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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Bellermann; Bellows; Bellucci; Benczur

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Bellermann - Benczur.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Bellel'

nach Emmaus (1878) und mehrere treffliche Kohlezeichnungen auf der internationalen Ausstellung 1878. 1860 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

Bellermann, Ferdinand, Landschaftsmaler tropischer Gegenden, geb. 1814 zu Erfurt, begann mit der Porzellan- und Miniaturmalerei, die er in Weimar betrieb, wo er auch die Kunstschule besuchte. Als ihn ein Augenübel nötigte, diesen Kunstzweig aufzugeben, ging er nach Berlin und bildete sich auf der Akademie unter Friedr. Wilh. Schirmer aus, besuchte Belgien, Holland und Norwegen und ging dann, angeregt durch Alexander v. Humboldt, der die Landschaftsmaler auf die Tropenwelt hinwies, mit Unterstützung des Königs von Preußen nach Südamerika, wo er besonders in Venezuela vier Jahre lang die Wunder der Urwälder und die großartigen Gebirgsformationen studierte. Mit etwa 300 Reisestudien kehrte er zurück, die ins Kabinett der Handzeichnungen (Neues Museum) kamen und zum Teil in farbenglühenden Ölbildern ausgeführt wurden, z. B.: Guacharohöhle, Abend in den Lagunen von Maracaibo, aus den Anden von Venezuela, südamerikanischer Urwald, Abend am Orinoko, Zuckerplantage u. a., aber trotz ihrer virtuosen malerischen Behandlung dem Charakter der tropischen Natur nicht getreu sind. Später widmete er sich mehrere Jahre dem Lehrfach, bereiste wiederum Italien und wurde 1866 Professor an der Landschaftsklasse der Akademie in Berlin. Von seinen nicht tropischen, sehr energisch gemalten Landschaften nennen wir nur: einige norwegische Gebirgspartien, Stubbenkammer auf Rügen, Hünengrab, Palast der Königin Johanna bei Neapel, Wasserfall von Terni und Castel Gandolfo.

Bellows (spr. béllohs), Albert F., amerikan. Genre- und Landschaftsmaler in Öl und in Aquarell, geboren zu Milford (Massachusetts), kam schon in frühester Kindheit nach Salem, trat dann mit 16 Jahren bei einem Architekten in Boston in die Lehre, gab dies Fach aber nach einigen Jahren auf und ergriff die Malerei, worin er sich in Paris und auf der Akademie in Antwerpen ausbildete. Später ↔ malte er in New York, in Boston, aber auch in England und Wales. Er war eins der frühesten Mitglieder der amerikanischen Gesellschaft der Aquarellisten und wurde 1868 Ehrenmitglied der belgischen Gesellschaft der Aquarellisten. Anfangs malte er Genrebilder in Öl; als er aber 1865 die Aquarellmalerei in England kennen lernte, wandte er sich dieser zu und brachte es namentlich in Landschaften zu bedeutenden Leistungen, z. B.: Nachmittag in Surrey (1866), die Themse bei Windsor, das Kind des Schnitters, Landsitz in Devonshire, Sonntagsnachmittag in Neuengland, Dorfschule in Neuengland (Ölbild) u. a.

Bellucci (spr. bellúttschi), Giuseppe, ital. Historienmaler, geb. 1827 zu Florenz, Schüler von Bezzuoli und Pollastrini, diente als Freiwilliger im Krieg von 1848 und debütierte in glänzender Weise mit einer Hagar in der Wüste, der bald nachher der noch beifälliger aufgenommene Paulus vor Poppäa folgte. Unter seinen übrigen, zum Teil für den König Victor Emanuel gemalten Bildern sind zu nennen: der Tod des Alexander von Medici, Emanuel Philibert veranlaßt ein Bündnis gegen Österreich zwischen dem Hause Savoyen und dem König von Frankreich und Erkennung der Leiche Manfreds. B. ist Professor an der Akademie in Florenz, Ritter des Mauritius- und des Lazarusordens.

Benczur (spr. bénßur), Julius, Historienmaler, geb. 28. Jan. 1844 zu Nyiregyhaza in Ungarn, zog schon in früher Jugend mit seinen Eltern nach Kaschau, wo er auf der Realschule so leidenschaftlich zeichnete und malte, daß der Vater endlich dem Rate der Freunde folgte und den Sohn 1861 nach München schickte, wo er auf der Akademie zunächst Hiltensperger und Anschütz zu Lehrern hatte und 1869 in Pilotys damals sehr glänzende Schule trat. Einen Ruf nach Weimar und nach Prag ablehnend, blieb er dort ansässig, eng befreundet und seit 1873 verschwägert mit Gabriel Max. Studienreisen machte er nur nach Österreich-Ungarn, Süddeutschland, Frankreich und Oberitalien. Schon 1867 er-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 41.