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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Benouville; Benson; Benz; Benzōni; Béranger; Berchère

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Benouville - Berchère.

Benouville (spr. bönuwíl), Jean Achille, franz. Landschafts- und Architekturmaler, geb. 15. Juli 1845 zu Paris, wo er, wie sein 1859 verstorbener Bruder, der Historienmaler Léon V., Schüler von Picot wurde und sich in den genannten Fächern sehr auszeichnete. Nachdem er 1845 den großen Preis für Rom erhalten hatte, bereiste er Italien und brachte sowohl von dort wie aus manchen Teilen Frankreichs eine Reihe von Landschaften, die ein poetisches Gefühl für landschaftliche Stimmung und eine elegante Zeichnung, aber ein zuweilen etwas trocknes Kolorit zeigen. Dahin gehören z. B.: etrurische Gräber bei Sutri, Gegend bei Velletri, die Peterskirche in Rom von der Villa Borghese aus (1863), Tivoli (1864), das Kolosseum in Rom vom Palatin aus und das Schloß Lugagnan in den Pyrenäen (im Museum des Luxembourg), der Hohlweg, das Thal von Maurevielle im Departement du Bar (1876), der See von Albano (1877) und der Anio zwischen Tivoli und Vicovaro (1878). Nach mehreren in den Ausstellungen erlangten Preisen wurde er 1863 Ritter der Ehrenlegion.

Benson (spr. bénns'n), Eugene, amerikan. Genremaler, geb. 1839 zu Hyde-Park am Hudson, erhielt seine Ausbildung in der Nationalakademie zu New York und im Atelier des Porträtmalers J. H. (Anmerkung des Editors: James Henry) Wright. Dann machte er Kunststudien im Louvre zu Paris, mehr noch in Venedig nach den dortigen alten Meistern und bereiste Ägypten und Syrien. Nach seiner Rückkehr wurde er 1862 Genosse der Akademie in New York. Unter seinen meistens im Kolorit der alten Venetianer gemalten Bildern werden gerühmt: der Rückblick, der Anatom, verirrte Masken (1873), der Kaufmann in Kairo, Bazar in Kairo (1877), Andacht der Bauern in Cadore, Totenstille auf dem Hügel, der Scirocco in Venedig u. a. Er war lange Zeit litterarischer Mitarbeiter an mehreren nordamerikanischen Journalen. Seit 1871 lebt er in Rom.

Benz, Severin, Historienmaler, geb. 1834 zu Marbach im Kanton St. Gallen, besuchte die Akademie in München, wurde 1857 Schüler von Karl Piloty und machte ↔ dann eine längere Studienreise nach Italien. Seine Thätigkeit hat sich bis jetzt fast ganz auf religiöse Bilder von edlem Stil und glänzendem Kolorit, viele für Kirchen des Bistums St. Gallen, und auf Porträte beschränkt, z. B. unter jenen: Christus als Gärtner bei der Magdalena, die Auferstehung Christi, Abnahme vom Kreuz, Kreuzigung, Auferstehung Christi, Christus und die Mühseligen, die Samariterin am Brunnen, die Flucht nach Ägypten u. a. Von der Akademie der Wissenschaften in München erhielt er ein Ehrendiplom für Verbesserungen in der stereochromischen Malerei.

Benzōni, Giuseppe Daniele, ital. Bildhauer, geb. 1827 zu Pongavazzo bei Bergamo, schuf mehrere ideale und Genrebildwerke, die sehr gerühmt werden, z. B.: St. Johannes mit dem Lamm, ein Mädchen, das einem Hund den Splitter aus dem Fuß zieht, ein heil. Hieronymus und ein Marmordenkmal des Kaisers Franz von Österreich.

Béranger (spr. berangschéh), Antoine Emile, franz. Genremaler, geb. 30. Aug. 1814 zu Sèvres (Seine-et-Oise), wo er anfangs an den Arbeiten seines gleichnamigen Vaters als Porzellanmaler sich beteiligte. Von 1863 an aber stellte er eine Reihe von zierlichen Genrebildern kräftigen Kolorits aus, in denen er besonders das Leben der jungen Arbeiterinnen schildert, z. B.: Ordnung und Unordnung, die ersten Freuden, die neue Magd, ein hoffnungsvoller Bursch, eine Stickerin und ähnliche.

Berchère (spr. berschähr), Narcisse, franz. Landschaftsmaler, geb. 11. Sept. 1819 zu Etampes (Seine-et-Oise), Schüler von Renoux und von Ch. Rémond, bereiste, nachdem er 1844 mit einer aus Gil Blas entlehnten Landschaft debütiert und darauf einige Landschaften aus Frankreich gebracht hatte, 1846 Spanien nach allen Richtungen und 1849 auch den Orient, der ihm zahlreiche Motive für seine Landschaften bot. Er hat zwar eine gewisse Vorliebe für das Seltsame und Fremdartige in der Natur, aber seine Bilder sind naturwahr, trefflich komponiert und gezeichnet und von zartem Kolorit. Zu seinen hauptsächlichen Landschaften

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 44.