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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts

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Die Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts.

geheuren Einfluß; er wurde der maßgebende Mann in allen künstlerischen Dingen. Die leitenden Kreise widmeten der Kunst damals ihre vollste Aufmerksamkeit nicht nur um ihrer selbst willen, weil sie der Prachtliebe dienen konnte, sondern auch aus politischen und volkswirtschaftlichen Gründen. Man erkannte, daß ein Staat, dessen Kunstgeschmack "herrschend" ist, dadurch nicht nur an Einfluß auf die Geister im Auslande gewinne, sondern auch ein "Geschäft" machen könne durch Ausfuhr seiner Kunsterzeugnisse. Hier lassen sich bei den geringsten Kosten für "Rohstoff" die höchsten Werte erzielen, wie dies bei keiner anderen Art von Erzeugnissen möglich ist. Es erschien daher lohnend genug, reiche Mittel für Förderung der Kunst aufzuwenden, damit sie wieder Gold ins Land bringe. Im Jahre 1648 wurde die Akademie der bildenden Künste in Paris gegründet, der sich 1666 eine französische Akademie in Rom anschloß; 1667 folgte ein kunstgewerbliches Institut in der "Manufacture royale", und 1671 wurde eine Akademie für die Baukunst gegründet. Alle diese Schöpfungen hatten den Zweck, französische Künstler und den "französischen Geschmack" auszubilden. Dieser sollte nicht durch Willkür Einzelner verdorben, sondern in geregelter Zucht sorgsam gepflegt werden.

An der Spitze der Manufacture royale stand Lebrun, und mit ihm kam nicht nur das Malerische, sondern auch das Kunstgewerbliche zu vorherrschendem Einfluß, dem gegenüber die Bauakademie mit ihren die klassische Richtung Mansarts vertretenden Anschauungen nicht aufkommen konnte. Es entwickelte sich jetzt ein Gegensatz zwischen den beiden Kreisen;

^[Abb.: Fig. 637. Spiegelgalerie in Versailles.]