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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Bodmer; Boë; Boe...; Bogoljubow; Böhm

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Bodmer - Böhm.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Bodenstein'

Stimmungsbilder ihm am meisten zusagten, und nach der Natur weiter bildete. Die Motive seiner Stimmungslandschaften entnimmt er meistens den Hochgebirgen Oberbayerns und Tirols, z. B.: Gegend um Trafoi mit den Gletscherpartien des Ortlers, aufziehendes Gewitter (Motiv vom Hochplateau der Jurakette) und 25 andre Hochalpenbilder der Ausstellung von 1879. Auch aus dem Norden Deutschlands und von der Westküste Schleswigs (Insel Sylt) sowie aus seiner märkischen Heimat brachte er sehr entsprechende Stimmungsbilder.

Bodmer, Karl, Landschaftsmaler, Lithograph und Radierer, geb. 1809 zu Zürich, widmete sich bis 1830 dem Studium der Landschaft, machte dann mehrere Reisen und begleitete 1833 den Prinzen Maximilian von Neuwied nach Nordamerika, gab infolgedessen sein Reisewerk »Nordamerika in Bildern« heraus, und führte mehrere der dort gemachten Skizzen in Ölbildern aus. Sehr zahlreich sind seine Lithographien nach eignen Landschaften, seine Aquarelle, Radierungen und Zinkstiche für die bekannten Journale »Le magasin pittoresque«, »L'illustration« und »Le monde illustré«; mit Théophile Gautier gab er heraus: »La nature chez elle« (1870) und mit Veyrassat: »Hamertons chapters on animals« in trefflichen Radierungen. Er lebt meistens in Barbizon bei Fontainebleau. 1876 erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion.

Boë, Franz, norweg. Stilllebenmaler, geb. 28. Mai 1820 zu Bergen, bildete sich auf der Akademie in Kopenhagen und im Atelier von Grönland und ließ sich 1849 in Paris nieder. Unter seinen Bildern von trefflicher Anordnung und wunderbarer Frische des Kolorits zeichnen sich am meisten aus: Trauben (1850, im Museum des Louvre), Kamelien auf einem Toilettentisch (1855), Fasan und Rebhuhn, ein Adler, der einen jungen Fuchs verzehrt, Fische u. a. Für die Oskarhalle bei Christiania malte er mehrere norwegische Tiere, Früchte u. dgl. 1878 brachte er auf die Pariser Ausstellung eine Ansicht der Berge in Westenaalen.

Boe..., s. Bö...

Bogoljubow, Alexis, russ. Marinemaler, geb. 1824 im Gouvernement Moskau, diente anfangs in der Marine, wurde 1841 Offizier und widmete sich bei seinem großen Zeichentalent auf den Rat des Herzogs von Leuchtenberg der Malerei. 1849 wurde er Schüler der Akademie in Petersburg und gewann nach vier Jahren mit seinen Marinebildern den großen Preis. Dann ging er für den Auftrag, die Zerstörung der türkischen Flotte im Hafen von Sinope (aus dem Jahr 1853) und andre russische Seeschlachten zu malen, nach Düsseldorf und vervollkommnete sich unter Andr. Achenbach. Dort malte er fünf nachher in Petersburg ausgestellte Seeschlachten aus der Zeit Peters d. Gr., die durch ihre Wahrheit und Lebendigkeit und ihr brillantes Kolorit auch in Deutschland sehr gefielen. Dazu kamen später einige Bilder aus dem Krimkrieg. Als Maler des Stabes der Marine führte er mehrere hydrographische Atlanten aus und zeichnete als Reisebegleiter des Großfürsten-Thronfolgers viele russische Städte. 1866 ging er wieder nach Deutschland, malte große Seeschlachten, Marinebilder und Städteansichten sowie neuerdings für die russische Kirche in Paris zwei Scenen aus dem Leben Christi. Wie auf der Weltausstellung in Wien 1873 sein Eisgang auf der Newa und die Reede von Kronstadt fesselten, so 1878 auf der Pariser drei Bilder aus seiner frühern Zeit. Er wurde mit mehreren russischen, österreichischen, belgischen und dänischen Orden dekoriert.

Böhm, Joseph Edgar, Medailleur u. Bildhauer, geb. 4. Juli 1834 zu Wien als Sohn des Münzdirektors und Medailleurs Joh. Dan. B. (gest. 1865), erhielt in dessen Kunstsammlung vielfache Anregungen zum eignen Schaffen, bereiste schon als Knabe mit seinem Vater Italien und bildete sich 1848-51 in England aus, wo er die Bildwerke des Parthenon eifrig studierte. Nachdem er 1853 für seine Medaillen den Kaiserpreis in Wien erhalten und dort viel im Medaillen- und Münzfach gearbeitet hatte, ging er 1859 nach Paris und nahm 1862 seinen Wohnsitz in London. Hier trat er anfangs mit

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 62.