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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Beckerath

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Beckerath.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Becker'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 4)

Berlin), ferner die Testamentsverhandlung und die weniger gelungenen: Ulrich von Huttens Dichterkrönung und Kaiser Maximilian empfängt in Verona eine venetianische Gesandtschaft. Von den venetianischer Bildern nicht wesentlich verschieden, zeigen sie im Grunde dieselben Typen, weil es dem Kostümmaler an eigentlicher seelischer Auffassung fehlt. In derselben Weise behandelt er auch anmutige Scenen aus der Rokokozeit; auch hier bleibt das glänzende Machwerk ohne tiefere Charakteristik der Gestalten. Eins seiner besten Bilder war der 1880 ausgestellte Othello, der seine Abenteuer der Desdemona und ihrem Vater Brabantio erzählt. Er ist Mitglied der Akademie in Berlin und Professor an derselben.

5) Karl, Kupferstecher, geb. 31. Aug. 1827 zu Berlin, Bruder von B. 1), war anfangs Schüler von Franz Schubert, kam 1844 auf die Akademie, wurde in Buchhorns Atelier aufgenommen, und als dieser sein Atelier an Mandel übergab, wurde er dessen Schüler. Er arbeitet, wie sein Bruder, in Linienstich und in Mezzotinto. Seine Hauptblätter sind: Ecce homo, nach Teschner; die beiden Marien am Grab Christi, nach Anna Schleh; die Taubenverkäuferin, nach J. ^[Julius] Röder (die beiden letztern Mezzotinto); Italien, nach W. v. Kaulbach (Kartonstich), und Selbstporträte nach Franz Mieris und Andrea del Sarto.

6) Peter, Landschafts- und Architekturmaler, geb. 10. Nov. 1828 zu Frankfurt a. M., hatte als Sohn unbemittelter Eltern große Schwierigkeiten, bis es ihm bei seinem Zeichentalent gelang, wenigstens in den Elementarunterricht des Städelschen Instituts zu treten. Doch bald rückte er weiter und bildete sich 1844-50 unter Jakob Becker und Hessemer. Später bereiste er vorzugsweise die Ufer des Rheins und seiner Nebenflüsse und nahm dorther die Motive seiner fein gefühlten, trefflich ausgeführten, aber selten ausgestellten Landschaften in Öl wie in Aquarell. Eine Zeitlang beschäftigte er sich viel mit der Zeichnung der Ornamente in den Kartons für Glasfenster. Für die Verlagshandlung von May zeichnete er ein Rheinalbum, ↔ für König Friedrich Wilhelm IV. ein Album von der Saar (Lithographien) und für Prestel in Frankfurt 30 große Kartons: Bilder aus dem alten Frankfurt.

7) Ernst Albert (gewöhnlich »Q. B.«), Genre- und Tiermaler, geb. 22. Okt. 1830 zu Berlin, bildete sich auf der dortigen Akademie und speciell unter Aug. v. Klöber aus, der ihn viele Jahre hindurch bei der Ausführung seiner Fresken hinzuzog. In den 60er Jahren studierte er längere Zeit in Paris und widmete sich dort, der französischen Technik huldigend, vorzugsweise der Malerei der Haustiere, und weil er damals gern Kühe malte, gaben ihm seine Kunstgenossen den Namen »Kuh-Becker«, welchen er selbst dadurch fixierte, daß er auf seine Bilder das Monogramm »Q. Becker« setzte. Dergleichen oft den französischen Dörfern entlehnte Tierstücke, Bauernhöfe mit menschlicher Staffage, selten mit Landschaft verbunden, brachte er seit seiner Rückkehr nach Berlin auf viele Ausstellungen, z. B.: das Blindekuhspiel, Dorfscene, Hühner bei der Morgentoilette, ungebetene Gäste, vor dem Pfarrhaus, die Rast am Forsthaus etc.

Beckerath, Moritz von, Historienmaler, geb. 1838 zu Krefeld, war von 1857 an Schüler der Düsseldorfer Akademie unter Joseph Kehren und ging 1859 nach München, wo er sich unter v. Schwind und durch eignes Studium weiter bildete. Seine Bilder zeigen zwar hin und wieder eine großartige Auffassung und treffende Charakteristik, aber auch eine unmalerische Komposition und ein trocknes Kolorit; ersteres z. B. der Karton: Wittekind ruft die Sachsen zum Kampf (1861) und der Cyklus von Zeichnungen aus der Geschichte Brunhilds; auch die spätern Bilder wurden nur mit geteiltem Beifall aufgenommen, so namentlich eine Episode aus der Cimbernschlacht, Tod des Grafen Ulrich von Württemberg in der Schlacht bei Döffingen 1388, Bestattung Alarichs (ganz nach Platens Gedicht), ebenso der allzu theatralische Lear und der Narr sowie die wenig gelungene Darbringung der deutschen Kaiserkrone durch König Ludwig II. von Bayern. Von trefflicher Komposition waren: die Flucht Napoleons

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 36.