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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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Wolle eignet sich am besten dafür? Besten Dank.

Von Fr. H. in W. Weißnähen. Ist es ratsam, eine Tochter in die Fachschule zu schicken, um das Weißnähen zu erlernen, oder wäre es besser, bei einer Weißnäherin eine Lehre durchzumachen? Ist es richtig, daß den Schülerinnen der Fachschule viele Hausaufgaben gestellt werden? Wie lange dauert die vorgeschriebene Lehrzeit? Für gütige Auskunft zum Voraus besten Dank.

Von Fr. Ing. Sch. in Ch. Haarausfall. Ich leide in der letzten Zeit an sehr starkem Haarausfall. Da ich ziemlich blutarm bin, sagt man mir, daß dies der Grund des Ausfallens sei. War vielleicht eine der lieben Mitleserinnen auch schon in diesem Falle und was läßt sich gegen dieses Ausfallen der Haare tun? Für etwelchen Rat bin ich herzlich dankbar.

Antworten.

An Fr. M. K. und M. M. Schuppen. Von der Centralapotheke an der Bahnhofstraße in Zürich wird ein Haarmittel hergestellt; dasselbe nennt sich "russisches Haarpetrol", das nach meiner nun bald 2jährigen Erfahrung vollständig entspricht. Ich litt ebenfalls sehr an dem Uebel und die natürliche Folge davon war starker Haarausfall. Seit Anwendung dieses Mittels (wöchentlich einmal einreiben, anfangs vielleicht dreimal), spüre ich nun absolut nichts mehr von den lästigen Schuppen und seither ist mein Haarwuchs auch intakt geblieben. Wünsche den Fragestellerinnen ebenfalls so guten Erfolg.

An E. H. Tischlerleim. Das einfachste Auflösungsmittel ist heißes Wasser. Sehen Sie aber noch nach, ob die Leisten nicht etwa durch kleine Stifte am Schranke festgehalten werden. O. L.

An A. F. Pichelsteinermaschine. Bewährte Firmen, wo Sie diese Kasserole beziehen können, sind: Gysler-Wunderli, Sonnenquai 16, Erpf unterm Zürcherhof, Ditting, Rennweg.

An B. J. in B. Kaiserborax ist in jeder Droguerie, im Lebensmittel- und Konsumverein erhältlich.

An M. K. in Ch. Kuchenteig. 180 gr Mehl, 120 gr Butter, 60 gr Zucker, 2 Eßlöffel voll Weißwein und 1 Eigelb werden zu einem Teig gewirkt, ausgerollt und ein Blech damit belegt, mit Früchten gefüllt und in recht heißem Ofen gebacken. Auf den Teig streue ich immer etwas Mandeln oder gestoßenes altes Backwert. Dieser Teig wird Ihnen ohne Zweifel zusagen. Fr. M. O. in D.

An B. Sch. in Th. Flecken. Diese lassen sich vielleicht durch Aufdämpfen entfernen. Sonst würde ich das Kleid chemisch waschen lassen, ohne erst lange zu "pröbeln", was gewöhnlich mehr schadet als nützt. J.

An M. A. in Bern. Schnupfen. Gegen chronischen Schnupfen wurde mir seinerzeit ärztlicherseits mit Erfolg Mentho-Vorol verordnet. Ist in allen Apotheken erhältlich. Eine treue Abonnentin.

An R. K. in J. Federfressende Hühner. Diese Untugend ist kaum abzugewöhnen; sie entsteht aus Mangel an Beschäftigung und Mangel an Fleischnahrung, deren das Huhn bedarf. Das Huhn findet nun Ersatz an den bluthaltenden Federkielen, welche es seinen Kolleginnen ausrupft. Es läßt nicht mehr von dieser Untugend; also Kopf ab! Zur Verhütung geben Sie viel grüne Gemüseabfälle, im Winter etwas Runkelrüben, daneben Knochen und sehnige Fleischabfälle zum Benagen. J. H.-O.

An junge Tochter in V. Gegen Frostbeulen ist das beste Mittel "Wechselbäder", welche wie folgt angewendet werden: In eine Schüssel gießt man heißes Wasser von 35-40° R. in eine zweite Schüssel kaltes Wasser, nun steckt man beide Hände in das heiße und dann ins kalte Wasser, ca. 10-15 Mal, zuletzt immer in das kalte Wasser, dies ja nicht übersehen. Schon nach einmaliger Anwendung werden Sie Linderung spüren, bei Frost an den Füßen verfährt man ebenso. Der Frost resp. die Frostbeulen sind eine Folge gestörter Blutzirkulation und die Wechselbäder stellen diese Zirkulation wieder her. C. Sp.-B.

An treue Abonnentin. 1. Essigfleisch. Ein Stück Rindfleisch, Eckstück, Hüfte, am besten Schwanzstück, wird von den Knochen befreit, tüchtig geklopft und mit einer Zwiebel, Nelken. Lorbeerblättern, Wacholderbeeren, Pfeffer, Salz, einem gelben Rübli, in eine Schüssel gelegt und mit Essig oder halb Essig und halb Wein übergossen. Das Fleisch bleibt je nach der Jahreszeit 4-10 Tage in der Beize liegen, im Sommer kürzer, im Winter länger, und muß täglich gewendet werden. Will man es zubereiten, so legt man es zum Abtropfen auf ein Sieb, dann wird es in heißem Fett über dem Feuer schnell allseitig gebraten, aber ja nicht hineingestochen. Unterdessen röstet man in einer Pfanne 2 Löffel Mehl mit 1 Löffel Zucker ziemlich braun, löscht dieses mit einem Teil des Beizeessigs ab, gibt ein Glas Wein dazu, 2 Schöpflöffel Fleischbrühe oder heißes Wasser und das nötige Salz, gießt diese Sauce kochend heiß über das Fleisch und läßt dasselbe darin saftig weich dämpfen. Nach Belieben kann 1-2 Löffel saurer Rahm beigefügt werden. Eine braune Brotkruste mitgekocht, gibt der Sauce guten Geschmack. - Dieses Rezept führt Frau Pfr. Gschwind in ihrem Kochbuch an. - Die Beize lasse ich stets über das Fleisch gehen. Eine Schülerin der Haushaltungsschule von Fr. Pfr. Gschwind.

2. Butter. Meine ausgesottene Butter bewahre ich in einem Steinguttopf auf und, damit sie vor Fliegen geschützt ist, lege ich einen