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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die Malerei des 16. Jahrhunderts

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Die Malerei des 16. Jahrhunderts.

Die Madonna. Mit diesem Hauptwerke seiner ersten Zeit hatte Tizian alle seine Mitstreber in Oberitalien geschlagen, auch ein Raphael konnte es nicht überbieten, wenigstens nicht in dem Sinne einer "Farbendichtung". Alle Grundzüge der Tizianschen Kunstweise sehen wir hier bereits gegeben: die gefällige Anordnung, die lebensvolle Bewegung, die fein abgewogene Uebereinstimmung aller Einzelheiten, den hohen Farbenreiz. Der Meister hat alle Schulfesseln abgestreift und giebt vollständig sein ureigenes künstlerisches Wesen. Es galt nur noch, die einzelnen Seiten desselben zur Vollkommenheit auszubilden und dies geschah rasch. Im Jahre 1518 entstand das Gemälde "Himmelfahrt Marias" (gewöhnlich als "Assunta" bezeichnet), in welchem das höchste Ziel der "Farbenkunst" erreicht erscheint. Es ist in jeder Beziehung unübertroffen. Die Anordnung der Gruppen - der Apostel einerseits und der Engel, welche Gottvater umschweben, andererseits - ist von einer Ungezwungenheit, wie sie bis dahin unerreicht war. Wie lebensvoll ist die Bewegung in der Apostelgruppe, von denen jeder seine Gefühle in einer für seine Eigenart bezeichnenden Weise äußert, und wie schön stimmen diese mannigfaltigen Bewegungserscheinungen zusammen, um den Alle beseelenden einen Gedanken: des entzückten Erstaunens auszudrücken

^[Abb.: Fig. 546. Palma Vecchio: Die hl. Barbara.

Venedig. St. Maria Formosa.]