer Art ist die Kunstweise Andrea del Castagnos, welcher, offenbar unter dem Eindrucke der Werke Donatellos, auf Wirklichkeitstreue und bildnerische Gestaltung hinarbeitet, und seine Gestalten in kräftigster Lebenswahrheit, die bis zur Derbheit geht, richtig und sicher zeichnet. Seine Begabung läßt sich am besten in den Ebenbildnissen erkennen, wie z. B. in jenem Dantes. (Fig. 349.)

Uccello. Legte schon Castagno nicht viel Gewicht auf die Farbe, so that dies noch weniger Uccello, der ganz in bildnerischen Formen zeichnete, so daß sein (nur in grüner Erdfarbe ausgeführtes) Reiterbild des Söldnerführers Hawkwood in der That ganz den Eindruck einer Marmorgruppe macht. (Fig. 350). In der Naturtreue übertrifft er noch Castagno und geht dabei über die Grenzen des Schönen hinaus; seine Stärke liegt aber in der Bewältigung der Schwierigkeiten, welche Perspektive und Verkürzungen bieten. In diesem Punkte kann er geradezu als Lehrer der Späteren betrachtet werden.

Filippo Lippi. Das Malerische, wie es Fra Angelico so anmutig ausgebildet hatte, aber schon im Sinne der neueren Auffassung eines Masaccio, brachte nun wieder ein Künstler zur Geltung, dessen sinnenfrohes Wesen ganz auf den Reiz der Schönheit gestimmt war.

^[Abb.: Fig. 349. Castagno. Dante.

Florenz. Cenacolo di Andrea del Castagno.]