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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Bergslien; Berne-Bellecour; Bernier; Berninger; Berres; Bertall

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Bergslien - Bertall.

Bergslien, Brynjulf, norweg. Bildhauer, geb. 1830 zu Voß bei Bergen, war anfangs bei einem Optikus in Bergen, dann bei einem Goldschmied in Christiania in der Lehre, wo er infolge seiner geschickten Gravierarbeiten ein Reisestipendium erhielt, so daß er die Bildhauerkunst in Kopenhagen auf der Akademie erlernte und von 1861 an Schüler von Bissen und später von Jerichau war. Nachdem er die ihm aufgetragene Vollendung der von Thorwaldsen hinterlassenen Figuren des Vulkan, Mars mit Amor und Jason ausgeführt hatte, hielt er sich eine Zeitlang in Rom auf, konnte aber nach seiner Rückkehr in Christiania anfangs nicht emporkommen, bis er 1868 den Auftrag auf eine große eherne Reiterstatue (errichtet 1875) des Königs Karl Johann für den dortigen Schloßplatz erhielt. Als ein Werk von sehr charaktervoller Auffassung und edler, plastischer Würde verschaffte sie ihm einen ehrenvollen Namen.

Berne-Bellecour (spr. bern-bälkúhr), Etienne Prosper, franz. Genremaler, geb. 29. Juni 1838 zu Boulogne sur Mer, Schüler von Picot und Felix Barrias, widmete sich anfangs (1861-68) dem Porträt und der Landschaft und ging später zum bürgerlichen und militärischen Genre über, das er in geistreicher Weise, gewandter Zeichnung, aber zu detailliert ausgemalt behandelt; z. B.: ein Kanonenschuß (1872), der Tag des Pachtzinses (1873), der Zukünftige (1874), die Tirailleure der Seine im Gefecht bei Malmaison 21. Okt. 1870, die Bresche (1875), im Laufgraben (1877).

Bernier (spr. bernjéh), Camille, franz. Landschaftsmaler, geb. 1823 zu Kolmar, Schüler von Léon Fleury, machte sich seit 1848 durch Landschaften aus der Bretagne von großer Naturwahrheit und trefflicher Beleuchtung bekannt, z. B.: die Landes bei Bannalec, Pachtgut in der Bretagne, Fußweg im Ginster, Sommer und Herbst u. a. Er erhielt mehrere Medaillen und 1873 das Kreuz der Ehrenlegion.

Berninger, Edmund, Landschaftsmaler, geb. 1843 zu Arnstadt in Thüringen, war anfangs Apotheker und kam erst 1870 auf die Kunstschule in Weimar, wo ↔ er sich unter dem Landschaftsmaler Theod. Hagen, dem jetzigen Direktor derselben, ausbildete. Dann machte er größere Reisen ins südliche Europa sowie ins nördliche Afrika und sammelte dort eine Menge von landschaftlichen, architektonischen und Genreskizzen, die er teils zu Ölbildern, teils zu Aquarellen verarbeitete. Sie sind von breiter Anlage und gewandter, flotter Pinselführung, z. B.: die London Bridge, venetianisches Nachtfest (1873), die Insel Capri, Ruinen von Karthago, Motiv an der Themse bei London (1880), Straße in Tunis, Straße in Kairo und andre Partien aus Ägypten. Weniger bedeutend und weniger gelungen ist sein bis jetzt wohl einziger Versuch in der religiösen Malerei: die Grablegung Christi. Seit einigen Jahren lebt er in München.

Berres, Joseph, Edler von Perez, Genremaler, geb. 1831 zu Lemberg, bezog die Akademie in München und wurde Schüler von Karl Piloty, bereiste Ungarn und den Kaukasus, zeigt in seinen Bildern ein ernstes Streben und eine große Tiefe der Auffassung des Gegenstands und dabei eine bedeutende Vielseitigkeit. Bald bewegt er sich im historischen Genre, bald malte er Jagd- und Reitabenteuer, bald walachische Fuhrleute mit ihrem Gespann, z. B.: Wallenstein, Viehhändler in der Campagna, requirierende Kosaken und Scene aus dem serbisch-türkischen Krieg. Besonders gewandt ist er in der Darstellung der Pferde und Hunde. Nachdem er viele Jahre in Wien gelebt hatte, zog er nach Brandeis an der Elbe.

Bertall, eigentlich Charles Albert d'Arnoux, franz. Zeichner und Karikaturist, geb. 18. Dez. 1820 zu Paris, widmete sich anfangs der Malerei unter Drölling, folgte dann aber seiner Neigung zur Illustration und Karikaturenzeichnung, worin er durch Umstellung seines Taufnamens Albert den Namen B. annahm. Seine höchst originellen Zeichnungen von beißendem Witz sind in zahlreichen Zeitschriften und Büchern verbreitet, z. B. in seinen Werken: »Les omnibus« (1843, komische Revue), »Le diable à Paris«, »Petites misères de la vie conjugale« (von Balzac), »La physiologie du goût«,

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 46.