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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die Malerei des 16. Jahrhunderts

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Die Malerei des 16. Jahrhunderts.

schulen. Die Veroneser leisteten Tüchtiges, ihre besten Kräfte zog jedoch Venedig an sich, so daß dieselben, wie die Bonifacio und Paolo Caliari, zur venetianischen Schule gerechnet werden müssen.

Brescia. - Moretto. Moroni. Bemerkenswert ist dagegen die hohe selbständige Bedeutung, zu welcher Brescia gelangen konnte. Hier hatte Girolamo Romanino (1485 bis 1566) seine in Venedig erworbene Farbenkunst in eigenartiger Weise entwickelt; seine auch in der Form sorgfältig behandelten Bilder zeichnen sich durch klarkräftig leuchtende Farben von feiner silberiger Tönung aus. Diese reizvolle Farbengebung wurde dann vollendet ausgebildet von seinem Schüler Alessandro Bonvicino, genannt Moretto (1498-1555), der zu den hervorragendsten künstlerischen Erscheinungen zählt, wenn er auch verhältnismäßig wenig bekannt und daher auch nicht gebührend geschätzt ist. Seine stets prächtig gezeichneten Gestalten sind von einer mehr durchgeistigten, als warmblütigen Schönheit, mit dem Ausdruck inniger, meist wehmütiger Empfindung, der ungemein bezeichnend herausgearbeitet wird; der erwähnte silberige, in den späteren Bildern perlgraue Ton stimmt zu dieser kühlen Ruhe eines leidenschaftslosen aber tiefen Gefühles vortrefflich. Eines der anziehendsten seiner Werke (die besten finden sich in Brescia, obwohl auch die verschiedenen Galerieen treffliche Stücke enthalten) ist das Bild: "Der heilige Nicolaus führt die Kinder

^[Abb.: Fig. 559. Luini: Madonna.

Mailand. Pinakothek.]