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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Barzaghi-Cattanĕo; Bastien-Lepage; Bastos; Bauck; Baudot

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Barzaghi-Cattaneo - Baudot.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Barzaghi'

dem Wasser gerettete Moses (1879, in München), der Fischerknabe und die reizende Gruppe: der erste Freund (Mädchen mit einem Hund), sämtlich in Marmor.

Barzaghi-Cattanĕo (spr. bars-), Antonio, ital. Historien-, Genre- und Porträtmaler, geb. 1835 zu Lugano (Tessin), besuchte die Akademie in Mailand, nahm sich aber vorzugsweise in Venedig die dortigen Meister zum Muster. Mit Porträten und kleinern Bildern anfangend, erhielt er bald größere Aufträge auf Monumentalmalereien und Fresken, z. B. in der Kirche zu St. Spiridion in Triest und im Hôtel National zu Luzern. Von seinen Staffeleibildern sind zu nennen: Beatrice Cenci, Tasso (Museum in Basel), die Republikaner in Florenz, das kleine meisterhafte Bild: Diana von Poitiers bei Franz I. für ihren verurteilten Vater um Gnade bittend, das Genrebild: alte und neue Korrespondenzen und mehrere koloristisch glänzende Frauengestalten. Seine bedeutendste Arbeit sind die 1874 vollendeten Fresken in der Kirche zu Horgen am Züricher See: die Gesetzgebung Moses' und die Bergpredigt Christi, von ungewöhnlich glänzendem Kolorit.

Bastien-Lepage (spr. basstjäng löpáhsch), Jules, franz. Porträtmaler, geb. 1. Nov. 1848 zu Damvillers (Meuse), widmete sich anfangs dem Verwaltungsfach, vertauschte es aber mit der Malerei und wurde Schüler von Cabanel. Zu den besten seiner seit 1873 ausgestellten Bilder gehören: im Frühling, der Frühlingsgesang, Porträt meines Großvaters (1874), die Kommunikantin, Porträt des Herrn Wallon (1876), Porträt »meine Eltern«, Porträt von André Theuriet (1878) und das im Pariser Salon von 1879 allgemein bewunderte Porträt der Schauspielerin Sarah Bernhardt. Auf derselben Ausstellung hatte er ein sehr realistisches landschaftliches Genrebild: die Oktoberzeit. 1874 und 1875 erhielt er Medaillen und den zweiten Preis für Rom.

Bastos (spr. wásstohs), Victor, der bedeutendste der jetzigen Bildhauer Portugals, geb. 25. Jan. 1822 zu Lissabon, widmete sich als Schüler der dortigen Akademie anfangs der Zeichenkunst, wurde ↔ 1855 Lehrer derselben an der Universität in Coimbra und machte sich durch seine Kreidezeichnungen: die Samariterin am Brunnen (1855), der Zinsgroschen u. a. einen Namen. Einige Jahre nachher ergriff er die seinem Talent mehr zusagende Plastik, wurde schon 1860 Professor der Skulptur an der Akademie zu Lissabon, bereiste in den folgenden Jahren im Auftrag seiner Regierung die Hauptkunststädte Frankreichs, Englands und Italiens und machte dann sein Glück mit mehreren bedeutenden Monumentalstatuen. Es sind vor allen: die von acht Marmorgestalten umgebene kolossale Erzstatue des Camoens in Lissabon (1867), eine Marmorstatue des Königs Dom Pedro V. im Castello de Vide (Provinz Alemtejo), eine kolossale Bronzestatue des bekannten Entdeckers Magelhaens (1873) in Lissabon, sechs dekorative Statuen am Triumphbogen auf dem dortigen Handelsplatz sowie mehrere Basreliefs und Büsten.

Bauck, Jeanna Maria Charlotte, schwed. Landschaftsmalerin, geb. 19. Aug. 1840 zu Stockholm, Tochter des Konservators des dortigen Museums, Karl Wilhelm B., begab sich im September 1863 nach Deutschland, lebte meistens in München, machte jährliche Studienreisen nach Tirol, der Schweiz und Venedig, lebte von 1879-1880 in Paris und kehrte im Herbst 1880 nach München zurück. Ihre künstlerische Ausbildung erhielt sie von Ehrhardt in Dresden, Albert Flamm in Düsseldorf, Karl Ludwig, Langko und Joseph Brandt in München. Zu den bedeutendsten ihrer sehr beliebten Werke gehören die 1878 mit der silbernen Preismedaille gekrönte Dorfstraße bei aufsteigendem Gewitter mit einer durchziehenden Zigeunerbande und 1880 das größere Bild: der Johannisabend. Mit größtem Erfolg leitet sie in München eine Malerschule für junge Mädchen.

Baudot (spr. bodóh), Joseph Eugène Anatole de, franz. Architekt, geb. 14. Okt. 1834 zu Sarrebourg (Meurthe), Schüler von Labrouste und Viollet le Duc, machte sich auf den Ausstellungen durch zahlreiche Entwürfe und Pläne zu kirchlichen Gebäuden und Schlössern einen

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 30.