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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die Malerei im 14. und 15. Jahrhundert

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Die Malerei im 14. und 15. Jahrhundert.

lerische der Farbenwirkung hinzu und die sorgfältigere Durcharbeitung der Einzelheiten und des Nebensächlichen. Die Gestalten werden körperlicher, haften weniger an der Fläche, und der Raum, in dem sie sich bewegen, wird nicht nur deutlicher sondern auch naturgetreuer gekennzeichnet: die Landschaft hat Luft, und die Bauformen sind nicht blos willkürliche Spiele der Einbildungskraft. Auch die Fertigkeit hat Fortschritte gemacht, die Zeichnung ist richtiger, die Behandlung der Farbe - Abstufung und Tönung - sorgfältiger geworden. Im "Zinsgroschen" und in der "Vertreibung aus dem Paradiese" (Fig. 345 u. 346) zeigen sich diese Vorzüge in deutlicher Weise, und den Fortschritt kann man erkennen, wenn man sie mit einem Bilde Masolinos vergleicht. In beiden ist das Gedankliche in vornehmer Auffassung und mit eindrucksvoller Wahrheit wiedergegeben, dort die Hoheit des Heilands im Zinsgroschen, hier die schmerzvolle Reue des sündigen Menschenpaares. Beachtenswert ist auch die Natürlichkeit der Körperformen, denen der Meister einen Zug von gefälliger Schönheit zu verleihen wußte.

Masaccios Nachfolger. Masaccio hatte den Weg gewiesen, den die Malkunst einzuschlagen hatte, um dem Geiste der neuen Zeit gerecht zu werden. Sein früher Tod mag Ursache gewesen sein, daß er keine eigentliche Schule bilden konnte, auch war er etwas seiner Zeit voraus, um sofort Verständniß zu finden. Was bei ihm einheitlich zusammengefaßt erscheint, wurde jedoch im einzelnen von einigen Zeitgenossen unabhängig von ihm besonders verfolgt: die Richtung zu dem Anmutigen und Gefallsamen, zur schönen Farbenstimmung und Feinheit in den Einzelheiten von Fra Giovanni da Fiesole (1387-1455), jene zur Naturwahrheit, richtigen Zeichnung und bildnerischen Körperlichkeit von Andrea del Castagno (1390-1457) und Paolo Uccello (1397-1475).

Fra Giovanni da Fiesole. Der weltfremde, fromme Mönch knüpft noch an die frühere Zeit an, das Natürliche liegt ihm noch ferner, und die Innigkeit der Empfindung

^[Abb.: Fig. 348. Fra Giovanni Angelico. Die Krönung Marias.

Florenz, Uffizien.]