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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Alt; Amaury-Duval

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Alt - Amaury-Duval.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Alma-Tadĕma'

Improvisator, das Bildhaueratelier (1878) und als das neueste (1879 ausgestellt) die freilich nicht zu seinen Meisterwerken gehörende Morgengabe der Galeswintha. Wie er 1878 auf der Pariser Ausstellung eine höchst interessante Auswahl seiner Bilder hatte, so auch 1879 in München das genannte Bildhaueratelier, den Spiegel, die Witwe und das reizende Bildchen: eine Frage. Fast alle diese Bilder malte er mit bewunderungswürdiger Technik und einem in verschiedener Weise erfreulichen malerischen Eindruck, bald in hellerm Ton, bald in tieferer Färbung, aber stets mit absoluter Vollendung. 1871 verlegte er seinen Wohnsitz von Brüssel nach London, wo 1874 bei einer Explosion in der Nähe des Regent-Parks sein in pompejanischem Stil eingerichtetes Haus nebst seinem Atelier, das zahlreiche Kunstschätze enthielt, großenteils zerstört wurde. - Auch seine Gattin Laura A., eine geborne Engländerin, malt in ihres Gatten Atelier, aber nicht in seinem Stil. Bis jetzt stellte sie nur einige Genrebilder aus.

Alt, Rudolf, Aquarellmaler, geb. 28. Aug. 1812 zu Wien als Sohn des Malers Jakob A. (gest. 1872), trat schon mit 14 Jahren in die dortige Akademie, half seinem Vater im Kolorieren geätzter oder auf Stein gezeichneter Ansichten und malte selbständig in Wasserfarben. Mit 16 Jahren machte er mit seinem Vater durch Tirol und Oberitalien eine Reise, welche die lebhaftesten Eindrücke in ihm zurückließ und ihn zu fernern größern Wanderungen bewog, auf denen er 1833 zuerst Verona und Venedig erblickte. Die daraus entnommenen Aquarellbilder zogen ihm anderweitige Aufträge zu, so daß er 1835 seine erste Reise nach Rom und Neapel machen konnte, wo ihm die Bauwerke wie die landschaftliche Umgebung zu zahlreichen Aquarellen die Motive boten, aber auch seine Lust zu Reisen noch steigerten. Sie erstreckten sich 1840 namentlich auf Dalmatien, dessen malerische Städte die Glanzpunkte seiner Studien wurden. Nachdem er 1852 auch eine Donaureise gemacht und für den Österreichischen Lloyd in Triest eine Reihe von Donauansichten gemalt hatte, ging er auf mehrere Jahre ↔ nach Böhmen und malte als Aquarelle viele dortige Schlösser. Unter seinen dann folgenden Reisen ist besonders die nach der Krim (1863) wichtig für ihn geworden, dagegen war die Ausbeute einer Reise nach Sicilien (1867) nur gering, indem ihn die Cholera von dort vertrieb. Die Frucht aller dieser Wanderungen war eine Fülle von Aquarellen, in denen er Landschaften, Städteansichten und Bauwerke von außen wie von innen mit einer solchen Meisterschaft darstellt, daß er hierin unübertroffen dasteht, aber auch die Grenzen der Aquarellmalerei nicht überschreitet. Was ihn vor allem auszeichnet, sind das reine Naturgefühl und die Gewissenhaftigkeit, mit der er jedes Einzelne wiedergibt ohne eine Spur von Konventionellem und ohne Haschen nach auffallenden Effekten. Dabei verbindet er mit einer wunderbaren Schärfe des Auges die größte Sicherheit und Gewandtheit der Hand, die ihn für die Zeichnung und malerische Ausführung der Bauwerke fast noch geschickter machen als für das Landschaftliche. Und ebenso vollendet sind sein wahres, harmonisches Kolorit und seine lebensvolle Figurenstaffage. Aus der großen Zahl seiner Aquarelle, die massenweise in die Hände der dadurch reich gewordenen Kunsthändler und in Privatbesitz kamen, nennen wir als einige der bedeutendsten: Klosterhof von Monreale, Küste bei Neapel, Hafen von Palermo, Titusbogen in Rom, Tempel der Vesta, Campo Vaccino, Brunnen in Nürnberg, Dürrenstein, das alte und das neue Wien, die Dome zu Orvieto und zu Mailand und das Innere der Marcuskirche in Venedig. Zu seinen wenigen, im ganzen künstlerisch unbedeutenden Ölbildern gehören: die Stephanskirche in Wien (1832) und die Aussicht auf die Giardini pubblici in Venedig (1834, beide im Belvedere zu Wien), Straße in Innsbruck u. a. Er ist Mitglied der Akademie in Wien.

Amaury-Duval (spr. amohrí-düwáll), mit seinem vollständigen Namen Eugène Emmanuel Pineau du Val, franz. Porträt- und Historienmaler, geb. 8. Febr. 1808 zu Montrouge (Seine), kam 1826 in das Atelier von Ingres und wurde dessen ausgezeichnetster Schüler. Nachdem er

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 12.