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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Acqua; Adam

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Acqua - Adam.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Achtermann'

dem Pflug nachgehen, übte sich aber dabei im Hohschnitzen und brachte es darin zu einer solchen Geschicklichkeit, daß der Oberpräsident v. Vincke ihn an Rauch empfahl, der ihn auf Rietschels Bitte ins Atelier aufnahm. Später arbeitete er als Schüler der Akademie unter Tieck und Schadow. Gleich anfangs bildete er nur religiöse Gegenstände, die ihm vermöge ihrer streng nazarenischen Auffassung eine eigentümliche Stellung anweisen. Eins seiner ältern Werke, in welchem sich diese Hinneigung zur vorraffaelischen Formengebung ausspricht, ist das Relief an der Fassade der katholischen Kirche zu Berlin. Unter diesen Umständen war es ganz begreiflich, daß er sich nach Rom sehnte, wo er, mit dürftigen Mitteln versehen, im Anfang der 40er Jahre ankam, seinen bleibenden Wohnsitz aufschlug und in der Skulptur ganz der nazarenischen Richtung treu blieb. Von dort aus versah er auch die Kirchen seines Heimatlands Westfalen mit zahlreichen Werken, deren Formen oft innerhalb eines gewissen konventionellen Typus blieben und den eigentlichen Schwung der religiösen Empfindung vermissen lassen. Die besten darunter sind: ein Christus am Kreuz (1842) für den Herzog von Arenberg, eine im Dom zu Münster aufgestellte große Pietà und eine 1858 ebenfalls dorthin gekommene große Kreuzabnahme, aus einem einzigen Marmorblock gehauen. Unter den Arbeiten seiner spätern Jahre ist das bekannteste der Marmoraltar im Dom zu Prag (1873) mit drei großen Reliefs aus dem Leben Christi, von unendlicher Sorgfalt in der Ausführung, aber streng und trocken in Zeichnung und Modellierung.

Acqua, Cesare dell', ital. Historienmaler, geb. 22. Juli 1821 zu Pirano bei Triest, widmete sich der Malerei auf den Akademien in Venedig und in Paris und ließ sich später in Brüssel nieder. Unter den von ihm bekannt gewordenen Bildern nennen wir nur: Marino Falieri und dessen Gattin, die ziemlich mißlungenen griechischen Auswanderer (1861), Ausfall der Mailänder gegen Friedrich Barbarossa, Scene aus dem Befreiungskampf der Griechen gegen die Türken (letztere beide zwar ↔ in der Zeichnung nicht befriedigend, aber sehr geschickt in der Anordnung), Empfang der mejikanischen Deputation in Miramar, trotz des steifen, ceremoniellen Gegenstands, abgesehen von der Hauptfigur, wohlgelungen, und sein neuestes, vielleicht bestes Werk: Simson und Delila.

Adam, Malerfamilie, jetzt, nach dem Tod Eugens (gest. 1880), bestehend aus zwei Söhnen und Schülern des Schlachtenmalers Albrecht A. (gest. 1862), nämlich Benno und Franz, und dem Sohn Bennos, Emil.

1) Benno, geb. 15. Juli 1812 zu München, ist Meister in der Darstellung der Haustiere in Verbindung mit den Menschen sowie der Jagdtiere. Er begann seine künstlerische Thätigkeit mit dem Lithographieren der Werke seines Vaters, bald aber wandte er sich der Tiermalerei zu und entwickelte namentlich in der Ausprägung des Charakters der Tiere sowohl von der ernsten wie von der komischen Seite ein großes Talent, so daß man ihn »den deutschen Landseer« genannt hat. Zu seinen besten Bildern gehören, außer den drei in der Neuen Pinakothek befindlichen: eine Fuchsjagd, ein angeschossener Hirsch von einem Hund gestellt (beide in Lebensgröße) und die zwei noch 1879 in München ausgestellten Jagdbilder: Sauhatze u. Halali.

Bekannter als Maler des Soldaten- und Schlachtenlebens und insbesondere des Pferdes ist

2) Franz, geb. 4. Mai 1815 zu Mailand. Schon 1849 machte er mit seinem Bruder Eugen (gest. 1880) während des Kriegs in Italien seine Studien und ging zu demselben Zweck im folgenden Jahr auch nach Ungarn, aber er unterscheidet sich von der Weise seines Vaters durch eine realistischere Auffassung, verbunden mit einem gründlichen Naturstudium. Ebenso geschickt ist er in der Darstellung volkstümlicher Sitten, namentlich des ungarischen Lebens, was ihm besonders in Österreich großes Ansehen verschaffte, und in Reiterporträten. Dahin gehören z. B.: eine Schiffsfähre an der Theiß und eine Herde Schafe an demselben Fluß, ebenso das Kroatenquartier in der Villa Mestre (im Besitz des Kaisers von Österreich) und die Reiterporträte

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 5.