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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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müssen mit warmem Wasser, dem ziemlich viel Soda zugesetzt ist, gefüllt werden; man beläßt dasselbe einige Zeit darin und kann inzwischen an das Reinigen der Zylinder gehen, lauwarmes Wasser ist das hauptsächlichste Reinigungsmittel, doch entfernt man Fettflecke von den Glocken mit Benzin, Terpentin oder auch mit Fleckwasser. Im täglichen Gebrauch verwendet man für die Zylinder am besten nur ein sauberes, trockenes Tuch, das um den Zylinder geschlungen wird. In Ausnahmefällen, wie der einer solchen Generalreinigung, von der wir jetzt sprechen, leistet ein in Spiritus getauchter Lappen, mit dem man vorarbeitet, um dann trocken nachzuputzen, gute Dienste. Sind nun Glocken und Zylinder gereinigt, so tut man gut, das Sodawasser aus den Bassins zu entfernen, dieselben nach etlichem Ausspülen mit klarem Wasser zu füllen und so gefüllt eine Weile stehen zu lassen. An Arbeit während dieser Zeit fehlt es auch nicht, denn jetzt müssen die Teile der Lampe gereinigt werden, die aus Metall sind. Zu diesem Zwecke entfernt man den Docht; ist derselbe kurz oder sehr schwarz, so wird er am besten fortgeworfen; genügend lange und noch leidlich reine Dochte kann man einige Minuten in scharfen Essig legen und sie dann an der Luft trocknen lassen. Dies Verfahren erhöht außerdem die Leuchtkraft und verhindert das Rauchen (Blaken). Der Lampenbrenner, die Schraube und das Gestell, welches die Glocke trägt, werden auch erst mit Seifenwasser bearbeitet und dann werden die einzelnen Teile mit wollenem Lappen und einer guten Putzpomade oder auch Salmiakgeist nachgerieben. Schraubt sich der Brenner schlecht, so träufele man auf die Schraubenräder ein klein wenig Olivenöl. Sind alle Teile sauber, so füge man sie wieder zu einem "Ganzen" zusammen, ohne jedoch die Bassins zu füllen. Zum Schluß empfiehlt es sich noch, dem Wäscheschrank alte, aber nicht zerrissene Wäschestücke zu entnehmen, dieselben von oben über den Zylinder zu legen, den Stoff um den Fuß zusammen zu fassen und mit Bindfaden oder Band zu umbinden. Auf diese Art ist die Lampe während ihres Sommerschlafes vor Staub behütet und wenn die Arbeit der Lampenreinigung auch nicht gerade eine angenehme Prozedur ist, so werden wir für dieselbe reichlich belohnt sein, wenn wir die so behandelten Lampen im Herbst wieder in Gebrauch nehmen müssen.

(Aus "Bote der Frauenhülfe".)

Haus- u. Zimmergarten.

Abgeblühte Blumenzwiebeln, wie Hyazinthen, Tulpen, Crocus und andere, darf man nicht ihrer Blätter berauben, sondern stellt sie nach dem Verblühen in einen hellen kühlen Raum, wo sie noch ein wenig begossen werden, im übrigen aber ruhig einziehen können. Unter Einziehen versteht man das allmählige Absterben der Blätter, wobei diese noch die ihnen vorhandenen Nährstoffe der Knolle zuführen. Nachdem die Blätter völlig vergilbt und abgestorben sind, werden die Zwiebeln aus den Töpfen genommen, über Sommer trocken aufbewahrt und im Herbst aufs neue entweder aufs freie Land oder wieder in Töpfe gepflanzt. In letztere darf man sie aber nur dann pflanzen, wenn sie nicht durch Treiben zu sehr geschwächt wurden. Mangold. Jedem, der ein Gärtchen besitzt, möchte ich raten, Mangold zu säen. Dieses vorzügliche Gemüse ist noch bei vielen nicht bekannt und wird infolgedessen wenig gepflanzt.

Der Mangold wächst den ganzen Sommer durch und das Säen desselben kann April und Mai geschehen. Sobald die Pflänzchen die Größe zum Verpflanzen haben, werden dieselben reihenweise in Abständen von 20-25 cm ausgepflanzt und bedürfen nun keinerlei Pflege. Die Blätter werden wie Spinat gekocht, aber auch die Stengel können mitgewiegt werden, da sie weich und zart sind und auf vielerlei Art bereitet werden. Sie eignen sich z. B. vorzüglich als Spargelgemüse; mit Mehleinbrenne werden sie auch wie grüne Bohnen bereitet oder weich gekocht und in Pruntruterplatte mit Butter und Käse (au gratin) im Ofen gebacken. Wer nur Blätter wünscht, braucht das Beet nicht auszupflanzen; dasselbe wird genau so beschnitten wie Spinat. Nur die Herzblätter müssen stehen bleiben, damit es immer wieder nachwachsen kann. F. Z.

Haustiere.

Pflege der Stubenvögel. Die Singvögel können ebensowenig das Gas vertragen wie die Blumen. Man sollte die Vogelbauer stets aus der Nähe der brennenden Gaslampen entfernen; besonders ist das bei hochhängenden Käfigen zu beachten. Es ist sehr schädlich für die kleinen Vögel, die ganze Nacht in einer Atmosphäre zu leben, welche durch Gas verdorben ist.

(Die Werkstatt).

Kosmetik.

Weiße und weiche Hände erreicht man, wenn man diese nach getaner Hausarbeit mit Zitronenschnitten reibt. Was selbst die schärfste Seife nicht zuwege bringt, das bewirkt Zitronensaft in ganz überraschender Weise. Dabei sind derartige Waschungen für die Haut gänzlich unschädlich.