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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Ballin; Ballu; Balmer; Balze

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Ballin - Balze.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Ball'

die in ihrem schlichten Realismus bedeutendsten: die marmorne Kolossalstatue des amerikanischen Schauspielers Forrest als Coriolan (1866), die 1870 im Statehouse zu Boston enthüllte Marmorstatue Andrews, Gouverneurs von Massachusetts, die Gruppe mit dem Todesengel auf dem Friedhof in Boston (1872), das in München 1874 gegossene Emancipationsdenkmal in Washington, bestehend aus einer Statue des Präsidenten Lincoln, der einem Neger die Fesseln abnimmt, eine Statue des Evangelisten Johannes, eine mehrmals wiederholte Statue der Eva, zahlreiche Genrebildwerke u. mehrere Porträtbüsten.

Ballin, Joel, dän. Kupferstecher, geb. 22. März 1822 zu Veile (Jütland), kam schon früh auf die Akademie nach Kopenhagen, wo er anfangs die Malerei betrieb, bis er 1846 nach Leipzig ging, um sich als Kupfer- und Stahlstecher auszubilden. Von da zog er mit einem Reisestipendium 1848 nach Paris, wo er blieb, bis der Krieg von 1870/71 ihn veranlaßte, sich in London niederzulassen. Unter seinen sehr gelungenen, wirkungsvollen Stichen nennen wir: der Schulmeister, nach Ostade; junges Mädchen, nach Jan Victor (beide im Louvre), und in gemischter Manier: die Taufe, nach Knaus; eine Madonna, nach Murillo (Landesgemäldegallerie in Pest); das Benedicite und die Hochzeit, nach Brion, u. a. Man hat mehrere trefflich radierte Blätter von ihm. 1862 wurde er Ritter des Danebrogordens und 1877 Mitglied der Akademie in Kopenhagen.

Ballu (spr. ballüh), Théodore, franz. Architekt, geb. 8. Juni 1817 zu Paris, erhielt seine künstlerische Ausbildung in der École des beaux-arts, war 1835-40 Schüler von Lebas und trug im letztgenannten Jahr den großen Preis davon. Nachdem er darauf Griechenland bereist hatte, wurde er Inspektor der Bauarbeiten an der Kirche Ste. Clotilde und trat 1850 an die Stelle Gaus, indem er dessen Plan zwar im allgemeinen beibehielt, aber der Kirche die herrlichen durchbrochenen Turmpyramiden verlieh. Außerdem restaurierte er den bekannten gotischen Turm St. Jacques la Boucherie (1853) und die Kirche ↔ St. Germain l'Auxerrois (1858), baute 1861-67 im modernisierten Renaissancestil die Kirche Ste. Trinité und 1863-69 in reich verziertem romanischen Stil die Kirche St. Ambroise in Kreuzform mit einer großen, von Arkaden durchbrochenen Vorhalle und zwei eleganten Türmen. 1857 erhielt er das Ritter- und 1869 das Offizierkreuz der Ehrenlegion; 1872 wurde er Mitglied der Kunstakademie. Er gab 1874 eine Monographie über die Kirche St. Ambroise heraus.

Balmer, Joseph, Historienmaler, geb. 27. Nov. 1828 zu Abtwyl (Aargau), lernte anfangs unter Anton Butler in Luzern, ging 1852 nach Düsseldorf, wo er Schüler von Mücke wurde, unter dem er zunächst ein Bild aus der Schweizer Geschichte malte. Dann malte er unter Schadows Leitung den Tod des heil. Joseph. Nach einer fernern Studienzeit in Karlsruhe unter Descoudres und Canon erhielt er zahlreiche Bestellungen für katholische Kirchen im Badischen und in der Schweiz. 1871 hatte er auf der Schweizer Ausstellung einen Cyklus von Aquarellen für Fresken in der Tellskapelle, der, sehr ausdrucksvoll komponiert, nicht zur Ausführung gelangte. Dazu kamen später noch einige Wandmalereien und Altarbilder. Er lebt in Luzern.

Balze (spr. bals'), 1) Jean Etienne Paul, franz. Historienmaler, geb. 25. Aug. 1815 zu Rom, trat 1831 in Paris in die École des beaux-arts, wurde Schüler von Ingres, für den er in Italien in Gemeinschaft mit seinem Bruder Raymond mehrere der bedeutendsten Werke Raffaels kopierte, z. B. die Schule von Athen, ebenso die Apotheose Homers von Ingres für das Palais des beaux-arts. Unter seinen übrigen Arbeiten sind hervorzuheben: die Steinigung des Stephanus (1861), die Krönung der heil. Jungfrau in der Kirche St. Symphorien in Versailles, die Malereien in der Vorhalle der Kirchen St. Augustin und der Dreifaltigkeit und die Restauration der Fresken Romanellis in vier Sälen des Louvre. Er erfand ein Verfahren der Malerei auf emaillierten Ziegeln, das bei größerer Wohlfeilheit und

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 25.