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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Begas-Parmentier; Behrendsen

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Begas-Parmentier - Behrendsen.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Begas'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 2)

für Köln ein entschiedener Naturalismus und eine dramatische Energie der Komposition aus. Großenteils nach diesen Arbeiten entstanden als seine bedeutendem Schöpfungen: eine Venus, die den Amor tröstet, eine sehr ans Malerische streifende Susanna im Bad, ein meisterhafter Pan, der einen jungen Faun im Flötenspiel unterrichtet, ein Merkur, der die Psyche entführt (1878, Nationalgallerie), mehrere Tiergruppen für das Schlachthaus in Pest, die Kolossalgruppe des Raubes der Sabinerinnen, die Statue des Reichtums für den Festsaal der Reichsbank, der berühmte Moltke-Kopf (Berliner Ausstellung 1879) und andre Porträtbüsten. Die Denkmäler Wilh. und Alexander v. Humboldts für den Vorgarten der Berliner Universität wurden ihm und seinem Schüler Otto übertragen. Seine neueste, noch im Entstehen begriffene Arbeit ist eine Statue der Bellona für die Ruhmeshalle des Zeughauses in Berlin. Mit Ehrenbezeigungen und Auszeichnungen überhäuft, übernahm er 1876 die Leitung der Bildhauerschule der Akademie.

3) Der dritte Bruder, Adalbert Franz Eugen B., geb. 5. März 1836 zu Berlin, widmete sich, wie Oskar, der Historie und dem Porträt. Nachdem er einen Zeichenkursus auf der Akademie absolviert hatte, begann er mit der Kupferstecherkunst und ging deshalb 1860 nach Paris, wo er aber dieser Kunst entsagte und seiner Neigung zur Malerei folgte. Um sich darin auszubilden, ging er 1862 nach Weimar und arbeitete in Böcklins Atelier, aber ohne von dessen genial-zerfahrener Weise etwas anzunehmen. Von dort kehrte er nach Berlin zurück und eröffnete seine Thätigkeit mit einigen Porträten und einer wohlgelungenen Kopie des heil. Antonius von Murillo. Die letztere verschaffte ihm Aufträge ähnlicher Art, die ihn veranlaßten, nach Rom zu gehen, wo er 1863 Tizians himmlische und irdische Liebe und Pordenones Tochter der Herodias, ebenso nach Bologna 1866, wo er Raffaels heil. Cäcilia kopierte. In Rom entstanden damals auch mehrere mythologische Gegenstände und das in die Nationalgallerie zu Berlin gekommene Genrebild: Mutter ↔ mit ihrem Kinde, das stilistisch fast den Eindruck eines ältern Bildes der venetianischen Schule macht (1864). Nachdem er 1867 noch eine seiner künstlerischen Richtung weniger entsprechende Auferstehung Christi für die Kirche zu Nimptsch i. Schl. gemalt hatte, erzielte er im Anfang der 70er Jahre seine Haupterfolge mit dem Bild: Amor findet die Psyche und noch mehr mit einer Gallerie weiblicher Halbfiguren allegorischen Inhalts, die ihn sehr populär machten, aber, wie es scheint, seine produktive Kraft, hoffentlich nur für eine Zeitlang, erschöpften. Seit mehreren Jahren ist sein Hauptfach das Porträt, namentlich das weibliche, das freilich häufig an einer gewissen Koketterie und an einer unwahren Behandlung des Fleisches leidet. Ebensowenig sind seine neuesten Genrebilder, z. B.: der letzte Freund, der kleine Anfang, von großer Bedeutung. Seit 1877 ist B. mit der Architekturmalerin Luise Parmentier (s. unten) verheiratet.

4) Der jüngste Bruder, Karl B., geb. 11. April 1849, widmete sich, wie sein Bruder Reinhold, der Bildhauerei, lebte mehrere Jahre in Rom und erregte dort durch Porträtbüsten die schönsten Hoffnungen, die er nach seiner Rückkehr durch seine reizende Gruppe der Geschwister (1878) und durch das Modell einer Victoria für die Ruhmeshalle des Berliner Zeughauses rechtfertigte.

Begas-Parmentier (spr. -parmangtjéh), Luise, Architekturmalerin, geboren zu Wien, begann ihre Studien im elterlichen Haus unter Anleitung des Landschaftsmalers Schindler und des Radierers Will. Unger, machte dann Reisen nach Konstantinopel, mehrmals nach Italien, insbesondere Venedig, Rom und Taormina auf Sicilien. Seit ihrer Verheiratung (1877) mit dem Maler Adalbert Begas lebt sie in Berlin. Ihre Hauptwerke sind: venetianische Architekturen, Kücheninterieur aus Sicilien und Begräbnisplatz in Skutari.

Behrendsen, August, Landschaftsmaler, geb. 1819 zu Magdeburg, bildete sich auf der Akademie in Berlin unter F. W. Schirmer, lebte später in Königs-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 39.