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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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zu reinigen, reibt man es mit einem in Terpentin getauchten Flanelllappen ab und legt es drei Tage an die Sonne. E. P.

Für die Küche.

Gefrorenes Obst aufzutauen. Nach den Untersuchungen von Dr. Müller-Thurgau ist die weitverbreitete Annahme, daß man gefrorenes Obst am besten in kaltem Wasser auftaue, eine durchaus irrige. Durch langsames Erwärmen der Luft des Lagerraumes über 0° werden am besten die Wirkungen des Frostes gehoben. Ist die Erwärmung des Raumes nicht möglich, dann müssen die Früchte unter Vermeidung direkter Berührung mit der warmen Hand und Druck in eine wärmere Temperatur gebracht werden. Zeigt aber ein Versuch, daß die Früchte durch Auftauen nicht mehr zu retten sind, dann hält man sie bis zum unmittelbaren Verbrauch gefroren, wodurch sie in ihrem wirtschaftlichen Werte nichts verlieren. Läßt man aber so stark gefrorene Früchte nach dem Auftauen nur kurze Zeit liegen, so gehen sie schnell in Fäulnis über.

Das Kochen des Spinates. Das Abkochen des Spinates in Salzwasser, welches dann fortgegossen wird, ist völlig verfehlt, weil der Spinat durch diese Kochmethode seiner kräftigen und sehr für die Gesundheit wichtigen Nährsalze beraubt wird. Ein Zusatz von Wasser ist beim Spinat völlig überflüssig. Am besten gerät er, wenn man ihn, sauber gewaschen, in eine passende Kasserole ^[richtig: Kasserolle] tut, und an eine mäßig heiße Herdstelle stellt, bis er Saft gezogen hat. Dann tut man ein Stück Butter, etwas geriebene Zwiebel, Pfeffer, Salz und wenig geriebene Semmel daran und schmort ihn langsam gar, der Spinat erhält dadurch einen viel kräftigeren Geschmack als bei der üblichen Zubereitung.

Kochrezepte.

3 verschiedene Rezepte zu "Fastnachtsküchli", von freundlichen Abonnentinnen eingesandt.

Eierröhrli. 6 Eier, 1 eigroß Butter, 3 Deziliter Rahm, ein gestrichener Eßlöffel voll Salz und soviel Mehl damit verarbeiten, bis man den Teig auswellen kann, doch nicht allzuviel Mehl, sonst wird er zu trocken. Der Teig wird so lang verarbeitet, bis sich, wenn man ihn schneidet, kleine Löchlein bilden, man läßt ihn dann ½ Stunde ruhen. Nun formt man nußgroße Kügelchen von dem Teig, rollt ihn papierdünn aus, zieht den "Bletz" noch recht über die Finger, bis der Teig durchsichtig erscheint und legt sie alle auf ein Tischtuch. Man bäckt dann eins nach dem andern schön hellgelb in schwimmendem Fett und bestreut sie mit Zucker und Zimmt. Zum Drehen und Herausheben der Küchlein sollte man zwei schön zugespitzte Hölzchen parat haben. M. Z.

Eier- oder Fastnachtsküchli. Man rechnet auf ein Küchli ein Ei, eine Prise Salz und zwei Löffel Weißwein, der etwas lau sein soll. Je nachdem man nun ein Quantum machen will, schlägt man Eier in eine Schüssel, Salz und Wein dazu und rührt es ziemlich schaumig. Nun streut man feines Mehl hinein, bis der Teig die Dicke eines Brotteiges hat. Er wird nun aufs Wirkbrett genommen und mit beiden Händen so lang geknetet, bis er, wenn man ihn mit einem Messer zerschneidet, voll kleiner Löcher ist. Je länger und stärker er bearbeitet wird, je mehr geht er beim Backen auf. Nun wird der Teig zu kleinen Stücken zerschnitten und kleine nußgroße Bröckchen daraus geformt. Ist dies geschehen, so wird jedes einzelne ausgewellt, bis es etwa die Größe eines Suppentellers hat, ein reines Tuch über das Knie gelegt und der Teig darauf ausgezogen, daß er nach allen Seiten die gleiche Dicke hat, je dünner, je besser, nur nicht zerreißen. Nun legt man ihn wieder aufs Wirkbrett, schneidet rings um mit einem zackigen Kuchenrädchen die Ränder gleichmäßig ab, macht Einschnitte etwa 15 cm lang und legt ihn auf reine Tücher, jeder Kuchen besonders.

Wenn alle Kuchen ausgewellt sind, wird Fett in einer tiefen, aber nicht weiten Pfanne sehr heiß gemacht, am besten ist Butter und reines Schweineschmalz durcheinander, aber viel muß es sein, daß die Küchli darin schwimmen können. Nun macht man lange, vorne spitze, dünne Holzstäbchen, (alte hölzerne Stricknadeln tun es auch), ergreift je ein Küchlein bei 2 Einschnitten so, daß die Ränder herunterhängen, wirft sie in das kochende Fett, dreht sie rasch, kehrt sie mit den Stäben um, zieht sie mit denselben heraus und läßt sie gut austropfen, daß kein Fett darin bleibt, jedes Küchli wird sofort mit Staubzucker bestreut; immer 3-4 Stücke auf einen Teller aufeinandergelegt. Das Backen muß sehr rasch geschehen. Das übrige Fett läßt sich im Haushalt wieder gut verwenden. Küchlein schmecken gut, aber ein Schreck sind sie für das Butterfaß. M. v. K.

Sogenannte "Knieplätz". 2 Pfund Mehl werden mit einer Prise Salz in einem Becken etwas erwärmt, 70 Gramm süße Butter mit ½ l Milch auf dem Feuer sehr heiß gemacht, langsam zu dem Mehl gegeben, recht verarbeitet, geknetet und ausgewellt, mit einem Rädli 4eckige "Plätz" ausgestochen und noch warm gebacken. A. G.

Weinküchli. ¼ Pfd. Butter wird verrührt, ein Ei, ein Löffel voll Zucker, ein schwaches halbes Gläschen Wein und nach und nach ½ Pfd. Mehl. Den Teig messerrückendick auswellen,