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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

Schlagworte auf dieser Seite: Herbst-Anemonen

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umgekehrt eine kleine Weile über einen brennenden Schwefelschnitt hält, den man auf einem alten Teller oder Blechstück angezündet hat.

Damit die Gefäße beim Einfüllen der heißen Marmelade nicht platzen, müssen sie angewärmt werden.

Nach dem Erkalten wird obenauf ein rundgeschnittenes, in Branntwein getauchtes Papier gelegt und die Gefäße mit angefeuchtetem Pergamentpapier, womöglich in doppelter Lage, zur bessern Abhaltung der Luft fest zugebunden.

Bemerkt man nach 6-8 Tagen, daß die Marmelade obenauf etwas wässerig geworden ist, so muß sie unverzüglich nochmal aufgekocht werden.

Als Aufbewahrungsort für die Winterszeit wähle man ja nicht den Keller, weil warm und feucht, sondern am besten einen kühlen, trockenen, recht luftigen Raum; nur im Sommer kann und muß man während der heißesten Zeit den Keller nehmen.

Aus "Obsteinkochbüchlein" von R. Mertens. (Verlag Bechtold und Co., Wiesbaden.

Herbst-Anemonen.

Unter den Stauden, die im Herbst ihre Blumen entfalten, sind die Anemonen mit zu den schönsten zu rechnen, wenn wenig andere Blumen vorhanden sind, geben die Anemonenblumen ein sehr schätzenswertes Material für die Blumen- und Kranzbinderei ab, die Blumen sind haltbar, stehen auf ziemlich langen, festen Stielen und sind von reiner Farbe in reinweiß, hellrosa und rot vorhanden.

Doch nicht allein für Bindezwecke sind die Herbstanemonen zu empfehlen, sondern auch zur Ausschmückung von Gärten. Wie schön ist ein ganzes Beet von diesen Anemonen zur Zeit der Blüte, wo zum größten Teile alle anderen Stauden und Blütensträucher schon einen herbstlichen Eindruck machen. Auch in Töpfen können die Anemonen gezogen werden und sind auf Blumentischen eine sehr hübsche Zierde, da die Blütezeit bis in den Dezember hinein anhält.

Die Anemonen gedeihen am besten in einem etwas lehmhaltigen Boden, derselbe muß Möglichst tief umgegraben sein, weil die Wurzeln der Pflanzen oft bis 3/4m tief in die Erde gehen. Für genügende Nahrung muß durch Untergraben von Dung und eventuell durch flüssigen Dünger gesorgt werden. Da die Anemonen feuchten Standort lieben, ist bei anhaltend trockenem Wetter ein Bewässern notwendig.

Die Anzucht der Anemonen geschieht durch Wurzelausläufer, die sehr zahlreich erscheinen. Man nimmt entweder die jungen Ausläufer von den alten Pflanzen ab und bringt sie auf frisch gedüngtes und gut gegrabenes Land, oder gräbt einige recht starke alte Pflanzen heraus, schneidet die Wurzeln in kleine Stücke und steckt oder legt sie etwa 10cm tief auf Beete. Die geeignetste Zeit dazu ist das Frühjahr. Diese Wurzelstücke treiben sehr willig aus und geben bis zum Herbst ganz schöne Pflanzen. Den kommenden Winter werden die Beete mit den jungen Pflanzen mit Reisig oder sonstigem Deckmaterial leicht bedeckt, um ein Ausfrieren zu verhindern, was in ausnahmsweise strengen Wintern ohne Schneedecke auch bet ältern Pflanzen vorkommen kann. Im übrigen halten die Anemonen aber ganz gut den Winter aus.

Die Anemonen blühen am besten, wenn sie ungestört mehrere Jahre auf einem Standort stehen bleiben. Ein Beet von Anemonen kann wohl bis acht Jahre aushalten, oft noch länger, da die Pflanzen sich von selbst durch die Ausläufer verjüngen, ist ein Verpflanzen nicht notwendig. Zur Neubepflanzung von Beeten benutzt man nur junge Pflanzen, welche leichter weiterwachsen als alte, die meist ungenügend bewurzelt sind.

Folgende Sorten sind als beste zu empfehlen:

Anemone jap. Honorine Jobert. Die bekannteste und auch eine der schönsten unter den Anemonen. Die großen, schön remweißen Blumen, die im September-Oktober erscheinen, sind zu Bindezwecken besonders wertvoll. Die Pflanze wird etwa 1/2 bis 5/4m hoch, und ist auch als Gruppenpflanze sehr gut zu verwenden.

Anemone jap. Lady Ardilaun. Eine Verbesserung der vorigen alten Sorte. Die Blumen sind von festerer Beschaffenheit.

Anemone jap. Coupe d'argent. Eine neue Spielart mit prächtigen, reinweißen, halbgefüllten Blumen, die auf starken Stielen stehen. Zur Binderei eine ganz vorzügliche Sorte.

Anemone jap. "Whirlwind". Noch wenig verbreitete neue Spielart. Blumen reinweiß, halbgefüllt; Blumenblätter zierlich gedreht.

Anemone jap. Lord Ardilaun. Eine wertvolle Sorte mit großen hübschen Blumen, die innen von reinweißer Farbe außen mit rosa Schein sind. Die Blütenstiele sind hoch und fest, daher zur Binderei die Blumen sich gut eignend.

Anemone jap. elegans. Die alte bekannte Anemone mit hellrosa Blumen. Die Blütenstile erreichen eine Höhe von 1/2 bis 3/4m. In Abwechslung mit der alten weißblühenden A. Honorine Jobert angepflanzt auf Blumenbeete, macht diese Sorte einen sehr zierenden Eindruck.

Anemone jap. "Königin Charlotte." Eine sehr hübsche Anemone mit halbgefüllten Blumen, die innen fleischfarben rosa, außen dunkler rosa gefärbt sind.

Anemone jap. rosea superba. Eine bedeutend verbesserte Spielart der rosafarbenen "elegans". Die Farbe der Blumen ist ein reineres Rosa wie bei der Stammart. Die Blumen sind größer, schöner im Bau und Haltung. Eine wirklich sehr empfehlenswerte Sorte.