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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die Zeit der "Renaissance"

501

Die Zeit der "Renaissance".

aber zeichnet er sich durch feine Durchführung der Flachbildwerke aus. - Zu seinen besten Schöpfungen zählen die Flachbildwerke, mit denen der Brunnen bei der Kirche der "Unschuldigen Kinder" geschmückt war, sowie die Gruppe der Diana, ursprünglich zu einem Brunnen im Schlosse Anet gehörig, die sich jetzt im Louvre befinden. Die Gestalten sind überaus schlank gebildet - noch ein Nachklang der gotischen Zeit - aber von einer gewählten Anmut und liebenswürdigen Zartheit in der Ausführung (Fig. 500).

Prieur und Cousin. Pilon. Zierliche Behandlung des Gewandes, Wahrheit und Innigkeit des Ausdrucks in den Köpfen, würdevolle Haltung finden wir auch in den Werken von Barthélémy Prieur und Cousin, während ein anderer ungemein fruchtbarer Meister, Germain Pilon, ganz der malerischen Auffassung huldigt und dabei vielfach willkürlich verfährt.

Ein berühmtes Werk Pilons, die drei Grazien (Fig. 501), zeigt auch, wie die Kunst bereits allmählich jetzt dahin gedrängt wurde, das Aeußerliche, die glatte Formbehandlung auf Kosten der inneren Wahrheit und des geistigen Gehaltes zu betonen. Die Gruppe wurde im Auftrage der Katharina von Medici für die Cölestiner-Kirche als eine Art Grabdenkmal für König Heinrich II. ausgeführt; ursprünglich trugen die Grazien auf ihren Häuptern eine Urne mit dem Herzen des Königs. Es ist jedenfalls ein etwas seltsamer und sicherlich kein "frommer" Gedanke, der in diesem Denkmal zum Ausdruck gebracht wird.

^[Abb.: Fig. 501. Pilon: Drei Grazien.

Paris. Louvre.]