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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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Staaten von Nordamerika kauften Spielwaren im Gesamtgewicht von 200009 Zentner. Australien bezog 21000 Zentner, und sogar Frankreich, das selber eine bedeutende Fabrikation besonders von feinen Spielwaren, hat, führte rund 30000 Zentner ein. Zieht man in Betracht, daß trotz dieser gewaltigen Ausfuhr die größere Menge des in Deutschland fabrizierten Spielzeuges im Inland bleibt, so kommt man zu dem Ergebnis, daß es sich hier um eine Industrie handelt, die Waren im Werte von mindestens 130-140 Millionen Mark im Jahre produziert, während die Einfuhr aus fremden Staaten den Wert von einer Million Mark kaum übersteigt.

Der älteste Sitz der deutschen Spielwarenindustrie ist Nürnberg und dessen Umgebung, dessen Produkte nach dem Verse: "Nürnbergs Tand geht durch's ganze Land" schon seit Jahrhunderten nach allen Teilen der zivilisierten Welt verschickt werden. In feineren Qualitäten konkurrieren mit der alten Reichsstadt an der Pegnitz auch Stuttgart und Berlin. Mittlere Qualität, aber auch feinere Ware liefern Stadt und Kreis Sonneberg im Thüringer Walde, die gewöhnlich unter dem Namen des "Meininger Oberlandes" zusammengefaßt werden und alljährlich Spielwaren im Werte von mehr als 6 Millionen Mark ausführen, worin der Wert der Glaswaren und des hier in Menge hergestellten Christbaumschmuckes noch nicht inbegriffen ist. Ungeheure Mengen werden auch im sächsischen Erzgebirge in und um Grünhainichen, Heidelberg, Katharinaberg, Marienberg, Olbernhau und Seiffen fabriziert. In der Rauhen Alb im Württembergischen leben viele Dörfer fast ausschließlich von dieser Industrie, und das gleiche gilt auch von Oberammergau, den Ortschaften im Grödener Tal von Oberleutensdorf in Nordwestböhmen und Neukirch in Oberösterreich, die eigene Fachschulen für die angehenden Arbeiter besitzen.

Da der Verkauf dieser Waren den Höhepunkt vor Weihnachten erreicht und alljährlich den auch auf diesem Gebiet herrschenden Bedürfnissen der Mode Rechnung getragen werden muß, ist in der Spielwarenindustrie ein gleichmäßiges Fortarbeiten ein Ding der Unmöglichkeit. Schon eine geraume Zeit vor Weihnachten hat in den dieser Industrie dienenden Dörfern die Hochflut der Arbeit einer tiefen Ebbe Platz gemacht, weil die Groß- und Zwischenhändler ihren Bedarf schon lange vor dem Feste decken mußten und nunmehr genug Vorräte vorhanden sind, aus denen die Geburtstags- und Namenstagsgeschenke gedeckt werden, die in gleichmäßiger Menge durch alle Monate des Jahres gekauft werden.

(Schluß folgt.)

Tierschutz im Winter.

Alle mitleidigen Freunde der Tierwelt mögen in den kalten Wintertagen folgende Mahnung beherzigen und befolgen: Den Vögeln spende täglich frisches Futter, z. B. allerlei Körner und Sämereien (als Vogelfutter käuflich), Speisereste, nicht ganz abgelöste Knochen, zerkleinerte Fleischstückchen, zerschnittene Nußkerne, Stückchen Talg, Speck, Schinkenreste usw. Diese Stoffe lege auf die Fensterbank oder auf ein Brett, welches vorher vom Schnee zu befreien ist. Solche Uebung der Barmherzigkeit übertrage den Kindern, welche große Freude daran finden. Die Tiere des Waldes vor dem Hunger zu schützen, ist die Pflicht der Jagdliebhaber: "ein echter Jäger - ein Wildheger". Der an der Kette liegende Hofhund ist durch ein wohlverwahrtes gut gedecktes Häuschen vor Kälte und Schnee möglichst zu schützen. Seine Lagerstätte werde öfters mit frischem Stroh und Teppichen belegt und stets warm und reinlich gehalten. Man lasse den armen Gefangenen jeden Tag einige Stunden los, damit er sich frei bewegen und freuen kann. An Futter bedarf das Tier jetzt mehr als im Sommer. Sein Trinkgefäß werde täglich gereinigt und mehrmals frisch gefüllt. Zughunden binde man eine wärmere Decke auf und lege ihnen, wenn sie ruhen, einen Teppich unter, welcher nach dem Gebrauche von Schnee befreit und getrocknet werden muß. Diese Gehilfen des Menschen müssen im Winter reiche Nahrung bekommen, und es darf ihnen die nötige Ruhe und Erholung nicht versagt werden. Pferde lasse man bei kaltem Winter im Freien niemals unbedeckt und lange stehen. Die Hufeisen müssen öfters geschärft werden. Es empfehlen sich solche mit eingeschraubten Stollen, welche, wenn sie abgenutzt sind, leicht durch neue ersetzt werden können. Das Geschirr bewahre man im warmen Stall auf. Ist dasselbe dem Frost ausgesetzt, und wird dann das eiskalte Gebiß dem Pferde in's Maul gelegt, wie es leider noch in manchen Gegenden geschieht, so werden dem armen Tiere schwere Verletzungen an Lippen und Zunge und große Schmerzen verursacht. Solche schreckliche Tierquälerei wird leicht vermieden, wenn die Eisenteile vor dem Gebrauch in warmes Wasser getaucht oder mit einem warmen Lappen gerieben werden. Dieses ist auch nötig, wenn die Pferde im Freien Futter bekommen und ihnen das Gebiß herausgenommen wird.

B. P. T.

Gesundheitspflege

Mittel gegen Heiserkeit. Dieselbe tritt ein, wenn der Ueberzug der Schleimhaut des Stimmapparates geschwollen oder entzündet ist, die Stimmbänder mit Schleim belegt oder geschwürig sind. Bei Heiserkeit sind folgende Regeln