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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Benk; Bennewitz von Löfen

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Benk - Bennewitz von Löfen.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Bendemann'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 1)

der sächsischen Klöster besteht sowie aus einem darüber hinlaufenden Fries, der die kulturliche Entwickelung des Menschen nach der Anschauung des Mittelalters zeigt. Noch sinnreicher in der Komposition, jedenfalls heiterer durch die stereochromische Malerei ist der Ballsaal, der uns das ganze Leben der Griechen in poetischer, bezaubernder Weise vorführt. Von geringerer Bedeutung sind die sich an seinen Aufenthalt in Düsseldorf knüpfenden monumentalen Malereien: die Fresken in der Aula der dortigen Realschule, die sich auf Wissenschaft, Handel, Industrie und Kunst beziehen, sowie die Malereien im Schwurgerichtssaal zu Naumburg und die nach seinen Entwürfen von seinem Sohn Rudolf B. (s. d.) sowie den Brüdern Röber und Wilh. Beckmann ausgeführten Wandmalereien im ersten Cornelius-Saal der Nationalgallerie, in denen die Kräfte des Geistes und des Gemüts, welche die Schöpfungen der Kunst bedingen, das Verhalten des Menschen zur Gottheit und das Erdenwallen des Genius veranschaulicht werden. Dazu kommen, abgesehen von einigen Kartons zu »Nathan dem Weisen« und sonstigen Illustrationen, als Ölbilder der letzten Jahre: Jeremias beim Fall Jerusalems (1872, Nationalgallerie), der, wenn auch nicht von sehr mächtiger Wirkung, mit den den frühern Bildern des Meisters eigentümlichen Vorzügen einen größern Realismus und koloristischen Effekt verbindet, sowie die 1876 entstandene Penelope, die, im Geiste des Altertums gedacht, nur in der Umgebung zu modern ist. Auch als Porträtmaler beweist B. eine hohe Meisterschaft. Er ist Mitglied fast aller Kunstakademien und Ritter zahlreicher Orden.

2) Rudolf Christian Eugen, Historienmaler, Sohn des vorigen, geb. 11. Nov. 1851 zu Dresden, bildete sich auf der Akademie in Düsseldorf und nachher unter der Leitung seines Vaters aus, brachte bis jetzt eine Scene aus der Frithjofssage von tüchtiger Zeichnung und liebevoller Ausführung, eine Nymphe von anmutigem Fluß der Linien und klarer Färbung und beteiligte sich bei der Ausschmückung der Nationalgallerie in Berlin, wo er in ↔ den Skulptursälen einige der Geniengruppen in Wachsfarben malte.

Benk, Johannes, Bildhauer, geb. 1845 als Sohn eines im ornamentalen Fach verdienstlichen Bildhauers, erlernte die Kunst unter Bauer und Hähnel und bewies seine künstlerische Begabung bei mehreren Konkurrenzen in der Monumentalplasik, z. B. in seinen Entwürfen zum Denkmal des Flottenkommandanten Tegetthoff, des Tondichters Beethoven und der Kaiserin Maria Theresia, worin er ein richtiges Verständnis für malerische Wirkung und architektonische Verhältnisse zeigte. Auch in seinen dekorativen Statuen (mehrere für die Wiener Votivkirche) herrschen ein stilvolles Maß und eine den Anforderungen der Gotik angemessene plastische Ruhe und in seinen kleinern, zum Teil der Antike entlehnten Gruppen eine liebenswürdige, zuweilen weichliche Grazie, z. B. in der reizenden Gruppe: Amor und Psyche, in der Madonna mit Jesus und Johannes und in der Flucht nach Ägypten, die eine überaus wohlthuende, harmonische Ruhe zeigt. Für die Waffenhalle des Wiener Arsenals schuf er eine herrliche kolossale Gruppe der Austria zwischen der geistigen und materiellen Kultur.

Bennewitz von Löfen, Karl, Landschaftsmaler, geb. 15. Nov. 1826 zu Thorn als Sohn des Premierleutnants v. Löfen, nachher von seinem Oheim Bennewitz adoptiert, wurde in der Kadettenschule erzogen und diente als Offizier, bis er 1849 zum Künstlerberuf überging und Schüler von F. W. Schirmer in Berlin und von Alb. Zimmermann in München wurde. Nach längern Reisen in Schottland, Tirol und Oberitalien ließ er sich 1856 in Berlin nieder. Anfangs stellte er nur Gebirgspartien aus, später aber widmete er sich fast ganz der märkischen Landschaft, der er sehr poetische und malerische Reize abzugewinnen und durch eine meist elegische Stimmung wie durch frappante Beleuchtung ein tieferes Interesse zu verleihen weiß. Als die besten werden genannt: am Weiher vor Sonnenaufgang, Waldweg, Buchenwald auf Rügen, märkische Landschaft (Pichelswerder), Waldinneres, Frühling in der Mark, Herbstnebel, auf der Heide u. a.